Angekündigt wurde Redlich von Kulturstadträtin Martina Sauerbier als der Thermomix unter den Kleinkünstlern – und das war er auch. Er sang, spielte Gitarre und am Flügel, er mimte den Rocker genauso wie die Opernsängerin, parodierte Lieder, stellte eigene Songs vor und strapazierte immer wieder die Lachmuskeln der Zuschauer. Verpackt in Lieder erzählte er Geschichten aus dem Leben, beim „Fleisch“-Song ging es um ein Date mit einer Veganerin, die tierisch gut aussieht, aber irgendwann entdeckt, dass der Partner Fleisch isst. Großartig bezog Redlich das Publikum mit in sein Programm ein. Als „Klassensprecherin“ pickte er sich Anni aus Hünfeld heraus, die sich das Ende des Liedes aussuchen durfte – blutrünstig oder romantisch.
Jede Menge Humor bewies der Berliner bei „Schorsch, die einzelne Socke“, die ihren Partner bei 60 Grad verliert. Auch seine Parodien waren köstlich: Statt Tim Bendzkos „Nur kurz die Welt retten“ sang er von einer verregneten Klassenfahrt: „Wenn wir jetzt ein Zelt hätten“. Und aus Howard Carpendale „Ti amo“ wurde „Brie am Po“. Viel zu lachen gab es auch bei „Mandy“, als er von einem Techtelmechtel im Sonnenstudio mit einer hübschen Sächsin sang. Sehr gut an kam sein Improvisationslied, bei dem er sechs Begriffe einbaute, die ihm das Publikum zurief: Zinsen, Ziegenbart, Urlaub, AC/DC, Schweizer Käse und Ohrwurm. Anni und das Hünfelder Publikum halfen dem Unterhaltungskünstler als Beatboxer mit den Wörtern „Pizza, Katze“, als er in die Rolle des Hip-Hoppers schlüpfte.
Warum er Gruppenduschen nicht mag, wurde beim Song „Penisneid“ deutlich – eine Parodie auf „Ladies Night“. Zum krönenden Abschluss lebte er seine weibliche Seite als „Larissa“ aus, sang das Plagiats-Lied auf Nenas „99 Luftballons“ und spielt als Zugabe alle Lieder an, die das Hünfelder Publikum sich per Zuruf wünschte – von „Griechischer Wein“ über „Die Affen rasen durch den Wald“ bis zu hin „Bohemian Rhapsody“. Als Belohnung gab es für Lars Redlich nicht nur jede Menge Applaus, sondern auch stehende Ovationen.
Die weiteren Kulturveranstaltungen der Stadt Hünfeld:
Lesung mit Bestseller-Autor Arno Strobel: „Sharing – Willst du wirklich alles teilen?“; Dienstag, 19. Oktober, 20 Uhr, Alter Lokschuppen.
Kabarett mit Anna Magdalena Bössen: „Deutschland. Ein Wandermärchen – Das große Literaturschauspiel“; Dienstag, 9. November, 20 Uhr, Stadthalle Kolpinghaus; unterstützt von der Sparkasse Hünfeld.
