„Das sind richtige Handballspiele: Du musst für jedes Tor kämpfen. Das ist vielleicht nicht das Schönste für die Zuschauer, aber das ist für mich Handball. Zum Glück mit dem besseren Ende für uns“, freute sich Fliedens Trainer Marc Stallmann über den Derbyerfolg.“ Dabei erwischte die HSG Kinzigtal mit einem stark aufgelegten Markus Breidenbach im Kasten einen klasse Start, vorne brachten Christian Euler und Christian Gräuel die HSG zwischenzeitlich mit 4:2 in Führung (7.). Nach einem Tempogegenstoß konnte Euler gar auf 7:3 erhöhen (10,). TVF-Coach Marc Stallmann hatte genug und nahm erst einmal eine Auszeit. So langsam fingen sich die Gastgeber dann aber, während die Gäste aus Schlüchtern und Steinau mit einem nicht gegebenen Treffer durch Benjamin Grauel haderten – der Unmut gegen den Zeitnehmertisch hatte sich auch nach dem Spiel noch nicht gelegt. Flieden wiederum war’s egal, der TVF verkürzte durch den sicheren Siebenmeterschützen Daniel Hrobar, der gegen seine alten Teamkollegen gewohnt treffsicher war, auf 7:9 (18.). Da auch Fliedens Keeper Marius Reich immer stärker wurde, die Abwehr nun besser stand und Kinzigtal sich einige Ballverluste leistete, traf Gergely Kotrics erst zum 10:10-Ausgleich (24.). So langsam machte sich bei den Gästen der Kräfte erschließt bemerkbar, zumal mit Kreisläufer Ralph Tarka kurzfristig noch ein Stammspieler krankheitsbedingt ausfiel. Flieden nutzte das nun eiskalt aus und zog auf 14:11 davon (28.).
Nach dem Seitenwechsel verhinderte Reich mit zahlreichen klasse Paraden gleich mehrmals, dass die Kinzigtaler nochmal herankamen, stattdessen gelang Christoph Häußel im Gegenzug das 17:12 (35.). Die HSG steckte jedoch nicht auf, vor allem Linksaußen Chris Schlegel hielt die Gäste in dieser Phase mit seinen Treffern im Spiel. „Wir haben es leider verpasst, den Sack zuzumachen und haben teilweise zu früh abgeschlossen, das ein oder andere Tor nicht gemacht“, haderte Stallmann. Nach einem abgewehrten Ball traf Keeper Breidenbach zum 22:19 ins Leere Tor und machte das Spiel nochmal spannend (50.). Gegen Hrobar und Kotrics im Mittelblock fanden die Kinzigtaler jedoch zu selten ein Durchkommen, zudem ging der HSG vor dem Kasten auch die Kaltschnäuzigkeit eines Hrobar vor dem Tor ab. Schlegel verkürzte jedoch zwei Minuten vor Schluss nochmal auf 23:25 (58.) und sorgte so nochmal für richtig Spannung.
Reich verhinderte gegen Schlegel jedoch mit einer starken Parade den Anschlusstreffer, dazu versagten Hrobar vom Punkt sogar erstmals die Nerven. Erneut Reich hielt gegen Christian Grauel jedoch den Sieg fest, dazu haderten die Gäste wegen eines Wechselfehlers erneut mit dem Zeitnehmertisch und machten nach dem Spiel ihrem Unmut Luft. Die HSG kam in der zweiten Hälfte zwar sogar zum 12:12,-Unentschieden, das nutzte jedoch nichts, am Ende stand eine 23:26-Auswärtsniederlage und die vierte Pleite im vierten Spiel, Flieden hingegen bleibt weiter ungeschlagen und holte den ersten Heimsieg der Saison. „Schade, dass wir wieder für eine starke Leistung leider nicht belohnt haben, irgendwann müssen die Punkte jetzt langsam mal eingefahren werden“, wusste Kinzigtals Christian Grauel, der zugeben musste: „Wir haben einerseits zu viel liegen gelassen, andererseits muss man auch mal anerkennen, dass Flieden einen guten Torwart hat. Ein paar mehr 100-Prozentige müssen wir aber machen.“
Eines Derbys würdig war übrigens die Kulisse: Gut 250 Zuschauer verfolgten das Nachbarschaftsduell, die Fliedener Trommler sorgten wie gewohnt für Stimmung in der Halle. „Ich finde, es war ein schönes Derby. Wir sind gut reingekommen, Flieden hat sich dann aber reingekämpft und am Ende etwas glücklich gewonnen“, befand Grauel.
Flieden: Reich, Kramer; Kotrics (5), Goldbach, Haas (1/1), Gitter (2), Hrobar (7/6), Leitschuh (5), Bagus (2), Beßler (1), Friedrich, Reichenauer, Wypchol, Häußel (2).
Kinzigtal: Breidenbach (1), Heil; Drechsler, Ottmann, B. Grauel (2), Drescher, Sirsch, C. Grauel (5), Euler (7/1), Hadwiger, Kasper (2), Schlegel (6).
Zuschauer: 250.
