Lokales FD 29.10.2019

Neu: Offener MRT und schnelles Internet im Neuro Spine Center

Fulda – Von Svenja Müller – Der technische Fortschritt und die Digitalisierung machen auch vor der Medizin keinen Halt. Um für die Zukunft gut gerüstet zu sein, macht sich Dr. Samir Al-Hami immer wieder Gedanken darüber, wie er seine Klinik modernisieren kann. In seinen Räumen im Fuldaer Münsterfeld verfügt er nun über eine Glasfaserleitung mit 10 Gigabit. Die schnelle Verbindung ist auch für den neuen offenen Kernspintomographen im Neuro Spine Center ein absoluter Vorteil.

Fotos: Privat

„Wir sind an dem Thema schon lange dran und haben das Ganze jetzt selbst in die Hand genommen“, so Al-Hami mit Blick auf das schnelle Internet. Im Juli hat er Kontakt zum Eichenzeller Unternehmen Rhönnet aufgenommen. „Ich bin nun in der glücklichen Lage, dass ich privat einen Anschluss mit 10 Gigabit habe“, erzählt Al-Hami. Laut dem Anbieter sei er nun der Erste in ganz Europa, der über so schnelles Internet verfüge. Nach etwa drei Monaten konnte das schnelle Internet in Betrieb genommen werden. „Das ist ein riesen Vorteil“, sagt Al-Hami. Denn vorher habe er in seinen privaten Räumen lediglich eine Internetgeschwindigkeit von maximal 25 Megabit gehabt. Nun surfe er an seinem fest installierten Rechner allein mit einer Geschwindigkeit von einem Gigabit und an den mobilen Geräten, etwa dem Handy oder Tablet, über Wlan mit 300 Megabit pro Sekunde. Doch das schnelle Internet möchte er nicht nur privat nutzen.

Aktuell wird die gesamte IT-Struktur des Neuro Spine Centers überarbeitet. „Die Anschlüsse sind bereits fertig“, so der Neurochirurg. In etwa drei bis vier Wochen soll die schnelle Leitung auch in der Klinik genutzt werden, denn dann soll auch der neue offene Kernspintomograph (MRT) mit Teleradiologie in Betrieb genommen werden. Innerhalb von Sekunden können dann Bilder verschickt und weltweit ein Befund erstellt werden. Mit dem neuen Gerät sieht Al-Hami seine Praxis und das Neuro Spine Center gut aufgestellt. „Man muss immer einen Schritt weiter machen, um beim digitalen Fortschritt mithalten zu können“, weiß der Arzt.

Im Umkreis von 100 Kilometern ist das Neuro Spine Center nun die erste Klinik, die über ein solches Gerät verfügt. „Den offenen MRT haben wir vor allem angeschafft, weil wir gemerkt haben, dass viele Patienten Platzangst haben“, erklärt Al-Hami. Zudem müssten Kinder für die Behandlung oftmals in Narkose versetzt werden. „Die ganze Behandlung ist strahlenlos“, versichert Al-Hami. Ein Vorteil sei auch, dass mit dem Gerät sämtliche Körperteile, ob Hüfte, Schulter, Kopf oder Wirbelsäule, untersucht werden können. „Der ganze medizinische Fortschritt in den vergangenen Jahrzehnten ist ein Fortschritt der Diagnostik“, so der Neurochirurg. Durch bildgebende Verfahren wie MRT könne auch in den menschlichen Körper reingeschaut werden. Tumor, Bandscheibenvorfall oder Einblutungen könnten so viel genauer festgestellt werden. In den 70er Jahren kam der Computertomograph auf den Markt, in den 80er Jahren folgte der erste Kernspintomograph und Anfang der 90er wurde laut Al-Hami auch in Fulda erstmals vom MRT Gebrauch gemacht. Die dreidimensionalen Bilder seien immer besser geworden. Der nächste Schritt sei nun die offene Variante gewesen.

Der Kernspintomograph kann von Privatpatienten, Selbstzahlern oder Patienten, die eine Kostenzusage durch die Krankenkasse haben, genutzt werden. Im Dezember findet im Neuro Spine Center ein Tag der offenen Tür statt, bei dem alle Interessierten vorbei schauen können.