Golf 27.01.2022

„Anschlag“ auf den GC Praforst – Cyberangriff legt alles lahm

Hünfeld (pf) – Cyberangriff auf den Golfclub Hofgut Praforst: Am frühen Samstagmorgen legte ein Trojaner die Software des Vereins komplett lahm, Dateien und Server waren hin. Was nun? Ein riesiger administrativer Aufwand kommt auf den Club zu, der seine Mitarbeiter zu dieser Jahreszeit normalerweise im Urlaub hat, und dazu eine große Kostensumme.

Foto: Christine Görlich

Auf der Homepage informiert der Club aktuell über das Problem. Screenshot: praforst.de/

„Wir sind hier Opfer eines Anschlags geworden, der leider inzwischen Usus ist“, sagt Club-Präsident Stefan Dietrich, natürlich alles andere als erfreut über die Nachrichten. Der GC Praforst habe einen Trojaner eingeschleust bekommen, passiert in der Nacht von Freitag auf Samstag um 4 Uhr, der die gesamte Software blockiert. Eine Nachricht, der Server könne mit dem Zahlen eines Lösegelds wiederhergestellt werden, tauchte auf den Bildschirmen auf. „Wir haben die Anlage gemäß Notfallplan runtergefahren“, sagt Dietrich und erklärt sinnbildlich: „Es ist wie in einem großen Container – alles weg. Und alles von vorne. Neuen Server installieren, Arbeitsspeicher cleanen und neue Netzwerkstruktur“. Die Polizei wurde natürlich sofort vom Club informiert.

Hard- und Software allerdings kosten Geld, ebenso die Manpower, um alles wieder auf die Beine zu stellen. „Mindestens 20.000 Euro“ sieht Dietrich auf den Verein zukommen, „das ist ein ziemlich großer Aufwand“. Der Club sei aktuell im Notfallbetrieb und telefonisch erreichbar. Aktuell laufe die Saison zwar noch nicht und auch der Betrieb ist aufgrund der Witterung noch stark reduziert, dafür liefen im Hintergrund aber bereits die Vorbereitungen: „Die Planung war schon im Wachsen. Jetzt müssen wir den Status quo wiederfinden. Die Mitglieder spüren den Angriff zum jetzigen Zeitpunkt kaum, aber wir sind stark eingeschränkt, was die ganze Saisonvorbereitung und Organisation angeht“, bedauert der Präsident, der davon ausgeht, „nicht vor März“ wieder auf dem alten Stand zu sein.