An dem Wettbewerb teilnehmen konnten Jugendliche und junge Erwachsene aus Produktionsschulen und Jugendwerkstätten in ganz Deutschland. Nach der Vorstellung der Wettbewerbsidee in der Produktionsschule Grümel in Fulda/Johannesberg entschieden sich entsprechend der vorgegebenen Richtlinien fünf Jugendliche der Holzwerkstatt dazu, sich als Entwicklerteam mit diesem Thema auseinander zu setzen. Hilfestellung erhielten sie durch ihren Werkstattanleiter Dietmar Brabsche. Zum damaligen Zeitpunkt lagerte Altholz in der Produktionsschule, welches von aussortierten Picknickbänken des Propsteigartens Johannesberg stammte. Die Idee dabei: „Ich war eine Eiche, ich wurde eine Picknickbank und ich werde ein Serviertablett“ war geboren.
Die Einzelteile der ehemaligen Picknickbänke wurden gehobelt und entsprechend aufgearbeitet. Nach der Designfindung und vielen unterschiedlichen Tablett-Skizzen erfolgte der entsprechende Zuschnitt des Holzes. Mit Hilfe der zuvor erlernten und mehrfach geübten Fingerzinkung konnten die Einzelteile nun miteinander verbunden und verleimt werden. Nach dem Ölen des fertigen Tabletts hielt das Entwicklerteam das erste verkaufsfähige und aufgrund der interessanten Maserung des alten und verwitterten Holzes optisch sehr ansprechende Upcyclingprodukt in den Händen. Insgesamt konnten sie so sieben weitere Serviertabletts aus den alten Picknickbänken herstellen und an Kunden der Produktionsschule verkaufen. Eines der Tabletts wurde zusammen mit einer ausgearbeiteten Produktmappe an den Bundesverband Produktionsschulen zur Teilnahme am Wettbewerb gesandt.
Am Mittwoch vergab Martin Mertens, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes das Preisgeld von 250 Euro an das drittplatzierte Grümel-Team. Aufgrund der aktuellen Corona Pandemie musste das geplante Zusammentreffen mit ehemaligen und erfolgreich in Ausbildung oder Arbeit vermittelten Produktionsschülern leider abgesagt werden. „Wir freuen uns sehr über die Leistung und Arbeitsbereitschaft unserer Jugendlichen, die mit Eifer die Ausschreibung des Wettbewerbes mit Leben gefüllt haben, und hoffen, in ‚entspannteren‘ Pandemie Zeiten einen Austausch zwischen aktuellen und ehemaligen Teilnehmenden nachholen zu können“, sagt Produktionsschulleiterin Mareike Stelzig.
Stefanie Dobschat, Sozialer Dienst der Produktionsschule, freut sich, dass die Jugendlichen mannigfaltige Möglichkeiten erhalten, ihre Talente in der Holz-, Keramik- und Floristikwerkstatt zu erproben und im Kundenauftrag tätig zu werden, sowie ihre eigenen Vorlieben herauszufinden und ihre Fähigkeiten zu entdecken und auszubauen, um anschließend erfolgreich in einer Ausbildung oder Anstellung zu starten. Gleichzeitig bleibt den Teilnehmenden Raum für Kreatives und Aktionen, die das Gemeinschaftsgefühl stärken – wie beim Upcycling-Wettbewerb. 20 Plätze stehen in der Produktionsschule zur Verfügung, davon acht Plätze speziell für junge Flüchtlinge, deren Integration auf diese Weise mit inklusivem Ansatz und Sprachunterricht mit „Deutsch als Fremdsprache“ gefördert wird. „Wir freuen uns nach jeder erfolgreichen Vermittlung auf neue Teilnehmende, die sich für unsere Werkstattbereiche und das Konzept begeistern können, und bereit sind, sich mit unserer Hilfe weiterzuentwickeln“, sagt Katharina Bußmann, Anleiterin der Floristikwerkstatt und berichtet, dass aktuell auch dort noch freie Plätze verfügbar sind. Wer sich für die Arbeit der Produktionsschule Fulda interessiert, der erhält Informationen telefonisch unter 0661/20619288. Die Produktionsschule Grümel wird gefördert durch den Europäischen Sozialfonds (ESF), das Kommunale Kreisjobcenter Landkreis Fulda, das Land Hessen und die Stadt Fulda.
