„Als Kooperationspartner von DigitalSchoolStory freuen wir uns sehr, gleich zwei regionale Schulen gefunden zu haben, die das Projekt im Landkreis Fulda pilotieren“, freute sich IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Konow über das gemeinsame Projekt zur Förderung der Fachkräfte von morgen. Mit der Freiherr-vom-Stein-Schule und der Hermann-Lietz-Schule Schloss Bieberstein in Hofbieber fand zum ersten Mal in Osthessen das Projekt DigitalSchoolStory statt. Jede Schule stellte eine Klasse. Ziel des Projekts war, dass die Schüler selbst einmal zu „Content Creator“ werden und mit Lernstoff eigene Videos im Sozialen Media-Format erstellen.
„Digitale Kompetenzen sowie die Fähigkeit, ein Thema kompakt in einer Minute zu präsentieren, wird auch im späteren Arbeitsalltag immer wieder benötigt“, ist HR-Managerin bei Jumo, Carolin Retzlaff, überzeugt. Die Co-Founderin und CEO von DigitalSchoolStory, Nina Mülhens, wurde gemeinsam mit dem TikToker und Lehrer „PapaBasti“ in einer Liveübertragung in eine der Klassen der Freiherr-vom-Stein-Schule geschaltet, um eine kleine Frage und Feedbackrunde zu halten. Die Schüler drehten in den letzten Tagen kurz Videos in einer Länge von 30 bis 40 Sekunden über verschiedene Themen. Zu Beginn der Übertragung gab es ein Gespräch mit PapaBasti.
In der kleinen Fragenrunde fanden die jungen „Content Creator“ heraus, dass der TikToker durch seine eigenen Schüler auf musical.ly (Vorgänger von TikTok) aufmerksam wurde und viel Spaß dabei hatte Songs vom Eurovision Song Contest zu synchronisieren und auf seinem Account hochzuladen. Dass er damit so erfolgreich sein würde, ahnte er nicht, da immer der Spaß für ihn im Vordergrund stand. Auf die Frage ob die Videos der Schüler es schaffen könnten viral zu gehen oder zumindest das Potenzial hätten, antwortete er nur: „dass das niemand beantworten könnte, da dann jeder berühmt werden könne.“ Ratschläge auf die Frage, wie die Schüler genau professioneller werden könnten, gab PapaBasti Beispiele für Kamera und Ton oder dass sich dies mit der Zeit entwickelte.
Ob er davon Lebe könne, verneinte der TikToker. Die Seite auf dem er die Videos hochlud, bezahlte ihn nicht. Er würde nur mit Werbung sein Geld verdienen. Er wies aber nochmal daraufhin, dass viele Follower nicht gleich viel Geld bedeutete. Auf die letzte Frage, ob es zwischen den Welten TikTok und der Schule Probleme gebe, verneinte PapaBasti stark. „Es gab viele Lehrer Kollegen die mir zusprachen“, antwortete er. Er habe sogar eine Anfrage einer Lehrerkampagne bekommen, indem er den Lehrer Beruf den Schülern „schmackhaft“ machen solle. Als nächstes ging es zu den Videos der Schüler, die Themen wie Unnötiger Lebensmittelverbrauch, Umweltverschmutzung insbesondere durch die Masken und speziell das Plastik was die Meere verunreinigt beinhaltete. Nach der gemeinsamen Sichtung der kurzen Videos gab PapaBasti einige Verbesserungsvorschläge, aber lobte dennoch die Arbeit und die Themen, die ausgesucht wurden.
Die Zertifikatsverleihung fand in den Räumen der IHK statt. Neben zwei Schülern und Lehrer der Schulen, die ihr Video vorstellten, waren auch Konow, Mülhens, HIHK-Geschäftsführer Frank Aletter und Retzlaff vor Ort, PapaBastia schaltete sich dazu. Erneut wurden die leicht überarbeiteten Videos angeschaut. In der Feedback-Runde kamen die Anwesenden aus dem Staunen kaum raus. „Klein und fein ist besser, als groß und flach“, lobte Konow die jungen Content Creator. Eine Lehrerin war fasziniert. dass sich die Schüler solche Themen aussuchten, da es keine Vorgabe gab. Das Projekt wurde von der Jumo, der IHK Fulda und dem Engineering-High-Tech-Cluster Fulda mit 890 Euro pro Klasse gesponsort.
