Zum Song „Break the Chain“ (Spreng die Ketten) wurde gemeinsam eine Choreografie einstudiert und dann konnte es auch gleich losgehen, denn an dem Tag gab es nicht etwa lange Reden, sondern vielmehr ging es ums Tanzen. Anna Feuerstein und Britta Stark erklärten die Schritte und nach einer kleinen Aufwärmrunde wurde direkt die Musik aufgedreht. So bekamen auch drum herum etliche Passanten mit, was auf dem Uniplatz passiert. Viele blieben spontan stehen und machten einfach mit. Im Laufe der Aktion kamen immer mehr dazu, schnell füllte sich der Uniplatz.
Bei „One Billion Rising“ handelt es sich um eine weltweite Kampagne für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen und für Gleichstellung. Initiiert wurde das Ganze 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler. Organisiert wurde die Aktion in Fulda vom „Runden Tisch gegen häusliche und sexualisierte Gewalt“. Über die zahlreichen Teilnehmer freute sich auch Fuldas stellvertretende Frauenbeauftragte Coriena Krönung. Wie sie erzählte, wird laut UN-Statistik weltweit eine von drei Frauen Opfer von Gewalt. Dabei ging es nicht immer nur um Gewalt auf der Straße, sondern oftmals seien die Täter der eigene Mann, Vater oder Bekannte. „One Billion Rising ist ein globaler Streik, ein Akt weltweiter Solidarität und ein Ausdruck des Kampfs“, betonte Krönung. Immerhin würden sich mit dem Tanz gleichzeitig Menschen aus mehr als 90 Ländern verbinden.
Mittendrin tanzten unter anderem auch Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld sowie die Grünen-Landtagsabgeordnete Silvia Brünnel. Denn neben etlichen Frauen setzten auch ein paar Männer ein Zeichen und machten mit. „Es ist hier der richtige Ort und durch das Tanzen die richtige Form, Aufmerksamkeit zu schaffen“, sagte Wingenfeld und fügte an: „Durch den Tag kann man einen wichtigen Impuls setzen.“ Denn in der Gesellschaft sei vor allem die häusliche Gewalt ein großes Problem, dem entgegengewirkt werden müsse. Mit dabei waren auch einige Kinder der Adolf-von-Dalberg-Schule und eine Mädchen-Gruppe der Lüdertalschule aus Großenlüder. Tanzpädagogin Anke Grosch war mit den Mädchen aus Großenlüder vor Ort. In der Schule haben sie eine AG gegründet und sich dort mit dem Thema Gewalt auseinandergesetzt. Sie wollten vor allem ein Zeichen gegen Genitalverstümmelung setzen.
