Neben der Premiere am Samstag finden weitere Aufführungen am Sonntag, den 19. Juli, und Sonntag, den 26. Juli, statt.
Über das Stück
Günther Meyer will eigentlich in Marrakesch ein Flugzeug nach Spanien besteigen und zur Beerdigung seiner Frau reisen, findet sich aber plötzlich in einem Verhörraum wieder. Ihm gegenüber sitzt Herr Marconi: „Inspektor Marconi, Mohammed Marconi übrigens, der Nachname täuscht eine Volkszugehörigkeit vor, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat, ich bin stolzer Bürger dieser Stadt, was nicht heißt, dass ich das Italienische“. Marconi wirkt extrem höflich, zwischenzeitlich sogar zuvorkommend, befragt Meyer aber auch zäh und enervierend, quält ihn mit scheinbaren Belanglosigkeiten, weicht aus, wenn Meyer fragt, ob er endlich abreisen kann: „ ... ich wollte nur anmerken, dass ich fast alles, was aus Italien kommt, schätze, die Schuhe, die Maßanzüge, die Automobile, das Essen, obwohl ich selber mit Italien, wie gesagt... oh, verzeihen Sie, haben Sie schon gespeist? Haben Sie vielleicht Hunger?“ Marconis Höflichkeit und Redebedarf ist wirklich enervierend und serviert wird viel, aber kein Essen.
Nach und nach wird deutlich, um was es eigentlich geht. Meyers Frau wurde ermordet, er beerbt sie und muss sich gegen Verdächtigungen wehren: „Falls Sie das auch vergessen haben sollten: ich war, während der Mord geschah, in Madrid, und dieses Madrid liegt, falls Ihnen auch das entgangen sein sollte, ungefähr 1500 Kilometer von Marrakesch entfernt in Spanien ...“ Marconi lässt ihn nicht gehen, macht unverdrossen weiter: „In Deutschland sind Strafverfahren gegen Sie anhängig? Um was geht es denn da? Um Finanzverfahren? Ich kenne mich in dieser Materie nicht gut aus, Steuerhinterziehung vielleicht? Oder gewerbsmäßiger Betrug? Das sei zwar alles nicht bewiesen, meint unsere Kontaktperson bei der deutschen Botschaft.“ Man erfährt immer mehr über Meyer, seine wohlhabende Frau, die angeblich gute Ehe, die Geschäfte und Konflikte der beiden, potentielle Täter, den Tathergang, Indizien, und mögliche Motive wie Ehebruch, Eifersucht, Rache oder Geldgier. Und die Frage bleibt im Raum: Hat Mayer etwas mit dem Tod seiner Frau zu tun?
Das Verhör zwischen einem Europäer und einem Marokkaner ist ein Wettstreit um die Wahrheit und ein aufregender Krimi. Zwei unterschiedliche Charaktere, zwei Kulturen, zwei Religionen und zwei Welten, die aufeinanderprallen und sich vor allem mit Arroganz, Klischees, Vorurteilen und Abneigung begegnen. Diese Veranstaltung wird von der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine unterstützt.
Hinweise für die Besucher
Gäste werden gebeten, die geltenden Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln zu beachten und einzuhalten. Dem Einlasspersonal ist zur eigenen Sicherheit Folge zu leisten. Über mögliche Vorstellungsänderungen informieren sie sich bitte kurzfristig über die Homepage. Es wird gebeten, einen Mundschutz mitzubringen. Sie helfen uns, wenn sie den Kontaktzettel von der Homepage www.bad-hersfelder-festspiele.de herunterladen und ausgefüllt mitbringen.Nicht alle Aufführungsorte sind barrierefrei. Bitte erfragen Sie Details beim Ticket-Service am Markt in Bad Hersfeld, Telefon 06621/640200, ticket-service@bad-hersfelder-festspiele.de, www.bad-hersfelder-festspiele.de
Die Schauspieler:
Carsten Hentrich
ist in Hannover und Bad Hersfeld aufgewachsen und studierte bis 1992 Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim mit Schwerpunkt angewandte Theater- und Medienwissenschaften. Von 1989 bis Sommer 2000 war er festes Mitglied des Kernensembles von Theater Mahagoni (Hildesheim). Im Herbst 2000 gründet er in Hannover gemeinsam mit anderen Theaterschaffenden das Freie Theater fensterzurstadt, bei dem er bis heute in der künstlerischen Leitung arbeitet. Die Projekte und Produktionen, an denen er beteiligt gewesen ist, wurden unter anderem mit dem Preis des Festivals „Impulse“, dem Deutschen Literatur-Theater-Preis, dem Kultur- und Ideenpreis „pro visio“, mehrfach mit dem Förderpreis Freier Theater in Niedersachsen ausgezeichnet und in den letzten Jahren mehrmals für das „Best OFF“ Festival der Stiftung Niedersachsen nominiert. Neben seiner Tätigkeit für Theater fensterzurstadt und Theater Mahagoni arbeitet er in Koproduktionen oder als Gast bei Theatern in Hannover, Göttingen, Hamburg, Jena, Leipzig, Berlin, Athen und Zürich sowie als Sprecher für Hörspielproduktionen, Ausstellungen und Museen.
Dirk Hoener
wurde 1966 in Hamburg geboren. Dort wurde er von 1987 bis 1990 als Schauspieler ausgebildet und erhielt am Deutschen Schauspielhaus sein erstes Engagement. Weitere feste Engagements in Wuppertal, Essen und Pforzheim folgten. Seit 1999 ist Hoener als freier Schauspieler in Hamburg tätig, unter anderem am Winterhuder Fährhaus sowie am Altonaer Theater. Des Weiteren erhielt er Gastverträge am Stadttheater Lübeck, an der Landesbühne Hannover und am Hebbel Theater Berlin sowie Engagements im Sommertheater bei den Burgfestspielen Dreieichenhein, den Festspielen Heppenheim sowie den Burgfestspielen Bad Vilbel. Er arbeitet auch immer wieder fürs Fernsehen, zum Beispiel stand er für die ZDF-Serie Notruf Hafenkante vor der Kamera.
