Handball 10.10.2019

Bezirksoberliga – Derby in Flieden – Kowacki träumt von der Sensation

Flieden/Schlüchtern (fs) – Derbyzeit in der Handball-Bezirksoberliga Offenbach-Hanau: Am Samstag (19.45 Uhr) empfängt der bisher noch ungeschlagene TV Flieden das noch punktlose Schlusslicht HSG Kinzigtal zum Nachbarschaftsduell. Und auch wenn die Rollen klar verteilt sind: Die Vorfreude auf das Duell ist riesig.

Christian Grauel (links) und die HSG Kinzigtal sind am Samstag zum Derby in Flieden zu Gast. Foto: Christine Görlich

„Die Vorzeichen sind klar: Flieden ist ein ganz schweres Pflaster für uns, das ist eine sehr gute Mannschaft“, weiß Kinzigtals Trainer Jakub Kowacki, dessen Team einen Umbruch hinter sich hat: Mit dem letztjährigen Vize-Torschützenkönig Daniel Hrobar und Tamas Szabo haben zwei Leistungsträger den Verein ausgerechnet nach Flieden verlassen, auch Lars Bayer oder Benjamin Krso spielen nicht mehr für die HSG. Stattdessen setzt die Spielgemeinschaft aus Schlüchtern und Steinau auf Youngster wie Linksaußen Chris Dennis Schlegel oder Rückraumspieler Stephan Ottmann, der erst seit Sommer auch im Verein Handball spielt und normalerweise im Volleyball beheimatet ist. Grundproblem ist vor allem allerdings der schmale Kader, zumal nun in Flieden auch noch der angeschlagene Timo Kasper fehlt und Pascal Grieß verhindert ist. „Vielen unserer Spieler fehlt noch die BOL-Erfahrung, aber wir brauchen jeden einzelnen Spieler, vor allem die erfahrenen“, betont Kowacki, der angesichts der Ausgangslage mit bisher drei Niederlagen in drei Spielen sagt: „Jeder Punktgewinn für uns wäre eine Riesensensation.“

Dabei hat die HSG beim letzten Spiel in Flieden im April durchaus gezeigt, wie es geht: 29:29 hieß es nach 60 Minuten, nachdem Flieden das Hinspiel noch mit 47:33 für sich entschieden hatte. Und auch der Auftritt gegen Titelfavorit TGS Niederrodenbach vor zwei Wochen macht Mut: Die HSG legte los wie die Feuerwehr, führte zwischenzeitlich schon mit vier Toren und hielt das mit Dritt- und Oberligaspielern gespickte Team bei gerade mal 23 Toren. „Da haben wir eine richtig gute Mannschaftsleistung gezeigt, wir müssen in der Abwehr genauso konzentriert spielen. Aber wir müssen im Angriff nochmal eine Schippe drauflegen und vor allem unsere Siebenmeter verwandeln. Wir müssen einfach diese Phasen abstellen, in denen wir zehn Minuten lang kein Tor machen“, fordert der HSG-Coach. Das Tempo mitgehen könne sein Team angesichts fehlender Wechseloptionen nicht, vielmehr sei Cleverness gefragt.

Mit viel Selbstvertrauen ins Spiel gehen kann wiederum der TVF: Noch ist das Team von Marc Stallmann ungeschlagen und gewann vor dem spielfreien Wochenende in Klein-Auheim ungefährdet mit 32:21. „Das ist jetzt unser zweites Heimspiel, gegenüber dem ersten mussten wir uns etwas steigern, das haben wir im Auswärtsspiel geschafft. Wir nehmen jetzt Schwung auf und freuen uns auf das Wochenende“, erklärt Stallmann, der die starke Kinzigtaler Leistung gegen Niederrodenbach durchaus wahrgenommen hat, den Fokus aber lieber auf die eigenen Stärken legt: „Wir konzentrieren uns vor allem auf uns und wollen dem Gegner das Leben schwer machen, indem wir uns auf unsere Abwehr konzentrieren und dann zu dem ein oder andere leichten Tor zu kommen. Dazu wollen wir konsequent im Angriff sein“, gibt der 42-Jährige die Marschroute vor. Allerdings könnte auch im Königreich die personelle Lage besser sein: Tamas Szabo verpasst das Duell mit seinem Ex-Klub wegen Knieproblemen definitiv, ebenso wie Andre Hohmann. Yannic Schiffer wiederum ist auf dem Weg der Besserung, ein Einsatz kommt aber wohl noch zu früh.