Im Kreuz herrschte großer Andrang. Der Science Slam – eine Veranstaltung vom „MINTmachClub“ –hat sich mittlerweile fest im Veranstaltungskalender etabliert und war auch dieses Mal schon im Voraus restlos ausverkauft. Durchs Programm führte erneut Lars Ruppel, deutscher Poetry Slam Meister. Ihm stand Wissenschaftsmoderator und Physik-Professor Sasha Skorupka zur Seite. Ruppel stellte ihm dem Publikum als „Oberhirn Fuldas“ vor. „Gehen Sie in sich, versuchen Sie zu spüren und schauen Sie wie schwer ihr Gehirn ist“, sagte Ruppel, der anfügte: „Denn nach der Veranstaltung wird es definitiv schwerer sein.“
Bevor es richtig losging, erklärten die beiden dem Publikum erst nochmal wie der kleine Wettbewerb funktioniert. Jeweils zehn Minuten bekam der Teilnehmer Zeit, um den Zuhörern ein wissenschaftliches Thema, an dem sie arbeiten, zu erläutern. Über die Art der Präsentation entschieden die Teilnehmer selbst. Bewertet wurde das Ganze dann von einer Jury, die aus Gästen aus dem Publikum bestand. Nach jedem Beitrag wurden Punkte vergeben, sodass am Ende ein Gewinner feststand. Im Publikum saßen auch der Fuldaer Adrian Fleck, der gemeinsam mit seiner Schwester Anna bei „Jugend forscht“ Europameister wurde, sowie die Hessischen Gründerpreisträger Jan Herold Müller, Malte Bürger und Johannes Feik. „Fulda ist das Silicon Valley Deutschlands“, scherzte Ruppel.
Vor dem eigentlichen Wettbewerb hatten sich die Moderatoren überlegt, die Stimmung im Saal etwas aufzulockern und brachten sich somit selbst ins Programm ein. Beim Power-Point-Karaoke bekam Skorupka eine zufällige Präsentation vorgelegt, deren Inhalt er vorher nicht kannte. Und so musste er plötzlich zum Thema „Anxiolytika/Sedativa/Hypnotika“ referieren. „Ich nenne es Drogen mit Anspruch“, sagte der leidenschaftliche DJ, der das Thema Angst auf humorvolle und witzige Art darstellte. Und dann ging es los. Nacheinander kamen die Slamer auf die Bühne und unterhielten die Zuhörer. Den Anfang machte Dr. Jaromir Konecny. Der Bioinformatiker aus München sprach über künstliche Intelligenz und seine Kindheit, in der er mit Robotern aufgewachsen ist. Dabei brachte er das Publikum allein mit seinem tschechischen Dialekt das eine oder andere Mal zum Lachen. „Künstlich neuronale Netze sind statistische Optimierungsverfahren, die in großen Datensätzen Muster voneinander unterscheiden können – also Äpfel von Birnen“, meinte Konecny, der anfügte: „Roboter sind keine Menschen. Man sollte sie nicht vermenschlichen. Das hassen sie.“ Außerdem traten die Soziologie-Studentin Fabienne Pastenak aus Darmstadt, der spätere Sieger Tobias Glufke aus Halle, die Diplom VWlerin und BWLerin Andrea Hernsen und Dennis Schulz aus Heidelberg auf.
