Der Filmabend war eine von mehreren Veranstaltungen im Jubiläumsjahr. „Es ist ein Dankeschön für Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren oder uns anderweitig unterstützen“, erläuterte Wolfram Latsch, Geschäftsführer der AWO Fulda. Insgesamt seien rund 450 Ehrenamtliche in ganz verschiedenen Bereichen tätig, beispielsweise in der Betreuung, in der Arbeit mit Asylbewerbern, in der Veranstaltungsorganisation oder als Kursleiter in den Begegnungszentren. Viele Angebote wären ohne die Unterstützung der fleißigen Helfer, die oft im Stillen und ohne Aufsehen darum zu machen ehrenamtlich tätig sind, nicht möglich. „An so einem Abend kommen auch die zusammen, die sich sonst nicht treffen“, schilderte Latsch. Bei Häppchen und Sekt konnten sich die Ehrenamtlichen schon vor dem Film über ihre Arbeit austauschen und im Bereich rund um die Theke der Kultur- und Kinoinitiative Kino35 in der Ohmstraße wurde es eng. In seiner Begrüßung dankte der Geschäftsführer allen fürs Kommen und für ihre Arbeit.
Als alle einen Platz in einem der beiden miteinander verbundenen Kinosäle gefunden hatten, ging das Licht aus und der Film startete. Mit „Die Hälfte der Welt gehört uns“ tauchten die Gäste ein in eine Zeit, in der Frauen und Politik nach gängiger Auffassung einen Gegensatz darstellten und die Idee der Gleichberechtigung geradezu verrückt erschien. Dass vermeintlich unüberwindbare Barrieren vor 100 Jahren in Deutschland und später auch in England und Frankreich durchbrochen wurden und Frauen die politische Teilhabe zugestanden wurde, war dem unermüdlichen Kampf beeindruckender Frauen zu verdanken, wie zum Beispiel Marie Juchacz, der Gründerin der AWO. Gemeinsam mit Anita Augspurg, Emmeline Pankhurst und Marguerite Durand kämpfte sie damals um das Wahlrecht. Das Vorgehen der Frauen war so unterschiedlich wir ihre Charaktere, aber sie alle wollten frei sein, mitbestimmen und die gleichen Rechte haben wie Männer.
