Sämtliche Künzeller Vereine hatten sich an der Organisation und Ausrichtung der Feier beteiligt. Dazu hat sich die Vereins-GbR, gegründet 2015 aus Anlass der 850-Jahr Feier von Bachrain, richtete gelungene Fest aus. Bürgermeister Timo Zentgraf, Kassierer der GbR, war nicht unglücklich darüber, dass die GbR sich jetzt bald auflösen wird und ihren Überschuss der Lebenshilfe spendet.
Gründungsmitglieder der Lebenshilfe waren 1970 Eltern von Kindern mit geistiger Behinderung. Seitdem ist sein Ziel Inklusion und Integration. Die Lebenshilfe unterstützt im Kreis über 200 Familien. Aus privaten Spenden werden Freizeit- und Urlaubsangebote gemacht. Da die Organisation ehrenamtlich erfolgt kommen alle Spenden dafür eingesetzt werden.
Zur Gründungszeit sagte Anja Fröhlich vom Vorstandsteam: „Wir können uns das heute kaum noch vorstellen – aber damals musste man bei Gastwirten vorher nachfragen, ob Menschen mit Beeinträchtigung als Gäste überhaupt erwünscht sind.“ Seitdem habe sich viel verändert: „50 Jahre Lebenshilfe heißt 50 Jahre Engagement. 50 Jahre lang zusammen gekämpft, gelacht und gefeiert und dabei müde geworden, weiter zu helfen. Unsere Kinder leben und arbeiten jetzt zusammen – dafür will ich mich bedanken, die während dieser Zeit für Wandel und Verbesserungen gekämpft haben.
Im Namen des Ortsteils Bachrain begrüßte der Ortsvorsteher Eugen Heidelmeier die Anwesenden: „Unser Ortsteil hat schon immer ein besonders gutes Verhältnis zur Lebenshilfe. Zu nennen ist die Bachrainer Nikolausaktion. Ich bedanke bei der Vereinsgemeinschaft für die Ausrichtung dieses gelungenen Festes.“ Dass Inklusion wirklich funktioniert, bestätigte Emil Herbst: „Seit zwei Jahren bin ich jetzt Beisitzer im Vorstand und arbeite in der Caritas-Werkstatt. Für mich und alle anderen dort ist die Lebenshilfe wichtig und wir wünschen uns, dass die Angebote weiter ausgebaut werden.“ Kreisbeigeordneter Joachim Jansen bedankte sich auch im Namen von Landrat Bernd Woide und Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld.
Karin Schleith vom Landesverband Lebenshilfe verlieh Rainer Bub die Silberne Ehrennadel für langjähriges außergewöhnliches Engagement: „Der Landesverband lebt von den Kreisverbänden und von Mitgliedern wie Dir. Heute macht es Mut für die Zukunft, so viele jungen Menschen, auch im Vorstand, zu sehen. Seit 1986 warst du Vorstandmitglied und seit 1990 Vorsitzender. Während dieser Zeit wurde das Angebot ausgebaut – zu nennen sind reiten, malen, Musikunterricht, Abendfreizeiten und betreute Urlaubsfahrten. Dich zeichnen dabei Deine freundliche Art und Deine Fähigkeit, immer wieder ein Netzwerk engagierter Helfer um Dich aufzubauen, aus.“ Die Mitgliederzahl erhöhte sich auf fast 300. Schleith ergänzte: „Menschen wie sie sind unverzichtbar. Eltern sind eine große Stütze. Durch ihre Betroffenheit sind sie authentisch.“
Kerstin Reith merkte an, wie wichtig die Lebenshilfe auch für die Frühförderstelle Zitronenfalter von antonius : gemeinsam Mensch ist: „Ihr seid ein wichtiger Partner.“ Bürgermeister Timo Zentgraf aus Künzell bekam als Schirmherr der Veranstaltung einen Schirm überreicht. Er bedankte sich: „Ich bin stolz, dass ihr nach Künzell gekommen seid. Das Fest wurde schon vor Corona geplant – umso mehr freue ich mich, dass es jetzt endlich stattfinden kann.“
Am Nachmittag zeigte die Kinderfeuerwehr der FFW-Bachrain, was sie schon gelernt hat und die Kindergartenkinder erfreuten die Besucher mit einer Aufführung. Am Dienstag findet noch ein Benefizkonzert der mit dem Heeresmusikkorps Kassel statt.
