Lokales HEF 02.08.2022

50 Jahre Landkreis Hersfeld-Rotenburg – Für Zukunft gut aufgestellt

Bad Hersfeld (as) – Lob und Glückwünsche für fünf Jahrzehnte Zusammenarbeit – in der Stiftsruine Bad Hersfeld wurde am Montag das 50. Jubiläum des Zusammenschlusses der beiden Altkreise Hersfeld und Rotenburg gefeiert. Zu den Gratulanten zählte unter anderem Regierungspräsident Mark Weinmeister. In mehreren Gesprächsrunden wurden die Vorzüge des heutigen Landkreises und dessen Entwicklung vorgestellt.

Foto: Andreas Schellenberg

Die Begrüßung für den Festakt übernahmen Landrat Torsten Warnecke und der Erste Kreisbeigeordnete Dirk Noll. Die Zusammenführung im Zuge der Hessischen Gebietsreform sei 1972 keine Liebesheirat gewesen, erklärte Warnecke. Die Entwicklung der folgenden 50 Jahre habe aber gezeigt, wie sinnvoll und wichtig dieser Schritt gewesen sei. „Wir haben viele Krisen gut meistern können“, stimmte Noll dem Landrat zu. Er bedankte sich für die Zusammenarbeit der Kommunen, beispielsweise bei der Unterstützung von Geflüchteten aus der Ukraine aktuell. „Wir sind gut aufgestellt, ich bin sehr optimistisch“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete mit Blick auf die kommenden 50 Jahre.

Die Wichtigkeit und Leistungen eines Landkreises wie Hersfeld-Rotenburg hob Weinmeister besonders hervor. Viele Menschen würden täglich Informationen zu bundes- und landespolitischen Entscheidungen erhalten. Auch in den jeweiligen Kommunen sei zumindest der Bürgermeister weitläufig bekannt, meinte er. Die Arbeit der Landkreise geschehe dagegen oft unbemerkt, so der Regierungspräsident. „Durch die Pandemie ist deutlich geworden, was die Landkreise leisten, was der Landkreis ist“, erläuterte er. Neben der Gesundheitsversorgung spiele auch die Schulorganisation eine wichtige Rolle.

Als eine echte Revolution bewertete Weinmeister die Hessische Gebietsreform: „Es gibt Auswirkungen bis heute.“ Hersfeld und Rotenburg seien sich im Vergleich mit anderen Zusammenschlüssen nicht fremd gewesen und hätten auf jahrhundertealte Verbindungen aufbauen können, erzählte er. Historisch große Umbrüche wie die Wiedervereinigung hätten den Kreis aus der ehemaligen Randlage mitten in das Herz der BRD gebracht. „Der Landkreis hat gezeigt, dass er Krisen meistern kann“, lobte der Regierungspräsident. Dies sei auch in Zukunft nötig, etwa beim Ausbau von erneuerbaren Energien. Hersfeld-Rotenburg verfüge durch den Wohlstand als größter Kali-Standort in Deutschland über die notwendigen Mittel dafür. Er bedankte sich zudem für das Engagement vieler Ehrenamtlicher für den Kreis in den vergangenen 50 Jahren.

In einer Gesprächsrunde blickten verschiedene Gäste auf die vergangenen 50 Jahre zurück. Petra Wiesenberg, Kreistagsvorsitzende Hersfeld-Rotenburg, beglückwünschte alle Beteiligten zum Jubiläum. Mit Blick auf zukünftige Herausforderungen zeigte sie sich sicher: „Es braucht ein bisschen Geduld, aber wir bekommen das hin.“ Dem stimmte Alexander Wirth zu, der als stellvertretender Sprecher der Bürgermeister im Landkreis sowie Bürgermeister der Gemeinde Wildeck eingeladen worden war. „Wir wünschen uns weiter ein gutes Miteinander“, fügte er an.

„Wir sind zu einer top-europäischen Region geworden“, freute sich Gerhard Deisenroth, ehemaliger langjähriger Mitarbeiter und Verwaltungsleiter des Landratsamts. Die Region habe sich von einem Landkreis mit über zehn Prozent Arbeitslosigkeit in 1984 hin zu einem der Landkreise mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit hessenweit entwickelt. Von weiteren enormen Entwicklungen berichtete Wolfgang Schuster, Präsident des Hessischen Landkreistags und Landrat des Lahn-Dill-Kreises. „Die Entscheidung war notwendig“, lautete sein Fazit zur Gebietsreform.

Über das Leben im Landkreis sprachen in einer weiteren Gesprächsrunde die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Corinna Zehender, die Pressesprecherin des Landkreises Jasmin Krenz sowie der Jugend- und Auszubildendenvertreter Dennis Bolender. Alle drei hoben die Nähe zur Natur und die guten Lebensumstände des Landkreises hervor. Hinzu komme eine optimale Anbindung, beispielsweise über die A7 und die A4 sowie den Bahnverkehr, mit denen die Bürger sehr mobil seien.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Bergmannskapelle Hattorf unter Leitung von Gerald Eichler, die einige Märsche und Bergmannslieder spielten. Die Moderation übernahm Markus Pfromm. Alle Gäste auf der Bühne bekamen zum Abschluss noch ein Präsent überreicht.

Jubiläumsfestakt für "50 Jahre Landkreis Hersfeld-Rotenburg" in der Stiftsruine. Fotos: Andreas Schellenberg