RSS-Feed(Fokus) 28.05.2020

Hessenliga ohne Hessen Kassel „ein Stück ärmer“ – 22 Teams?

Osthessen (fs) – Vorbehaltlich der Zustimmung zum Saison-Abbruch durch den außerordentlichen Verbandstag verlassen mit Eintracht Stadtallendorf und vor allem dem KSV Hessen Kassel zwei Zugpferde die Fußball-Hessenliga nach dieser Saison. Auch die osthessischen Teams bedauern den Abgang der Löwen, blicken aber trotzdem optimistisch auf die neue Runde – und drücken Buchonia Flieden die Daumen, als Verbandsliga-Zweiter ebenfalls aufsteigen zu dürfen und die Liga noch attraktiver zu machen.

Foto: Christine Görlich

Die Hessenliga bei Osthessen-Zeitung wird präsentiert von der R+S Group AG und Bickhardt Bau.

„Hessen Kassel ist natürlich eine Bereicherung für die Liga“, sagt Sebastian Möller, Sportmanager der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz und Alexander Bär, Trainer und Sportlicher Leiter des SV Neuhof ergänzt: „Die Spiele gegen Hessen Kassel machen viel Freude: Das hat ein ordentliches Zuschauerinteresse geweckt, insofern ist es schade, dass die Mannschaft hoch geht. Aber wenn man ehrlich ist muss man auch sagen: Diese Mannschaft gehört, was Stadion und die finanziellen Möglichkeiten angeht, nicht in die Hessenliga.“ Auch Steinbachs Trainer Petr Paliatka findet den Aufstieg der Löwen zumindest für sich selbst schade: „Egal ob dort im Stadion oder bei uns, es ist immer etwas Besonderes, gegen diese Mannschaft ein Punktspiel bestreiten zu dürfen.“

Mit dem Meister Stadtallendorf und dem KSV verlassen damit aller Voraussicht nach – nur der rechtsgültige Beschluss durch den außerordentlichen Verbandstag Mitte Juni fehlt noch – zwei Topteams die Liga. Da allerdings auch aus der Regionalliga niemand von oben dazukommt, fehlen der Liga namhafte Clubs und Traditionsvereine – in Sachen Vermarktbarkeit sicherlich kein Vorteil für den Hessischen Fußball-Verband.

Die osthessischen Teams sehen darin aber durchaus auch Positives, schließlich kommt mit dem Hünfelder SV ein viertes Team aus der Region mit dazu, dazu kommen die weiteren Aufsteiger SV Zeilsheim und 1. FC Erlensee. „Für uns ist interessanter, dass Hünfeld wieder da ist und vielleicht noch Flieden dazukommt. Insgesamt haben wir momentan ganz andere Herausforderungen als dass uns Hessen Kassel verlässt“, meint SGB-Sportmanager Möller, während Paliatka sich ebenfalls schon auf das Derby gegen den Nachbarn aus Hünfeld freut: „Das gab es in der Hessenliga noch nicht. Wenn jetzt noch Flieden dazu kommt, das wäre ein Traum.“

Überhaupt drücken die anderen Teams den Buchonen die Daumen, dass der HFV auch die Tabellenzweiten in irgendeiner Form berücksichtigt – ob nun alle Zweiten hochdürfen oder der vierte Aufsteiger neben den Verbandsliga-Meistern per Quotientenregelung ermittelt wird. Davon würde Flieden mit einem Punkteschnitt von 2,238 profitieren (FC TuBa Pohlheim = 1,86, SC 1960 Hanau = 1,85) nämlich profitieren. „Wir hoffen, dass sich der HFV an dieser Entscheidung orientiert – was alle Ligen angeht“, wünscht sich der stellvertretende Vorsitzende Frank Happ, der ergänzt: „Ob Quotientenregelung oder alle Relegationsplatz-Inhaber wäre uns egal. Wir haben aber den Vorteil, dass wir vom Punktequotienten her besser dastehen als die anderen.“ Ähnlich sieht das auch Alexander Bär: „Von meinem Rechtsverständnis her ist es so: Wenn das mit Kassel so gemacht wird, müsste man es in Hessen genauso machen. Du würdest ja niemanden benachteiligen, das wäre meine Definition von sportlicher Fairness.“ Zudem gäbe es für den SVN dann insgesamt vier Derbys, die Liga wäre dadurch noch attraktiver: „Je mehr regionale Mannschaften, desto größer ist das Zuschauerinteresse und desto schöner ist es auch für die Spieler“, meint Bär. Die Fliedener würden einen Aufstieg jedenfalls liebend gerne annehmen: „Wenn es so kommt, wäre das schön, wir würden das gerne wahrnehmen“, betont Happ, der zu einer Hessenliga ohne Hessen Kassel sagt: „Wirtschaftlich ist das zwar nicht so super, aber von der Organisation her wäre es einfacher – so gerne wir im Auestadion spielen und so gerne ich die Kasseler habe.“

Solange noch unklar ist, wie der HFV mit den Tabellenzweiten verfährt, steht auch die Ligazusammensetzung noch nicht fest, die Ligagröße schwankt daher momentan zwischen 19 und 22: Da zwei Teams aufsteigen dürfen, wächst die Liga durch die Aufsteiger Hünfeld, Zeilsheim und Erlensee auf 19 Teams an, es müsste mit einem 20er-Schlüssel gespielt werden, sodass insgesamt 38 Spieltage anstünden. Kommt nur Flieden hinzu, wären es 20, bei einem Aufstieg aller Verbandsliga-Zweiten 22 Teams. „Auch das müsste man organisatorisch stemmen können“, meint Happ. Der Fliedener Funktionär ist immer noch der Meinung, dass es der bessere Weg wäre, die aktuelle Saison fortzusetzen, schließlich bestehe die Gefahr, andernfalls gleich zwei Saisons kaputt zu machen: „Ob die Liga nächste Saison 17, 18 oder 22 Vereine hat: Eine Saison normal durchzuziehen, wird unmöglich.“

Gerade dann, wenn tatsächlich erst am Wochenende 19./20. September – oder sogar noch später – gestartet werden kann. „Eine normale Liga durchzuziehen ist unmöglich“, sagt auch Sebastian Möller, der sich spätestens bei einer 22 Teams starken Liga auch andere Übergangslösungen vorstellen kann: „Ich gehe davon aus, dass der HFV in Überlegungen ist, wie das umzusetzen ist, der Verband nimmt die Vereine ja auch mit. Ich kann mir für ein Jahr durchaus eine Play-off-Lösung oder eine zweigeteilte Liga vorstellen. Aber das ist alles Spekulation.“

 

 

So dürfte die Hessenliga 2020/2021 aussehen:

FC Eddersheim

SG Barockstadt Fulda-Lehnerz

VfB Ginsheim

RW Hadamar

Hessen Dreieich

RW Walldorf

SC Waldgirmes

Viktoria Griesheim

KSV Baunatal

Türk Gücü Friedberg

Hanau 93

FV Bad Vilbel

TuS Dietkirchen

SV Steinbach

SV Neuhof

FSV Fernwald

Hünfelder SV

SV Zeilsheim

1. FC Erlensee

 

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Buchonia Flieden (per Quotientenregelung der Tabellenzweiten oder bei Aufstiegsrecht aller Tabellenzweiten)

FC TuBa Pohlheim (nur bei Aufstiegsrecht aller Tabellenzweiten)

SC 1960 Hanau (nur bei Aufstiegsrecht aller Tabellenzweiten)

 

Die Hessenliga bei Osthessen-Zeitung wird präsentiert von der R+S Group AG und Bickhardt Bau. Mehr zu den Unternehmen unter www.rs-group.de und www.bickhardt-bau.de