Lokales VB 06.04.2020

Kein Reifen-Engpass – Wechsel auf Sommerreifen problemlos möglich

Lauterbach (fs) – Ostern steht vor der Tür, die Sonne scheint, es wird warm – Zeit für den Reifenwechsel. Der ist gerade in Osthessen aber keine Herausforderung: Während in Bayern der Wechsel von Winter- zu Sommerpneus vergangene Woche noch untersagt war und erst in dieser Woche erlaubt wurde, haben die Reifenhändler in Osthessen ganz normal geöffnet und richtig viel zu tun – so wie Reifen Brod in Lauterbach. Einen Reifen-Engpass gibt es allerdings nicht.

Reifen Brod in Lauterbach. Foto: Christine Görlich

„Man kann und darf ganz normal Reifen wechseln. Das wird gut angenommen“, erklärt Fachbetriebsleiter Alexander Weitzel von Reifen Brod mit Filialen in Lauterbach und Alsfeld. Anders als in Bayern, wo der Reifenwechsel kein triftiger Grund ist, das Haus zu verlassen und daher mit einem Bußgeld von 150 Euro gerechnet werden muss, ist in Hessen der Reifenwechsel ohne Einschränkungen erlaubt. Der Betrieb bei Reifen Brod beispielsweise laufe ganz normal weiter: „Wir sind seit gut zwei Wochen am Reifenwechseln, vom Arbeitsaufkommen her ist es nicht anders als in den Jahren davor aus“, sagt Weitzel.

Gerade das gute Wetter tue sein Übriges, dazu steht kommende Woche Ostern vor der Tür – und viele halten sich noch an die Empfehlung, die Winterreifen von Oktober bis Ostern zu fahren. „Das Wetter passt und jetzt haben die Leute Zeit“, weiß Weitzel. Die Reifenwechselsaison dürfte dieses Jahr durch die zahlreichen Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus zwar länger dauern als üblich – das Lauterbacher Traditionsunternehmen beispielsweise ist aber froh, schon mit dem Wechsel angefangen zu haben: „Ansonsten würde es ewig dauern, bis man einen Termin bekommt. Wir haben momentan schon eine Woche Terminvorlauf“, erklärt Weitzel.

Ohne Termin geht bei Reifen Brod wenig – es sei denn, man bringt viel Zeit mit: „Wir haben schon vor sieben, acht Jahren auf Termine umgestellt. Wir haben gut 1500 Radsätze eingelagert, die Räder werden schon zwei Tage vorher gesetzt, sonst wäre ein Mitarbeiter jedes Mal mehr als zehn Minuten unterwegs, um die Reifen zu holen. Natürlich kommen auch Leute ohne Termin und die können wir auch mal einschieben, aber die Terminvergabe wird gut angenommen“, berichtet Weitzel. Neben dem gewohnten Notfallservice mit einer Rund-um-die-Uhr-Telefonerreichbarkeit gibt es in Lauterbach für Arbeitnehmer auch die Möglichkeit, das Fahrzeug ohne Termin morgens vorbeizubringen und nachmittags wieder abzuholen. „Aber das Beste ist: Einfach anrufen und Termin vereinbaren. Das ist für beide Seiten das Angenehmste“, betont Weitzel.

Ganz geht die Corona-Krise aber auch an den osthessischen Reifenhändlern nicht vorbei: Überall darf zwar gearbeitet werden, die Abstandsregeln beispielsweise müssen aber ebenfalls eingehalten werden. „Teilweise arbeiten wir auch mal mit drei Leuten an einem Auto, aber das unterbinden wir momentan. Wir arbeiten mit fünf Leuten an sieben Hebebühnen und im Büro mit drei Leuten, dazu versuchen wir momentan alles so zu händeln, dass beispielsweise nicht 20 Kunden gleichzeitig auf dem Hof stehen, das gelingt uns momentan ganz gut. Wir halten hier alle die Regeln ein, die Leute haben auch genügend Einsicht: An den Fenstern haben wir beispielsweise genügend Plakate mit Hinweisen, auch an den Beraterplätzen. In der Werkstatt sollen die Leute von den Monteuren fernbleiben“, erklärt Weitzel weiter. Etwas eingeschränkt sind aktuell auch die Öffnungszeiten bei Reifen Brod: Samstags ist seit mehreren Wochen zu, auch am nächsten Samstag sind die Filialen geschlossen. „Aber nach wie vor sind wir rund um die Uhr telefonisch erreichbar“, betont Weitzel.

Bei allen Maßnahmen geht es darum, die Mitarbeiter und die Kunden vor Ansteckung zu schützen – daher sind die Kunden momentan auch angehalten, ihr Fahrzeug selbst auf die Hebebühne zu fahren. „Das ist etwas ärgerlich, weil wir letztes Jahr darauf umgestellt haben, dass wir die Autos selbst in die Werkstatt fahren, das ist effektiver. Jetzt haben die Kunden wieder die Möglichkeit, selbst reinzufahren“, sagt Weitzel. Ansonsten stehen den Mitarbeitern auch Einweghandschuhe und Schonbezüge zur Verfügung.

Einen Reifen-Engpass beziehungsweise einen Mangel an Sommerreifen werde es definitiv nicht geben, betont Weitzel: „Die eingelagerten Räder haben wir allesamt schon geprüft und ausgetauscht. Wir sind momentan gut bevorratet und haben gute Lagerkapazitäten. Und auch die Lager in der Industrie sind noch gut gefüllt. Zwar stehen die Bänder teilweise still, aber alles was jetzt produziert wird, sind größtenteils schon wieder Winterreifen.“