Das Stiftungskuratorium, so Habermehl, habe sich von dem Projekt schnell überzeugen lassen. Mit der Holzwerkstatt unterstreiche die AWO ihre über Jahrzehnte aufgebaute Kompetenz, junge Menschen mit Startschwierigkeiten auf den regulären Arbeitsmarkt vorzubereiten. Es gebe wohl kaum einen anderen Werkstoff, der bei der Verarbeitung so angenehm und sympathisch sei wie Holz. Die Werkstatt biete somit gute Chancen, die jungen Mitarbeiter mit realen Produktionsabläufen und wichtigen persönlichen Anforderungen wie Qualität und Präzision vertraut zu machen. „Schöner wäre es, wenn alle jungen Menschen ohne solche Hilfestellungen in der Arbeitswelt Fuß fassen könnten. Solange das aber noch nicht so ist, bleiben Angebote wie die Holzwerkstatt oder die seit langem etablierte Fahrradwerkstatt der AWO wichtige Bausteine der sozialen Infrastruktur in Fulda“, meinte Habermehl, der von Edith Bing aus dem Kuratorium der Jubiläumsstiftung der Sparkasse begleitet wurde. Den AWO-Vertretern wünschte er mit einer Baumscheibe „Gut Holz“ und viel Erfolg für den Betrieb der Holzwerkstatt.
„Die Holzwerkstatt ist quasi unser jüngstes Kind“, hatte Bernhard Lindner, Vorsitzender des AWO-Kreisverbands Fulda, bei der Begrüßung der Gäste gesagt. Wolfram Latsch, Geschäftsführer des AWO-Kreisverbands Fulda, führte aus, dass die AWO sich bereits seit vielen Jahren in der Jugendberufshilfe engagiere und dabei festgestellt hätte, dass die Bedarfe sich ändern. Mit der Holzwerkstatt werde ein geschützter Raum geboten, der den Jugendlichen im Projekt „Lohn und Brot“ eine noch strukturiertere Tagesroutine ermöglicht. Einen detaillierten Überblick über die Holzwerkstatt gab Werkstattleiter Tobias Leibold. Der Schreinermeister und Werkstattpädagoge erläuterte den Tagesablauf, die Aufteilung der Räumlichkeiten und die Vorteile des Werkstoffs Holz. Darüber hinaus zeigte er auf, wie wichtig die Bearbeitung „echter“ Aufträge von externen Kunden sei: „Auftragsarbeiten sind ein ganz wichtiger Bestandteil für die Jugendlichen. Sie sehen, es kommt jemand und bezahlt für das was ich gemacht habe Geld – das ist Wertschätzung und Motivation.“ Ziel des Projekts ist, die Jugendlichen fit für eine Ausbildung zu machen. Türöffner dazu sind sich an die Maßnahme anschließende Praktika. Neben der Holzwerkstatt statteten die Gäste auch der direkt daneben befindlichen Fahrradwerkstatt und dem hinter dem Gebäude liegenden Garten, der von den Jugendlichen bewirtschaftet wird, einen Besuch ab.
