Das Land Hessen hat am Freitag eine weitere Verordnung zur Lockerung der Maßnahmen während der Corona-Pandemie erlassen. Demnach dürfen „medizinische Eingriffe und Operationen in Kliniken und ambulanten Praxen, die bislang untersagt waren, wenn sie nicht zwingend notwendig waren, wieder vorgenommen werden“. „Wir haben schon damit gerechnet, dass wir ab Montag wieder regulär operieren dürfen“, sagt Al-Hami, der sich über die Lockerungen vom Freitag freut. In den vergangenen zwei Wochen wurden nur medizinisch notwendige Operationen durchgeführt, zuvor waren vier Wochen lang überhaupt keine Operationen erfolgt.
Der OP-Plan vom Neuro Spine Center ab Montag ist voll, allerdings werden die Leistungen auch in den kommenden Wochen erstmal nicht in dem Umfang erbracht wie vor einigen Monaten. „Wir werden noch strengere Hygienemaßnahmen einführen und auch reduziert operieren“, erwähnt der Neurochirurg. Glücklicherweise seien bislang weder Patienten noch Mitarbeiter im Neuro Spine Center mit dem Corona-Virus infiziert gewesen. „Das wollen wir auch weiter vermeiden“, sagt Al-Hami. Daher hat der Arzt neben den üblichen Hygienemaßnahmen wie Mund-Nasen-Schutz oder Händedesinfektion für seine Klinik weitere Tests eingeführt. Bereits seit Mitte April werden alle Patienten, die stationär aufgenommen werden, auf Sars-ConV-2 getestet. Nun wird zusätzlich auch ein Antikörper-Test durchgeführt. So kann herausgefunden werden, ob jemand schon mit dem Corona-Virus infiziert war und Antikörper gebildet hat. „Diese Kombination von Tests bietet für den Patienten und die Mitarbeiter maximale Sicherheit“, betont Al-Hami. Die Kosten dafür trägt komplett die Klinik. „Der Benefit, der durch die Tests resultiert, ist viel größer als die Kosten“, merkt der Neurochirurg an. Viele Patienten hätten in den vergangenen Wochen Krankenhäuser mit der Angst vor einer Infektion bewusst nicht aufgesucht. Dabei hätten viele von ihnen Schmerzen und auf eine Behandlung gewartet. Umso erleichterter seien die Patienten nun, dass das Neuro Spine Center eigens Maßnahmen zur Sicherheit getroffen hat.
Dass es nun zu Lockerungen für die Krankenhäuser gekommen ist, sei laut Al-Hami vertretbar. Seit Wochen werde genauestens dokumentiert, welche Krankenhäuser welche Patienten aufgenommen haben. „Das ist alles minimal“, so Al-Hami mit Blick auf die Situation in Osthessen: „Die freien Bettenkapazitäten nehmen seit Wochen zu.“ Da das Neuro Spine Center keine Intensivbetten zur Verfügung habe, würden dort ohnehin erst relativ spät Corona-Patienten aufgenommen werden.
Ab Montag erfolgen Umbaumaßnahmen, um die ambulanten und stationären Strukturen künftig voneinander zu trennen. Das MVZ soll dann ab Juli in der Münsterfeldhalle untergebracht werden.
