Das „Afghan Refugees Movement“ kritisiert nach wie vor die Aufklärungsarbeit sowie Ermittlungen. Daher wurde eine Demonstration organisiert, die am frühen Nachmittag auf dem Bahnhofsvorplatz startete. Nach einer Kundgebung am Universitätsplatz ging es weiter über Nonnengasse, Schlossstraße, Johannes-Dyba-Allee, Wilhemstraße, Kronhofstraße, Langebrückenstraße und Haimbacher Straße zum Münsterfeld und in die Flemingstraße, wo die tödlichen Schüsse am frühen Morgen des 13. April 2018 gefallen waren. Immer wieder riefen die rund 50 Demonstranten „Gerechtigkeit für Matiullah“ und „Stoppt die Polizeigewalt“ als sie durch die Stadt zogen.
Im Münsterfeld wurde dann des Toten gedacht. Neben einem Bild legten die Teilnehmer auch Rosen nieder und stellten Kerzen auf. Zuvor auf dem Uniplatz waren Menschen, die Matiullah kannten und auch extra aus anderen Orten angereiste Teilnehmer zu Wort gekommen. „Ich finde es sehr traurig, was hier passiert ist“, sagte eine Frau aus Frankfurt, die es unbegreiflich findet, wie das Handeln des Polizisten als Notwehr gewertet werden könne. In einem Flugblatt, mit dem das „Afghan Refugees Movement“ zu der Demonstration mit Mahnwache aufgerufen hatte, fordern die Initiatoren eine lückenlose Aufklärung des Falls und von der Stadt die Errichtung eines Denkmal für Matiullah. „Vier Polizisten war es nicht möglich, einen Jugendlichen, ohne ihn zu töten, festzunehmen“, wird in dem Flugblatt kritisiert, dass der Polizist überhaupt zur Waffe griff. Schon in den Tagen nach dem Vorfall hatte die „afghanische Community“ demonstriert und das Handeln der Polizei in Frage gestellt.
Die Ermittlungen gegen den Beamten, der die insgesamt zwölf Schüsse, von denen vier den 19-Jährigen getroffen hatten, abgegeben hatte, waren im Winter eingestellt worden. Es war zu dem Ergebnis gekommen worden, dass der Beamte in Notwehr gehandelt habe. Im März hatte der hr dann ein Video, das die Szenerie vor den Schüssen dokumentiert, zugespielt bekommen und dieses an die Polizei weitergeleitet. Wir Harry Wilke, Sprecher der Fuldaer Staatsanwaltschaft, damals schilderte bestätige das Video genau das, was die Ermittlungen des Landeskriminalamts ergeben hätten. Der hr hatte berichtet, dass auf dem Video zu sehen sei, wie der 19-Jährige die Polizisten mit einem Schlagstock bedroht und attackiert. Kurz nach dem Auftauchen des Videos waren die Ermittlungen dann aber doch wieder aufgenommen worden, um die Personen, die das Video aus einem Auto heraus gedreht hatten, zu vernehmen.
