Lokales FD 15.02.2019

Galeria Kaufhof schließt seine Lebensmittelabteilung – „Sehr schade“

Fulda (eg) – Die Lebensmittelabteilung von Galeria Kaufhof soll geschlossen werden. Diese Nachricht gab das Kaufhaus jetzt in einer Pressemitteilung bekannt. Im Rahmen eines bundesweiten Sanierungskonzeptes sollen Kosten gespart und Galeria Kaufhof strukturell neu aufgestellt werden. Die Lebensmittelabteilung in Fulda arbeite dafür nicht wirtschaftlich genug – zum Leidwesen vieler Bürger: Denn gerade unter Gourmetliebhabern ist Galeria Kaufhof bekannt und beliebt.

Archivfoto: Melina Stock

Die Schließung ist Teil eines bundesweiten Sanierungskonzeptes: Nach der Fusion des Warenhauskonzerns von Karstadt und Galeria Kaufhof hat die Geschäftsführung ein neues Sanierungskonzept für Galeria Kaufhof erarbeitet. Nachdem nicht nur das Weihnachtsgeschäft, sondern auch der Online-Handel erheblich zurückgegangen waren, müssen die Kosten der Galeria Kaufhof laut Pressemeldung nun auf ein wettbewerbsfähiges Niveau gesenkt werden. Somit sollen Gastronomie und Lebensmittel des Warenhauses strukturell neu aufgestellt werden. „Die defizitären Lebensmittelabteilungen in Fulda und Düsseldorf-Wehrhahn werden geschlossen“, heißt es in der Pressemitteilung. Wann die Abteilung geschlossen wird und wie die freien 650 Quadratmeter anschließend genutzt werden, ist derzeit noch nicht bekannt.

Der Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld bedauert die angekündigte Schließung der Lebensmittelabteilung in der Galeria Kaufhof: „Damit geht eine Institution in der Fuldaer Geschäftswelt verloren, die immer für Qualität stand“, sagt Wingenfeld. Er erinnere sich noch gut, wie ihn als Kind in den 70er Jahren in der Lebensmittelabteilung des damaligen Kaufhauses Kerber das Aquarium mit den lebenden Forellen fasziniert habe. „Ich hoffe, dass sich künftig wieder ein weiteres Lebensmittelangebot in der Innenstadt etablieren kann, schließlich wollen immer mehr Menschen in der Innenstadt wohnen und die sind auch an fußläufig erreichbaren Einkaufsmöglichkeiten für Waren des täglichen Bedarfs interessiert“, hebt Wingenfeld hervor.

Ebenso bedauert Reginald Bukel, Vorsitzender des City Marketings Fulda, die Schließung: „Die Lebensmittelabteilung in der Galeria Kaufhof kennt jeder. Dass diese nun schließt, ist sehr schade“, sagt er: „Gerade für alle, die in der Innenstadt leben und nicht mehr so mobil sind, fällt damit eine wichtige Einkaufsmöglichkeit weg.“ Bukel betont allerdings auch, dass der Lebensmittelverkauf im Untergeschoss der Galeria Kaufhof nicht mit dem eines Discounters verglichen werden könne: „Das war immer eine Spezialabteilung mit außergewöhnlichen und besonderen Produkten für Gourmetliebhaber“, erklärte er: „Ihren alltäglichen Bedarf kaufen die Fuldaer schon immer woanders.“ Doch die Supermärkte verschwinden immer mehr aus der Innenstadt. Stattdessen ziehen sie auf die grüne Wiese, an den Stadtrand oder in die Vororte – ein Trend, der mit den Jahren immer häufiger beobachtet werden könne: „Mittlerweile gibt es im Kern von Fulda so gut wie keine Supermärkte mehr. Das ist der Wandel der Zeit“, bedauert Bukel. Wer allerdings seine Lebensmittel außerhalb der Innenstadt kauft, fährt nicht extra ins Zentrum von Fulda, um dort Spezialartikel zu kaufen – zum Leidwesen der Lebensmittelabteilung von Galeria Kaufhof.