Knackpunkt im Spiel war der Doppelschlag der SG Barockstadt Mitte der zweiten Halbzeit. Hünfeld lag nach einer phasenweise herausragenden Vorstellung mit 2:0 in Führung, ehe Moritz Reinhard die SGB auf die Anzeigentafel brachte und den Anschlusstreffer erzielte: Nach einer Ecke von Tolga Duran stand der ehemaliger Offenbacher sträflich frei und musste nur noch den Kopf hinhalten (71.). Nur zwei Minuten später stellten die Mannschaft von Trainer Sedat Gören die Uhren dann endgültig wieder auf null, Kevin Hillmann traf aus spitzem Winkel ins kurze Eck (73.). „Natürlich ist es ärgerlich, dass wir das Spiel dann in nur wenigen Minuten herschenken“, konstatierte HSV-Trainer Johannes Helmke nach dem Spiel, fügte aber gleichzeitig an: „Insgesamt muss ich meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen. In der ersten Halbzeit ist unser Plan voll aufgegangen und zu Beginn des zweiten Durchgangs konnten wir sogar noch eine Schippe drauflegen.“ Laut Helmke sei auch Realismus gefragt: „Wir haben das bis zum Gegentreffer hervorragend gemacht. Mit der Leistung und einem Remis gegen den Tabellenführer können wir zufrieden sein, auch wenn ich nach dem Spiel doch in einige enttäuschte Gesichter geblickt habe.“
In der Tat präsentierte sich der HSV gerade in den ersten 25 Minuten der zweiten Halbzeit phasenweise überragend. Die Gäste aus Fulda kamen überhaupt nicht vor das Tor von Hünfelds Keeper Benedikt Kaiser, auf der anderen Seite verpasste Maximilian Fröhlich 2:0. Nach einem schönen Pass von Alex Reith lief Fröhlich allein auf Tobias Wolf zu, sein Versuch ging jedoch knapp rechts vorbei (53.). Wenig später machte es Fröhlich dann aber besser. Wieder ging es über Reith, der mit einem Solo die komplette Barockstädter Hintermannschaft stehen ließ und Fröhlich bediente. Aus leicht abseitsverdächtiger Position ließ er Wolf im SGB-Kasten keine Chance und sorgte so für die zu diesem Zeitpunkt verdiente Zwei-Tore-Führung (61.). „Wir haben den Gegner zu den Treffern eingeladen, als Spitzenmannschaft darf dir so etwas nicht passieren“, fand Barockstadt-Trainer Sedat Gören deutliche Worte, sah seine Mannschaft nach dem Ausgleich aber überlegen: „Da hätten wir sogar noch den Siegtreffer erzielen können, die Möglichkeiten dazu waren da.“ Unter anderem durch Tobias Göbel, er scheiterte aber an Kaiser (82.).
Im ersten Durchgang sahen die Zuschauer ein relativ ausgeglichenes Spiel. Die Gäste aus Fulda hatten zwar Feldvorteile, aber auch der HSV versteckte sich keineswegs: Mit der ersten guten Möglichkeit traf Marcel Dücker nach knapp 20 Minuten zum 1:0. Nachdem er zunächst vergeben hatte, setzte Dücker klug nach und versenkte den Ball im langen Eck. Zuvor hatte Tobias Göbel auf der anderen Seite den Führungstreffer verpasst (9.). Im Anschluss ging es weiter wie bisher, die SG Barockstadt war zwar optisch überlegen, gefährlich wurde es vor dem Hünfelder Kasten jedoch nur selten. Und wenn doch, war Benedikt Kaiser zur Stelle: Einen platzierten Kopfball von Moritz Reinhard hielt er sensationell (25.), auch bei einem missglückten Klärungsversuch von Simon Schilling war der ehemalige SGB-Keeper hellwach (43.). Die vielleicht beste Möglichkeit im ersten Durchgang hatten aber wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff die Hausherren: Nach einem groben Schnitzer von Markus Gröger lief HSV-Toptorjäger Andre Vogt allein auf Wolf zu, legte sich den Ball aber etwas zu weit vor (45.). So ging es mit der knappen Hünfelder Führung in die Kabinen.
Hünfeld: Kaiser; Faulstich, Witzel, Fuß, Schilling (78. Häuser) – Alles, Dücker – Fröhlich, Reith, Vogler (67. Sternstein) – Vogt (87. Brähler).
Barockstadt: Wolf; Hillmann, Pecks, Gröger, Müller – Hofmann, Grösch – Wittke (58. Budesheim), Duran (90. Zenuni), Reinhard – Göbel.
Schiedsrichter: Felix Berger (Herleshausen)
Tore: 1:0 Marcel Dücker (18.), 2:0 Maximilian Fröhlich (61.), 2:1 Moritz Reinhard (71.), 2:2 Kevin Hillmann (73.)
Zuschauer: 1250.
