Zum Teil etwas müde und durchnächtigt saßen die Teilnehmer am Sonntagmittag zusammen. Viele von ihnen haben nachts nur kurz oder gar kein Auge zugemacht. Seit Samstag hatten sich die Teams bestehend aus Schülern, Studenten, Ingenieuren oder Informatikern vor ihren Laptops zusammengesetzt und dann wurde getüftelte was das Zeug hält. Während die einen zwischendurch die Augen zumachten und es sich auf dem Fußboden oder Sitzsäcken bequem machten, hielten sich andere mit Cola, Kaffee und vor allem viel Club Mate wach. Aufgrund der Zeitumstellung hatten die Teilnehmer sogar noch eine Stunde länger Zeit. Allesamt waren pünktlich fertig geworden. Am Sonntag präsentierten sie dann bei sogenannten „Pitches“ in wenigen Minuten der Jury und weiteren Zuschauern ihre Ideen.
Durch das Programm führte Christian Vey vom Verein Marketing-Netzwerk-Region-Fulda. Er freute sich, dass in Fulda der erste Hackathon Hessens stattfinden konnte. „Es ist ein Signal, dass hier innovative Köpfe am Start sind“, meinte Vey und fügte an: „Hier ging es darum, innovative und konstruktive Lösungen zu entwickeln.“ Nacheinander präsentierten die Teams ihre Projekte, die sie aus drei Challenges ausgewählt hatten. Die Themen lauteten „(Dorf-)Mobilität der Zukunft – die Welt umweltfreundlich vernetzen?“, „Outdooraktivitäten verknüpfen und Menschen vernetzten – wenn die Pokémons beim Joggen geocachen“ und „Inhouse-Navigation: Der sichere Weg zum Ziel in großen Gebäuden – Behördendschungel einfach gemacht.“ Eine Jury bestehend aus den Veranstaltern vom Landkreis Fulda, der Hochschule Fulda, dem Engineering-Hight-Tech-Cluster, der RhönEnergie, Edag trive.me sowie ProEmion und Drimalski und Partner hatte nach jeder Vorstellung die Möglichkeit, Rückfragen an die Teams zu stellen und zog sich anschließend zur Beratung zurück.
„Ihr habt alle heute Nacht toll gearbeitet“, sagte Mitorganisator Stefan Will von der Volkshochschule des Landkreises Fulda. Der erste Preis ging an das Team crc. Dr. Arnt Meyer, Geschäftsführer der RhönEnergie Fulda, überreichte die Siegprämie sowie Urkunden an die Gewinner. „Es fiel uns nicht leicht“, gab das Jurymitglied zu. Letztlich habe crc die technisch innovativste Idee gehabt. „Es ist eine Idee, die weiterentwickelbar ist und viele Komponenten berücksichtigt“, so Meyer. Zudem habe das Team eine Idee entwickelt, die alle Altersgruppen einbinde. Noah Grosch, Marlon Resler, Thomas Staab und Tobias Harms überzeugten mit „Diin Con“. Sie stellen sich vor, dass jeder Besucher des Landratsamts in Fulda beim Eingang ein Band zum Umhängen mit Display bekommt. Darauf angezeigt bekommt der Nutzer dann den Weg zum entsprechenden Mitarbeiter, den er in der Behörde sucht. Zudem könnte der Landkreis beispielsweise bei Ausbruch eines Feuers sehen wo sich an welchen Stellen noch Personen im Gebäude befinden.
Der zweite Platz ging an die Gruppe 404. Die Teilnehmer haben auch Edag-Geschäftsführer Holger Merz, der die gute technische Umsetzung lobte, überzeugt. Über die App „pfadtinder“ sollen Personen vernetzt werden, um gemeinsam Challenges zu absolvieren und sich auf verschiedenen Wegen zu begegnen. Das Team räumte ebenfalls den Publikumspreis ab. Den dritten Platz sicherten sich die „Outlinker“. „Wir haben hier das beste Design vorgefunden. Das war technisch ausgereift“, so Robert Michaelides, Geschäftsführer von Proemion. Das Team möchte mit einer App den öffentlichen und privaten Nahverkehr zusammenbringen und zudem Rufbusse integrieren. Personen sollen so jederzeit möglichst gebündelt von A nach B kommen und dabei ihren eigenen Bedürfnissen nachgehen können.
Ein großer Dank sprach allen Organisatoren und Teilnehmern der Erste Kreisbeigeordnete Frederik Schmitt, der die Schirmherrschaft für den Hackathon übernommen hatte aus. „Ihr habt für Euch eine gute Visitenkarte abgegeben“, meinte Schmitt zu den klugen Köpfen. Sicher seien für die Hochschule, den Landkreis und alle Unternehmen tolle Ideen zu Stande gekommen.
