RSS-Feed(Fokus) 24.05.2020

Interesse an Urlaub in der Rhön steigt – Familien zieht es in die Natur

Rhön (sm) – Die Temperaturen steigen, Feiertage oder Sommerferien stehen an – für viele Menschen ist die Zeit des Urlaubs gekommen. Doch was wird aus Reisen ins Ausland, ist ein Urlaub in der Ferne überhaupt möglich? Dies ist bislang noch ungewiss. Einige Menschen entscheiden sich daher, Urlaub in der Heimat zu machen – auch die Rhön bietet unterschiedliche Möglichkeiten mit viel Abwechslung für Groß und Klein. Das Interesse steigt.

Das Feriendorf auf der Wasserkuppe. Fotos: Boris Kiauka

Im Januar vergangenen Jahres wurden die ersten zwei Häuser eröffnet, nun ist die Anlage in 950 Metern Höhe mit 14 Unterkünften nahezu komplett fertig. „Wir sind zu 90 Prozent durch“, erzählt Geschäftsführer Boris Kiauka. Die Corona-Zeit wurde genutzt, um die Bauarbeiten abzuschließen und die Außenanlage herzurichten. Bei den Unterkünften können die Urlauber zwischen Familienhaus, Haus für zwei Personen oder Allergiker-Haus entscheiden.

„Die Buchungen in den vergangenen Tagen lassen den Trend dahingehend vermuten, dass die Leute eher in Deutschland bleiben“, erzählt Kiauka. Schließlich wisse unter den aktuellen Bedingungen auch niemand, ob er eine Flugreise antreten kann oder möglicherweise wieder vom Urlaubsort mit dem Flieger zurückkommt. Auf der Wasserkuppe habe jeder ausreichend Platz in der Natur. „Bei uns kann man sich ganz ungestört vom Nachbarn aufhalten“, sagt der Geschäftsführer. Anders als bei großen Hotels kommen die Urlauber laut Kiauka hier nicht unmittelbar mit vielen anderen Menschen in Berührung. „Man kann auch wählen, ob man sich selbst versorgen möchte oder nicht“, so Kiauka. Denn seit kurzer Zeit gibt es auch einen Regionalladen auf dem Gelände des Feriendorfes. Dort können sich die Urlauber mit regionalen Spezialitäten eindecken. Wer die Küche lieber kalt lassen möchte, kann auch eines der Restaurants aufsuchen. Langeweile kommt auf der Wasserkuppe keine auf, denn Freizeitmöglichkeiten gibt es auf Hessens höchstem Berg zu Genüge. Direkt neben dem Feriendorf befindet sich ein E-Bike-Verleih, Tandemflüge sind bei der Rhöner Drachen- und Gleitschirmflugschule Papillon möglich und Mountainbike- und Wanderrouten sowie die Ski- und Rodelarena bieten Spaß für Jung und Alt. „Es gibt neben wohnen und schlafen ein sehr umfangreiches Angebot“, so Kiauka, der anfügt: „Wir können jede Altersgruppe mit ansprechen.“ Und wer sich lieber etwas Ruhe gönnen möchte, kann in einigen Häusern in der Sauna oder im Außenpool relaxen.

Wer es lieber etwas rustikaler mag, findet im Tipi-Dorf „Rhön-Indianer-Hotel“ auf dem Bio-Hof Gensler in Poppenhausen Unterschlupf. Noch halten sich die Buchungen bei der Familie Gensler in Grenzen. „Die Leute rufen schon an, aber viele haben auch Angst“, erzählt Petra Schüßler-Gensler. Zu ungewiss sei vielen Familien derzeit die Lage. Dennoch zeigt sie sich froh, dass sie ihr Tipi-Dorf nun endlich wieder öffnen konnte und auch die ersten Gäste begrüßen kann. „Es kommen keine großen Gruppen mehr. Damit ist unser Hauptklientel weggebrochen“, erzählt die Betreiberin. Nun kommen vermehrt Familien mit Kindern vorbei. Selbstverständlich sei vor Ort im Indianer-Hotel und auch im Bauernladen alles für bestmögliche Hygiene getan worden. „Viele buchen derzeit auch kurzfristig“, so Schüßler-Gensler, die anfügt: „Es rufen aber täglich Interessenten an.“ Generell geht sie davon aus, dass sich viele für ihre Buchung des Sommerurlaubs noch etwas Zeit lassen.

Ferien auf dem Bauernhof bieten seit 32 Jahren Therese und Erich Kirchner im Tanner Stadtteil Aura an. Trotz Corona-Krise hat das Ehepaar ständig Nachfragen nach freien Zimmern. Ob aus Darmstadt oder aus Speyer – die Gäste kommen aus ganz Deutschland. Überwiegend Familien zieht es auf den Bauernhof mit zwei Ferienwohnungen. „Wir haben viele Stammgäste, die immer wieder kommen und die haben auch für diesen Sommer noch nicht abgesagt“, erzählt die 66-Jährige. Ob Katzen, Hühner oder Hasen – vor allem die Tiere kommen bei den Kindern gut an. Unweit des Bauernhofes führt der Milseburgradweg vorbei, Lebensmittelgeschäfte und Gaststätten gibt es in der Nähe auch – den Urlaubern fehle es laut Kirchner an nichts. Zudem sei es auf ihrem Hof sicher und gut möglich, Abstand untereinander zu halten. „Wir haben überall Platz und die Gäste können sich verteilen“, erwähnt Kirchner. Auch sie geht davon aus, dass in diesem Sommer möglicherweise noch mehr Gäste in die Rhön kommen.