Insgesamt 93 Schüler des Bildungsunternehmens Dr. Jordan in Fulda haben im vergangenen Jahr beim großen Life-Malwettbewerb unter dem Motto „Goldener Scheckenfalter“ mitgemacht. Ob mit Wasserfarben, Filzstiften, Buntstiften oder als Collage – die Grund- und Realschüler haben ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und vielfältige Techniken gewählt. Einige der Kunstwerke sind nun in einem Kalender für das Jahr 2020 abgedruckt worden. Neben farbenfrohen Bildern enthält dieser auch viele Informationen über den Goldenen Scheckenfalter und das Life-Projekt.
Das Life-Projekt (L'Instrument Financier pour l'Environnement) wurde 1992 ins Leben gerufen und ist das einzige EU-Förderprogramm, das ausschließlich Umweltschutzbelange unterstützt. „In der Rhön gibt es das Life-Projekt seit 2016“, erklärt Ulla Heckart, im Life-Team für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Anlass war der Rückgang der typischen Bergwiesen und der damit verbundenen Artenvielfalt. „Die Idee des Projektes ist es, Bergflächen für Pflanzen und Tiere offen zu halten und auf diesem Weg die natürlichen Lebensräume zu erhalten“, so Heckart.“ Unter der Trägerschaft des Landkreises Fulda steht für den Zeitraum von sechs Jahren insgesamt eine Fördersummen von 6,5 Millionen Euro zur Verfügung, die zu 60 Prozent durch die Europäische Union und zu 40 Prozent durch das Land Hessen gefördert wird.
Im vergangenen Jahr wurde dann passend zum Life-Projekt der Malwettbewerb ins Leben gerufen, der unter dem Thema „Goldener Scheckenfalter“ stand. „Der Goldene Scheckenfalter ist eine der Ziel-Arten des Life-Projekts, da er nur noch an ganz wenigen Standorten, zum Beispiel im Roten Moor, vorkommt“, erklärt Heckart. Um den Bestand des deutschlandweit bedrohten Falters zu stärken, sollen mit dem Life-Projekt insgesamt 65 Hektar Lebensraum neu geschaffen werden. „Dazu werden zum Beispiel Futterpflanzen gesät oder Büsche zurückgeschnitten“, erklärt Heckart.
Somit sieht der Kalender nicht nur schön aus, sondern soll die Menschen auch für den Naturschutz begeistern. Daher wurde auch bei der Herstellung des Kalenders darauf geachtet, Ressourcen zu sparen. So sind die Kalenderblätter beidseitig bedruckt und der Kalender wird zum Monatswechsel umgedreht. Außerdem besteht ein Teil des Kalenders aus „Graspapier“, also Papier, das zur Hälfte aus Heu besteht und für dessen Herstellung weniger Wasser benötigt wird.
Gelingen konnte das Projekt dank einer intensiven Zusammenarbeit zwischen den Schülern und Lehrern des Bildungsunternehmens Dr. Jordan, dem Schmetterlingsexperten Benno von Blanckenhagen, dem Life-Team im Biosphärenreservat und der Firma „creart“. Erhältlich ist der Kalender gegen eine Spende für die Jugendarbeit im Biosphärenreservat im Groenhoff-Haus auf der Wasserkuppe sowie im Landratsamt Fulda in der Wörthstraße.
