Lokales FD 15.02.2020

Schranken am Medicum – Parkplatz wird gebührenpflichtig

Fulda (gü) – Eine Schrankenanlage steht an der Ein- und Ausfahrt des Parkplatzes zum Medicum im Fuldaer Münsterfeld. Noch ist die Einfahrt frei, doch bald sollen dort Parkgebühren fällig werden. So will der Gebäudeeigentümer dafür sorgen, dass die Kunden und Patienten seiner Mieter bei ihrem Besuch problemlos einen freien Stellplatz finden.

Foto: Christine Görlich

„Wir sind noch in der Vorbereitung“, sagt Christian Strauch, der bei North West International Healthcare Properties Real Estate Investment Trust (NWI) für den deutschen Markt zuständig ist. Einen genauen Termin für die Inbetriebnahme gebe es noch nicht, sie solle aber bald erfolgen. „Wir wollen sicherstellen, dass ausreichend Parkplätze für die Kunden und Patienten unserer Mieter zur Verfügung stehen“, erklärt Strauch zu den Gründen, warum sich zu einem neuen Konzept für den Parkplatz entschieden wurde. „Dieser Teil von Fulda hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt“, sieht Strauch einen Zusammenhang mit der Parkplatzsituation. NWI ist seit 2013 Eigentümer des 2010 von Markus Rhöner erbauten Medicums.

Bereits geändert worden ist die Verkehrsführung. Die Einfahrt ist nur noch an der westlichen Zufahrt möglich. Am anderen Ende des Parkplatzes, unweit des Kreisverkehrs, kann nur noch ausgefahren werden. Neben der Schranke wurde ein digitales Parkplatzschild installiert, das anzeigt, ob Plätze frei sind. Kassenautomaten stehen bereits in den Treppenhäusern. Künftig soll ab der zweiten Stunde eine Parkgebühr von einem Euro pro Stunde anfallen, die ersten 60 Minuten bleiben kostenfrei. Bisher konnte kostenfrei geparkt werden, mit Parkscheibe waren drei Stunden erlaubt. Doch vermehrt stellten auch Dauerparker ihr Auto dort ab, wodurch die Besucher der Praxen, Geschäfte und des Fitnessstudios häufiger Probleme hatten, einen freien Stellplatz zu finden.

Beim Arztbesuch oder dem Training ist eine Stunde schnell vergangen. red Sports hat für seine Mitglieder bereits eine Sonderregelung ausgehandelt. Diese werden künftig drei Stunden kostenfrei parken dürfen. Mit einem Rabattiergerät können die Mitarbeiter im Fitnessstudio die Parkkarten entsprechend freischalten. „Es war unser Bestreben, dass unsere Mitglieder weiter auf kostenfreie Parkplätze zugreifen können“, sagt Ulrike Krisch von red Sports, schließlich bezahlen die Kunden bereits Mitgliedsbeiträge und viele seien mehrfach pro Woche zum Trainieren da. Zusätzliche Parkkosten würden sich da schnell summieren. Zwar werde der eine oder andere vermutlich auch gelegentlich nochmal etwas draufzahlen müssen, doch Krisch ist optimistisch, dass dies nicht viele treffen werde, denn die durchschnittliche Verweildauer beispielsweise für einen Kursbesuch oder einer Trainingseinheit mit anschließendem Besuch des Wellnessbereichs liege unter drei Stunden. Die Veränderungen auf dem Parkplatz seien seit dem Aufbau der Schranken immer wieder Thema im red Sports gewesen. „Viele waren erstmal erschrocken“, schildert Krisch die Reaktion der Mitglieder. Damit, dass sich die Parkplatzsituation rund um das Medicum durch die Schranken und Gebühren verbessert, rechnet Krisch nicht unbedingt. „Es sind einfach insgesamt zu wenig Parkplätze“, schätzt sie, schließlich seien mit den verschiedenen Arztpraxen, dem Reha-Zentrum, der Physiotherapie und dem Fitnessstudio viele Betriebe mit hoher Kundenfrequenz in dem Gebäudekomplex angesiedelt.

Verständnis für beide Seiten äußert der Haimbacher Ortsvorsteher Manfred Belle: „Ich finde es sehr schade, dass die Parkplätze künftig kostenpflichtig werden“, sagt er: „Andererseits hat das Ganze ja den Grund, dass die Parkplätze wohl auch von Dauerparkern und Beschäftigten genutzt werden, sodass die Kunden gar keinen Platz mehr finden. Und wenn man in der Innenstadt zum Arzt geht, muss man dort ja auch für seinen Parkplatz bezahlen.“ Unsicher sei er sich auch darüber, ob die Maßnahme die Parkplatzsituation wirklich bessert – „ich denke eher, dass es dort oben grundsätzlich eine Parkplatznot gibt“, sagt der Haimbacher Ortsvorsteher.