RSS-Feed(Fokus) 28.03.2021

Virtueller Jahresempfang – IHK Fulda setzt Zeichen

Fulda (sm) – Bewältigung der Corona-Krise, Nachhaltigkeit in den Blick nehmen, den Nachwuchs fördern – die Industrie- und Handelskammer (IHK) Fulda hat sich für die kommenden Jahre viel vorgenommen. Beim virtuellen Jahresempfang unter dem Motto „Gemeinsam trotz Corona“ am Freitagabend wurde auf die Erfolge der vergangenen Jahre geblickt, die aktuelle Situation der Wirtschaft in den Blick genommen und ein Ausblick in die Zukunft gewagt.

IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Konow und IHK-Präsident Dr. Christian Gebhardt. Foto: Bildstürmer

IHK-Präsident Dr. Christian Gebhardt und IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Konow begrüßten die Gäste vor einem Greenscreen im Studio der Bildstürmer in Fulda. Denn eine große Feier konnte es nicht geben – so wurde der Empfang einfach online übertragen. „Wir wollen in Fulda ein Zeichen setzen und als Kongressstadt zeigen, dass auch virtuelle Veranstaltungen möglich sind“, erwähnte Gebhardt. Gleichzeitig feiert die IHK Fulda, die vor fast genau 76 Jahren konstituiert wurde in diesem Jahr Jubiläum.

In einem kurzen Video wurde auf das vergangene Jahr zurückgeblickt. Vollversammlung, Verleihung von Stipendien, Rhön Safari, Erkundungstour, Existenzgründerwanderung, virtueller Wirtschaftstag – im vergangenen Jahr wurde trotz Pandemie viel umgesetzt. „Wir können stolz sein, was die IHK auch 2020 auf die Beine gestellt hat“, erwähnte Gebhardt im Interview mit Konow, der ihm einige Fragen stellte. Ihm liege vor allem die Ausbildung junger Menschen am Herzen. Auch die Kurzarbeit und die wirtschaftliche Lage wurden in den Blick genommen. Jedes dritte Unternehmen bewerte die derzeitige Geschäftslage laut Konow als schlecht. Zudem sei der Geschäftsklimaindex auf ein „Allzeittief“ gefallen. Gebhardt selbst blicke ernst auf die hiesige Wirtschaft. Ob Gastronomie, Kultur, Hotellerie oder viele andere – alle seien von der Pandemie betroffen. Doch in der Region herrschen laut dem Präsident nach wie vor ein gutes Miteinander und eine gute Zusammenarbeit. Im Sommer sollen die Ergebnisse der Zukunftsstudie über die Region Fulda GmbH vorliegen und von diesen erhoffe sich die IHK viel. Die Wirtschaft müsse immer im Dreiklang mit der Ökonomie, Ökologie und sozialer Verantwortung stehen. Gleichzeit gelte es laut Gebhardt, die jungen Menschen und das Konzept „New Work“ in den Blick zunehmen.

Ein Grußwort für den Landkreis und die Stadt Fulda sprach Landrat Bernd Woide. „Corona überlagert alles“, so Woide, der anfügte: „Wir alle sind eingebunden in verschiedenen Strategien und Lösungsansätzen“. Neben dem sozialen sei auch das wirtschaftliche Leben stark betroffen. Er selbst stehe in vielen Gesprächen mit betroffenen Unternehmern. „Auch im Landkreis Fulda steigen die Inzidenzzahlen an. Wir haben ein sehr breit gefächertes Infektionsgeschehen“, so Woide. Es gebe viele verschiedene Infektionsherde im privaten Umfeld, in den Schulen, den Kindergarten und in den Betrieben. Das erschwere die Nachverfolgung. „Wir müssen die Pandemiebekämpfung als gesellschaftliche Aufgabe bewältigen“, sagte Woide. Der gemeinsame Ansatz sollte es sein, Lösungen zu finden. Alle Impfdosen, die im Landkreis zur Verfügung gestellt werden, würden auch verimpft werden.

Prof. Dr. Tobias Knedlik, Dekan des Fachbereichs Wirtschaft an der Hochschule Fulda, blickte in seinem Festvortrag auf die wirtschaftliche Lage und die Veränderungen, die sich durch die Corona-Pandemie ergeben haben. Im dritten Quartal des Jahres 2020 sei ein Großteil der Verluste aus dem zweiten Quartal aufgefangen worden. Doch dann ging es gegen Jahresende wieder in den Lockdown. „Während die Industrie boomt leiden der stationäre Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie, Kunst und Kultur“, erwähnte Knedlik. Niemand wisse wie heftig die dritte Welle werde und wie die Unternehmen die Pandemie überleben. „Viele Prognosen nehmen an, dass die bisherigen wirtschaftlichen Einschränkungen aufgrund der dritten Welle bestehen bleiben“, sagte der Dekan. Viele gingen von Lockerungen erst im Sommer aus. Danach sei mit einem kräftigen Aufschwung zu rechnen, auch durch die Industrie – dem Zugpferd der deutschen Wirtschaft. „Wir dürfen für 2021 zuversichtlich sein“, sagte Knedlik. An Bedeutung gewinne laut dem Professor die Resilienz – das bedeute auf etwas Unerwartetes und Unwahrscheinliches vorbereitet zu sein. „Aus jeder Krise lernen wir“, so der Professor. Viele Unternehmer würden derzeit betriebliche Prozesse anpassen. „Vieles läuft gut. Die Geldpolitik stützt die Konjunktur durch eine weiterhin expansive Ausrichtung“, so Knedlik, der anfügte: „Das wohl wichtigste positive Element ist das Kurzarbeitergeld“, merkte der Dekan an. Weniger gut sei es mit den Überbrückungshilfen gelaufen.

Doch nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Kultur fand beim Jahresempfang einen Platz. Im Sommer soll in Fulda das Musical „Robin Hood“ seine Weltpremiere feiern. So wurde den Zuschauern ein Einblick in das Stück gegeben. „Wir schätzen die Vielfalt und wollen diese erhalten, also ist die Vielfalt an sich systemrelevant“, merkte spotlight-Geschäftsführer Peter Scholz, der das Unternehmen gemeinsam mit Dennis Martin leitet, an.  Aktuell sei seine Branche auf Vorgaben und technologische Lösungen angewiesen. Dazu zählen laut Scholz beispielsweise Apps, wie etwa die MyBodyPassApp, die in Fulda konzipiert wurde. Ideen seien da, jetzt müssten diese noch umgesetzt werden.

Auch das Präsidium der IHK Fulda wandte sich online an die Mitglieder, die sich bei benötigter Hilfe jederzeit an die IHK wenden sollen. Im Anschluss hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich online auszutauschen.

Virtueller IHK-Jahresempfang. Fotos: Bildstürmer