RSS-Feed(Fokus) 16.03.2020

Hessenliga – Gören plädiert für Play-off-Lösung – SGB trainiert individuell

Fulda (fs) – Gerade erst waren die Hessenliga-Fußballer der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz mit dem 7:1-Auftaktsieg gegen den SV Neuhof in die Restrunde gestartet, da sorgte das Coronavirus für eine Vollbremsung: Seit Donnerstag sind die Fuldaer zum Däumchen drehen verdammt, aktuell ruht beim Team von Sedat Gören komplett der Ball – stattdessen ist Individualtraining angesagt. Der SGB-Coach will für einen möglichen Start an Ostern gerüstet sein, hat aber auch eine ganz spezielle Lösung parat, wie die Saison zu Ende gebracht werden könnte.

SGB-Coach Sedat Gören. Foto: Christine Görlich

Kurz vor dem Training am Donnerstag ereilte die Fuldaer die Nachricht, dass der HFV den Spielbetrieb bis Karfreitag komplett einstellt. „Wir haben nochmal trainiert und uns dann zusammengesetzt und besprochen, dass wir auch erst einmal pausieren“, erklärt SGB-Coach Sedat Gören. Am Montagabend ist eine kurze Besprechung geplant, in der das weitere Vorgehen besprochen werden soll. Die Lösung dürfte allerdings ein Individualtraining sein: „Eventuell können wir später auch in Kleingruppen trainieren, aber es wird darauf hinauslaufen, dass die Jungs erst einmal individuell trainieren“, sagt der 48-Jährige, der betont: „Wenn es nach dem 10. April weitergehen sollte, müssen wir fit sein. Bis dahin muss sich jeder fithalten, damit wir nicht viel verlieren.“

Die Absage hat der Schlüchterner mit gemischten Gefühlen aufgenommen: Natürlich hätte die SGB gerne gespielt, schließlich war die Vorbereitung mehr als erfolgreich und der Auftakt gegen Neuhof ebenfalls. Andererseits weiß auch Gören: „Wenn Vereine wie Real Madrid oder Inter Mailand in Quarantäne sind und die Bundesliga ausfällt, sind wir in der Hessenliga ein kleines Licht, da brauchen wir uns gar keine Gedanken zu machen. Aber es geht ja nicht nur um Fußball, vor allem menschlich ist die aktuelle Situation schwierig. Da ist jeder gefragt, dass wir die Situation möglichst gut hinter uns bringen.“

Bleibt die große Frage: Wird nach dem 10. April tatsächlich wieder gespielt? Zwar hat der HFV noch die Hoffnung, die Saison anschließend normal zu Ende bringen zu können, voraussichtlich müsste dafür aber die Saison verlängert werden. Sollte die Situation sich bis dahin nicht merklich entschärft haben, könnte es durchaus sein, dass auch danach nicht gespielt werden kann. Durchaus denkbar, dass die Saison dann gar nicht gewertet, sondern annulliert würde – eine Lösung, mit der sich Gören gar nicht anfreunden kann: „Dann hättest du ein Jahr verloren und das kann die Personalplanungen zerstören. Wenn du die Möglichkeit hast, aufzusteigen, dann bleiben alle, ansonsten gehen die Spieler vielleicht. Und was macht beispielsweise Saarbrücken? Die wollen mit aller Macht aufsteigen und tauschen im Winter auf Platz eins den Trainer. Was machen die dann, wenn die Saison nicht gewertet wird?“

Der 48-Jährige plädiert für eine sportliche Lösung und hat – um dem Terminengpass Herr zu werden – eine durchaus ungewöhnliche Idee: „Wenn es zeitlich nicht hinhaut, die Saison zu Ende zu bringen, muss man Möglichkeiten suchen. Aber vielleicht macht man ja Play-offs für die Mannschaften, die um den Aufstieg kämpfen und für die, die gegen den Abstieg kämpfen. Das fände ich sinnvoller als jetzt zwölf Spiele in sechs durchzuziehen oder die Saison zu verlängern. Das würde ja nur funktionieren, wenn du tatsächlich direkt an Ostern doppelt spielen kannst“, meint Gören, der sich Folgendes überlegt hat: Die ersten fünf, sechs Mannschaften, die rechnerisch noch die Möglichkeit hätten, den aktuellen Tabellenführer abzufangen, spielen jeweils einmal gegeneinander – anschließend wird eine Play-off-Tabelle errechnet, um in der Endabrechnung über Auf- und Abstieg zu entscheiden. Analog wäre dann im Tabellenkeller zu verfahren.