Gemeinsam setzten sich die Projektpartner Rübsam WBZ, antonius - netzwerk Mensch und Perspektiva dafür ein, dass Geflüchtete in der Region eine Lebensperspektive und darüber hinaus die Möglichkeit auf eine Arbeitsstelle bekommen – und die Bilanz liest sich sehr positiv: Von insgesamt 287 aufgenommenen Teilnehmern – 240 war die ursprüngliche Zielzahl – ist es 63 gelungen, Arbeit zu finden, elf von ihnen starteten eine Ausbildung, der Rest ein festes Arbeitsverhältnis. „Das klingt bei 287 nicht so viel, aber hinzu kommt die Qualifizierung von 143 Teilnehmern in weiterführende Maßnahmen“, erläuterte Tobias Farnung vom Rübsam Weiterbildungszentrum, dass auch diese Menschen ein großes Stück weitergebracht werden konnten.
Schon im Frühjahr 2016 seien die Verbundpartner auf den Landkreis Fulda zugekommen, der zu diesem Zeitpunkt rund 3000 Zugewanderte zu verzeichnen hatte, wie Ulrich Nesemann vom Fachdienst kommunaler Arbeitsmarkt erklärte: „Heute haben wir ganz andere Rahmenbedingungen“, sagte er und fügte an, dass das Sozialministerium die Region mit diesem Modellprojekt förderte. Über das projektleitende Rübsam WBZ wurde dabei zunächst Kontakt mit dem Landkreis und der Arbeitsagentur aufgenommen, über die Sozialbetreuer dann mit den Flüchtlingen. Die Teilnehmenden waren dann jeweils sechs Monate lang in vier Durchgängen aktiv, auf ein intensives Profiling folgte zuvor aber noch ein fachspezifischer Sprachkurs, denn die Sprache – besonders die Fachsprache mit ihren Begriffen wie Lüsterklemme – sei laut Michael Bien von Perspektiva nach wie vor das größte Problem, gefolgt von der Mobilität, wobei sich die Chefs oft auch kooperativ zeigten: „Einer hat seinen Arbeiter immer an der Bushaltestelle eingesammelt“, berichtete Bien. Er wie auch Michaela Lengsfeld (antonius) und die weiteren Beteiligten konnten in den vergangenen Monaten aber auch selbst etwas lernen, nämlich, „dass es in anderen Ländern unterschiedliche Bildungssysteme gibt. Das musste erstmal ein bisschen abgeglichen werden, das Studium ist nicht eins zu eins vergleichbar“, sprach Nesemann von einer Diskrepanz – und bei Teilnehmern aus insgesamt 24 Ländern war das eine große Herausforderung.
Alle waren sich jedoch in dem Punkt einig, dass die Vernetzung sowie der gegenseitige Austausch sehr gut gewesen sei, was auch Horst Kramer und Christina Fink-Zitzmann von der Arbeitsagentur bestätigen konnten. Dabei wies Kramer auf die Notwendigkeit von Projekten wie „Wohnen – Lernen – Arbeiten“ hin und betonte: „Es fehlt den Arbeitgebern an allen Ecken und Enden, wir brauchen jede Fachkraft“. Wenngleich das Projekt an sich nun beendet ist, wurde doch festgestellt, dass die Ansätze stimmten – und deshalb soll auch in Zukunft zusammengearbeitet werden: „Man tauscht sich weiterhin aus“, sagte Rainer Sippel von antonius - Netzwerk Mensch. Mit dem gelungenen Projekt „Wohnen – Lernen – Arbeiten“, das mit mehr als zwei Millionen Euro gefördert wurde, wurde dafür zumindest eine „Starthilfe“ geschaffen und gute Vorarbeit geleistet.
Im Anschluss fand die feierliche Übergabe der Zertifikate an die Teilnehmer des vierten und letzten Durchgangs statt, neben vielen Arbeitgebern war auch Landrat Bernd Woide anwesend.
