Absolut menschenverachtend war vor allem der Liveticker-Eintrag „Ginsheims Abwehr schwimmt wie die Flüchtlinge vor Lampedusa“. Noch während des Spiels sorgte der Ticker für viele Diskussionen und Entsetzen, kurz nach dem Spiel war der Liveticker von der Plattform fußball.de dann auch schon wieder entfernt. Der VfB Ginsheim hat sich schnell zu Wort gemeldet und schreibt in einer Stellungnahme: „Diese Kommentare sind nicht nur persönlich verachtend gegen Spieler und Trainer unseres Teams, sondern auch im höchsten Maße rassistisch. Der Vorstand des VfB Ginsheim distanziert sich von diesen Äußerungen und wird alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um diesen *Erik* zur Verantwortung zu ziehen“. Mittlerweile hat der Verein dem Hessischen Fußball-Verband die Kommentare bereits übermittelt.
Noch auf der Pressekonferenz nach dem Spiel platzte VfB-Coach Artur Lemm der Kragen: „Ich habe mir zehn Minuten überlegt, ich hatte ja die Zeit, mir die Gedanken zu machen. Jeder kann ja mal auf Fußball.de gehen, ich denke mal, das wird jetzt schnell gelöscht. Ich habe aber Screenshots davon gemacht von dem Liveticker gemacht, der von Griesheimer Seite kam, wer auch immer dieser ‚Erik‘ ist“, sagte Lemm, der danach zivilrechtliche Konsequenzen ankündigte: „Man kann das ja schreiben wie man will, man kann auch mich angehen, das ist mir eigentlich egal. Man kann aber nicht schreiben ‚Lemm steckt dem Schiedsrichter 500 Euro zu‘ oder ‚die zwinkern sich gegenseitig zu‘. Solche Dinge stehen da drin. Dagegen werde ich vorgehen, das werde ich melden. Beim Verband oder wo auch immer man diese Dinge meldet, das geht nicht.“ Mittlerweile habe er Strafanzeige gegen unbekannt gestellt, auch sein Gegenüber Richard Hasa distanzierte sich: „Das war peinlich und unter aller Sau“.
Vor allem die rassistische Äußerung des Users könnte jedoch sogar strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, wenn der User ermittelt ist, was über die IP-Adresse geschehen soll. „Das Zweite ist: ‚Ginsheim schwimmt wie die Flüchtlinge vor Lampedusa‘. Da kriege ich eine Gänsehaut, da schwillt mir der Kamm. Das ist das Allerletzte, rassistische Äußerungen im Liveticker zu machen. Wer auch immer das war, kann froh sein, dass er mich heute nicht mehr sieht. Das hat Konsequenzen“, betonte Lemm noch auf der Pressekonferenz. Auch die Viktoria aus Griesheim versuche, herauszubekommen, wer den Liveticker verfasst hat. Ebenfalls ist Klassenleiter Jürgen Radeck eingeschaltet, da die Angriffe im Internet sich auch gegen den Schiedsrichter richteten.
Ob der DFB als Anbieter von fußball.de den Fall nun nachverfolgt und ob die Identität des Users schon ermittelt werden konnte, ist noch unklar. Auch, ob es technische Möglichkeiten gibt oder darüber beraten wird, wie solche Liveticker-Einträge verhindert werden können, ist noch nicht bekannt. Wir haben eine schriftliche Anfrage an den DFB gestellt, aber bisher noch keine Antwort erhalten.
