„Der Angriffskrieg Russlands ist ein Angriff auf den Kern der Vereinten Nationen, das Gewaltverbot“, betonte der Bundestagsabgeordnete. Es sei ein Verbrechen, dessen Ahndung noch ausstehe. Der Überfall Russlands habe von heute auf morgen für eine neue Situation gesorgt. Bezüglich der Position der Grünen in der Bundesregierung erklärte Mijatovic, dass die Partei bereits während des Kosovokriegs die Haltung der Fraktion zu militärischen Eingriffen diskutiert habe. Im aktuellen Fall mit der Ukraine sei die Linie der Unterstützung daher schnell gefasst worden. Zu dem Bundesvermögen der Bundeswehr sagte er: „Dafür gibt es einen begleitenden Ausschuss. Wir gucken, in was das Geld geht.“
Bezüglich der Arbeit des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe erläuterte der Sprecher: „Unsere Aufgabe ist es auf Themen hinzuweisen und den Finger auf schwierige Situationen zu legen.“ Dazu gehöre beispielsweise die Befragung und Anhörung von verfolgten Personengruppen. Bei den Fällen handele es sich oftmals um internationale Geschehnisse, beispielsweise in Kolumbien, Myanmar und der Ukraine. Ebenso gehe es um China, wo unter anderem Verbrechen gegen das Volk der Uiguren begangen werden. „Die WM in Katar ist für uns ein Thema“, ergänzte der Bundestagsabgeordnete. Zwar habe sich in den vergangenen Jahren einiges im Arbeitsschutz der Menschen in Katar gewandelt, dennoch würden Arbeiter weiterhin ausgebeutet. Ebenso beschäftige sich der Ausschuss mit dem Schutz von Minderjährigen. „Jedes Kind hat ein Recht auf ein freies Leben“, machte er klar.
Im Gespräch stellte Mijatovic die üblichen Abläufe im Bundestag vor. Insgesamt gebe es 118 Abgeordnete in der Grünen-Fraktion, davon würden neun aus Hessen kommen. Diese würden abwechselnd jede zweite Woche für Sitzungen in Berlin arbeiten, während sie in der anderen Woche in den jeweiligen Verbänden arbeiten würden. Dabei sei der Bundestagsabgeordnete zuständig für die Stadt Kassel und das umliegende Land sowie den Landkreis Fulda.
Die Sitzungswoche sei sehr eng getaktet, gab der Sprecher an. Im typischen Alltag würde er Montag mit der Organisation der verschiedenen Termine, Ausschüsse und Gremien verbringen. Am Dienstag würden Treffen in den Arbeitsgruppen sowie in der Fraktion anstehen: „Wir besprechen, was gerade wichtig ist.“ Mittwoch würden die Ausschüsse zusammenkommen. Parallel würden ab Mittag die Plenarsitzungen beginnen, die am Donnerstag und Freitag fortgesetzt werden. Die Auslastung sei teilweise sehr stark, stellte der Bundestagsabgeordnete fest. Nicht selten würden einige Parlamentarier bis spät in die Nacht arbeiten und früh morgens zum nächsten Termin erscheinen.
Zur Politik gefunden habe Mijatovic 2006 ursprünglich über einen Fußballverein, erzählte er. Grund dafür waren Fragen über die Trainingsplätze und Hallen des Vereins gewesen. In den folgenden zehn Jahren habe er sich kommunalpolitisch in Kassel engagiert, Dabei habe Mijatovic für Politiker in verschiedenen Bereichen gearbeitet und sich mit dem Aufbau von Repair-Cafés oder der Sicherung der Artenvielfalt beschäftigt. Neben einem Studium der Politikwissenschaften in Kassel sei er über ein Praktikum am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag mit Menschenrechtspolitik in Berührung gekommen. Dort habe er gelernt, welche Verfahren und Möglichkeiten es gebe, um Verbrechen gegen Menschenrechte festzustellen und zu verurteilen.
