Mit dem Entzünden und Weitergeben des Friedenslichts wird an die Weihnachtsbotschaft „Friede auf Erden“ und den Auftrag, den Frieden zu verwirklichen, erinnert. Unter diesem Zeichen stand auch der Wortgottesdienst, der gemeinsam von Pfarrerin Anke Mölleken (evangelische Lutherkirche Fulda) und dem DPSG-Diözesankuraten Bruder Pascal Sommerstorfer gehalten wurde. „Schön, dass Sie und Ihr alle da seid“, sagte Mölleken, die in den vollbesetzten Dom schaute. Menschen aus Fulda, aber auch darüber hinaus aus Meinigen, Bischofsheim, Ebsdorfergrund, Gießen, Laubach, Alsfeld und Büdingen waren gekommen. Mölleken und Bruder Pascal erzählten von ihren ganz eigenen mutigen Taten. „Ich war einmal auf der Reise durch Italien mit einer Gruppe, als uns plötzlich auf der Autobahn der Reifen platzte“, so Bruder Pascal, der die gesamte Gruppe rettete: „Im Nachhinein habe ich mich selbst über meinen Mut gewundert.“
Auch in ihrer Predigt, die sich auf die Geschichte von „David gegen Goliath“ bezog, ging Mölleken auf das Thema Mut ein. Für einen Adventsgottesdienst sei es sicher untypisch über Krieg zu sprechen, doch auch heute noch würden Menschen gegeneinander kämpfen. „Frieden unter uns ist unbezahlbar“, betonte Mölleken. Dazu müsse jeder einzelne Mensch seinen Beitrag leisten. „Um uns für Frieden einzusetzen, brauchen wir Mut“, so die Pfarrerin. Dabei gehe es darum, sich um andere zu kümmern, Probleme zu erkennen und Lösungen zu suchen sowie auf seine eigenen Talente zu vertrauen. Das Licht sei eine Erinnerung an den Frieden, aber zaubere diesen auch nicht herbei. Umso wichtiger sei es, mutig für diesen einzustehen.
Das Friedenslicht haben in diesem Jahr Hannah Erhard und Mathis Jakobi vom Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder sowie Heike Müller (Stamm Funkenflug Niederdorfelden) und Moritz Brandt (Stamm Witta Witzenhausen) von der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg von Wien nach Fulda gebracht. Am Donnerstag hatten sie sich auf den Weg gemacht, um das Licht am Samstag bei einer Aussendungsfeier mit Pfadfindern aus ganz Europa entgegenzunehmen. Im Dom erzählten sie am Sonntag von ihrer Reise. Ein besonderer Moment sei unter anderem gewesen, als sie das Licht entzündeten und dieses mitnahmen. Sonntagfrüh war ihre erste Haltestation um 5.20 Uhr in Rosenheim. Ein älterer Herr hatte dort gewartet und mit einem Strahlen im Gesicht das Licht mit nach Hause genommen. Gegen Ende der Feier gingen die Pfadfinder durch den Dom und streckten ihre Lichter den anderen Besuchern entgegen. Jeder der wollte, konnte sich sein Licht entzünden und dieses nun weitergeben.
Die Kollekte geht in diesem Jahr an das Projekt „I love hope“ in Johannesburg (Südafrika). Pfarrerin Mölleken war dort nach ihrer Schulzeit und setzt sich auch heute noch dafür ein, dass Waisenkinder an Pflegeeltern vermittelt werden. Musikalisch umrahmt wurde die Aussendungsfeier durch die Gitarren Gruppe aus Thalau.
