Lokales FD 10.07.2021

„Blaue Bank“ für Erna Hosemann – SI Club Fulda ehrt Engagement

Fulda – Von Andreas Schellenberg – Politisch, sozial, aktiv – mit diesen Worten beschreibt der Soroptimist International (SI) Club Fulda das Leben und Wirken von Erna Hosemann, der Gründerin der AWO in Fulda. Ihr zu Ehren stellte der Frauenclub am Samstag im Schlossgarten in Fulda eine „Blaue Bank“ mit ihrem Namen in blauer Schrift auf.

Von links: Bernhard Lindner, Collette Döppner, Silvia Hillenbrand und Ellen Gilfrich-Solomon. Foto: Andreas Schellenberg.

Ellen Gilfrich-Solomon, Präsidentin des SI Club Fulda, stellte bei der Begrüßung fest, wie viel Frauen wie die Geehrte mit ihrer Arbeit geleistet hätten: „Wir leben in einer Zeit, in der Frauen Staatsoberhäupter oder Astronautinnen sein können. Bei Erna Hosemann war das noch nicht möglich.“ Silvia Hillenbrand, ehemalige Landtagsabgeordnete und ehemalige Bürgermeisterin von Großenlüder, gab einen Überblick über die Biographie der Gründerin der AWO Fulda: „Bereits ihre Mutter kämpfte schon 1890 für Frauenrechte. Als Stadtverordnete in Fulda war Hosemann lange Zeit als einzige Frau für die SPD-Fraktion aktiv.“ Sie habe sich zudem Zeit ihres Lebens in der Wohlfahrtspflege und Jugendarbeit engagiert und sich dadurch hohes Ansehen erarbeitet. „Es ist gut, dass es Frauen wie sie gegeben hat, die Trittsteine für uns gelegt haben. Ich hätte sie gerne kennengelernt“, meinte Hillenbrand.

Über die Gründung und ihre Leistungen für die AWO in Fulda erzählte Collette Döppner, die selbst im Verband tätig ist: „Erna Hosemann war da in der Zeit, in der Menschen in Not waren. Sie richtete Nähstuben für Vertriebene Frauen nach dem Krieg ein, verteilte Care-Pakete und organisierte Essen für Schulkinder.“ Vieles, was sie damals angestoßen hätte, würde auch heute im Verband noch fortgeführt werden, beispielsweise die regelmäßigen Ausflüge und Feste für AWO-Mitarbeiter. Bernhard Lindner, Kreisvorsitzender in der AWO Fulda und Stadtrat, richtete ebenfalls ein Grußwort an die Anwesenden. Er lobte die Arbeit der Soroptimistinnen, die sich unter anderem dazu verpflichten würden, Frauen weltweit eine gleichberechtigte Stimme zu ermöglichen. Über Hosemann sagte er: „Die Probleme damals waren vielfältig, vor allem ging es aber um die Wohnungsnot und Ernährung der Menschen. Ihre Leistung macht uns stolz.“ Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Musikpädagogin Christine Ebert. Passend für Hosemann spielte sie die beiden Lieder „Die Gedanken sind frei“ und „Das Bürgerlied“.

„Blaue Bank“ im Schlossgarten aufgestellt (Fotos: Andreas Schellenberg)