Einkehren, übernachten, etwas erleben – Gersfeld hat einiges zu bieten und das zeigt die Kleinstadt auch. Fünf Unternehmen haben sich in diesem Jahr für den Hessischen Gründerpreis beworben und ihre Vorstellungen einer fachkundigen Jury präsentiert. Unter den Teilnehmern sind die Rhönreiter aus Gichenbach, Pension und Seminarhaus Weinig aus Gersfeld, die Eisheiligen aus Hettenhausen, der Genussgasthof Fuldaquelle aus Obernausen sowie Steffen Dietrich mit seinem digitalen Freizeitführer Rhöner Heimat. „Das macht einen wirklich stolz“, hob Gersfelds Bürgermeister Steffen Korell hervor: „Es freut mich sehr, dass Gersfeld bei dem Wettbewerb so überproportional vertreten ist. Und das, obwohl wir mitten in der Rhön mit Hanglage, Landschafts- und Wasserschutzgebieten sicherlich keine optimalen Rahmenbedingungen für Gewerbe bieten.“
Zwei Bewerber, die Eisheiligen und der Genussgasthof Fuldaquelle, haben es ins Halbfinale des Wettbewerbs geschafft. „Natürlich sind wir da ganz besonders stolz“, sagte Eisheiligen-Inhaber Michél Günther. Als Erfolgsrezept nannte er Nachhaltigkeit, Regionalität und Natürlichkeit. Günther setze bei seinen Eisspezialitäten auf Zutaten, die frei von künstlichen Zusatz-, Aroma- und Farbstoffen sowie Geschmacksverstärkern sind. „Damit wollen wir ein Stück weit Vorbild sein“, erklärte der Unternehmer: „Nachhaltigkeit ist mehr als ein Trend. Es ist eine Bewegung die stattfindet.“ Um Nachhaltigkeit geht es auch Thomas Brell, seit 40 Jahren Gastronom mit Leidenschaft. Im Sommer 2015 übernahm er den Gasthof Fuldaquelle von seinen Eltern, renovierte ihn umfangreich und eröffnete ihn schließlich als Genussgasthof wieder. Auch sein eigener Sohn Oliver Brell ist schon fest im Unternehmen mit dabei. „Unser Konzept ist es, nicht nur Regionalität und Rhöner Charme auf den Teller zu bringen, sondern die Gäste von Check-In bis Check-Out die Rhön erleben zu lassen“, erklärte Oliver Brell.
Mit diesem Konzept konnte Familie Brell beim Hessischen Gründerpreis punkten, der neben den Kategorien Innovative Geschäftsidee, Gesellschaftliche Wirkung und Gründungen aus der Hochschule auch die Kategorie Zukunftsfähige Nachfolge wertet. Insgesamt haben sich rund 150 Unternehmer beworben – fünf davon kommen aus Gersfeld. „In Gersfeld gab es bei gerade einmal 5500 Einwohnern gleich fünf Bewerber. Vergleichsweise hätte Frankfurt über 700 Bewerbungen einreichen müssen. Dabei hatten sie gerade einmal 30 Stück“, machte Martin Brust, Ansprechpartner für die Presse bei Hessischer Gründerpreis deutlich. Zugelassen sind alle Bewerber, die ihren Hauptsitz in Hessen haben, nicht länger als fünf Jahre auf dem Markt sind und deren Gründer von dem Unternehmen leben können. „Aus allen Bewerbern werden dann 48 für das Halbfinale herausgefiltert“, erklärte Brust. In jeder Kategorie werden drei Finalisten geehrt und am 1. November in Wetzlar mit dem Hessischen Gründerpreis ausgezeichnet. Für die Eisheiligen aus Hettenhausen und den Genussgasthof Fuldaquelle aus Obernhausen bleibt es also spannend.
