osthessen-zeitung.de 05.06.2019

AWO Fulda feiert die Eröffnung neuer Projekträume am Aschenberg

Fulda (oz/eg) – Der AWO Kreisverband Fulda feierte mit zahlreichen Gästen die Eröffnung neuer Projekträume in einer ehemaligen Wohnung im Erdgeschoss eines der Hochhäuser am Aschenberg. Gekommen sind nicht nur viele Stadtteilbewohner mit ihren Familien, sondern auch Vertreter der Parteien CDU, SPD, Die Linke und den Grünen sowie weitere Verantwortungs- und Entscheidungsträger der Stadt Fulda und der sozialen Institutionen am Aschenberg.

Foto: AWO

In den neuen Projekträumen wird in der Geschichte der AWO Fulda ein weiteres Kapitel aufgeschlagen. Adriana Oliveira, Bereichsleiterin Integration und Bildung der AWO, erinnerte sich: „Vor nunmehr 17 Jahren begann für den AWO Kreisverband Fulda im Stadtteil Aschenberg eine spannende Reise. Startpunkt dabei war eine Drei-Zimmer-Wohnung direkt im Herzen des Stadtteils. Mit viel Engagement, kreativen Ideen und dank der Unterstützung vieler Helferinnen und Helfer wuchs das Projekt und die Wohnung war rasch zu klein. Jetzt kehrt die AWO zu ihren Wurzeln im Stadtteil zurück.“

Mit Leben gefüllt werden die neuen Räume zunächst durch die Teilnehmerinnen des seit vielen Jahren erfolgreichen Projektes „Stadtteilmütter“. Das Integrationsprojekt, gefördert durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration sowie die Stadt Fulda, richtet sich an Familien mit Migrationshintergrund aus dem Stadtgebiet. In wöchentlichen Treffen werden Mütter qualifiziert, um Familien im Integrationsprozess zu unterstützen. Neu ist dabei der verstärkte Fokus auf die politische Bildung.

„Im Jahr 2019 widmen wir uns vermehrt politischen Themen, aber auch Fragen der Erziehung und der Freizeitgestaltung in der Region Fulda sind für die Frauen von Interesse“, fasste Tatyana Hirsch, Leiterin des Mehrgenerationenhauses und Ansprechpartnerin für das Projekt Stadtteilmütter, die inhaltlichen Ziele zusammen. Dementsprechend war es für alle Anwesenden eine große Freude, dass die hessische Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler Margarete Ziegler-Raschdorf bei der Eröffnungsfeier nicht nur ein Grußwort beisteuerte, sondern auch zu intensiven Gesprächen und Diskussionen bereitstand.

Und um zu beweisen, was die Stadtteilmütter alles zu leisten im Stande sind, waren sie auch maßgeblich an der Vorbereitung und Durchführung der Eröffnungsfeier beteiligt. Es gab neben traditionellen russischen Spezialitäten wie „Borschtsch“ und Pelmeni auch Waffeln für die Kinder und Häppchen für den kleinen Hunger. Zwei somalisch-stämmige Frauen brachten zu diesem Anlass selbstgebackene Gerichte aus ihrer Heimatküche mit.

Da das Stadtteilmütter-Projekt auch immer die Förderung von Sprachkompetenzen zu seinen Kernthemen zählt, war schnell eine Idee gefunden, wie die restlichen Räume der Wohnung gestaltet werden können – durch einen eigenen Leseclub für den Aschenberg. Zusammen mit ihrem Kooperationspartner, der Bonifatius-Grundschule, hat das Mehrgenerationenhaus am Aschenberg daher mithilfe ehrenamtlich engagierter Stadtteilbewohner einen Ort der Entspannung und des Lesens geschaffen. So kann die neu gewonnene Leselust auch gleich wieder in die Familien hineingetragen werden, ein sich selbst verstärkender Effekt, der von den Stadtteilmüttern eng begleitet wird.

Die Leseclubs sind eine bundesweite Initiative der Stiftung Lesen und stehen unter dem Motto „Mit Freu(n)den lesen“. In den Leseclubs erhalten die Kinder besonders niedrigschwellige Zugänge zum Lesen und können in ihrer Freizeit und ganz ohne Notendruck ihre Lesemotivation steigern. „Das Lesen ist in einer sich immer schneller entwickelnden Wissensgesellschaft die Grundvoraussetzung, um nicht den Anschluss zu verlieren“, so Sebastian Claaßen, Mitarbeiter der AWO und einer der Verantwortlichen des „Leseclubs“. Wolfram Latsch, Geschäftsführer des AWO Kreisverbandes Fulda, ergänzt: „Wir freuen uns darauf, hier in diesen Räumen mit neuen Ansätzen dieser Tatsache Rechnung zu tragen.“