„Wir müssen erst mal noch drei Punkte holen. Das Ganze muss erst mal gesichert werden“, betont TSV-Finanzvorstand Martin Geisendörfer, der keinesfalls den zweiten Schritt vor dem ersten machen möchte. Ähnlich sieht das auch Trainer Marco Lohsse: „Wir haben noch ein schweres Programm vor uns, da müssen wir erst mal sehen, dass wir noch die nötigen Punkte holen, um auch sicher in die Aufstiegsrunde einzuziehen.“ Allerdings haben die Lehnerzer nach der Niederlage von Watzenborn-Steinberg in Fulda und dem Unentschieden von Bayern Alzenau in Neu-Isenburg allerbeste Karten: Sieben Punkte Vorsprung hat der TSV momentan auf die Unterfranken, mit einem Unentschieden in Watzenborn am kommenden Samstag würden die Mittelhessen nicht mehr an den Lehnerzern vorbeiziehen können. „Am besten wir punkten, aber wenn wir gewinnen, wäre das super. Dann wären wir nicht mehr aus die Punkte aus dem Spiel gegen Borussia Fulda angewiesen“, sagt Geisendörfer, der hofft, schon vorzeitig Klarheit zu haben, um dem Gerede nach Wettbewerbsverzerrung vorzugreifen.
Indes laufen die ersten Planungen für die Aufstiegsrunde ganz langsam an: „Das werden wir vorsichtig anstoßen, aber wir haben ja auch noch über drei Wochen Zeit“, sagt Geisendörfer, der einen Umzug ins Stadion für das erste Aufstiegsrundenspiel am Donnerstag, 31. Mai (14 Uhr) ausschließt: „Es wird auf jeden Fall in Lehnerz gespielt.“ Der Gegner steht auch schon fest: Da Kaiserslautern II wegen des Abstiegs der Profis nicht aufsteigen darf, ginge es gegen den letztjährigen Regionalliga-Absteiger FK Pirmasens. „Mit dem Gegner haben wir uns aber noch nicht auseinandergesetzt“, erklärt Geisendörfer, während Lohsse verrät: „Pirmasens spielt am Wochenende gegen Homburg, da werde ich einen Bekannten zum Beobachten hinschicken.“ Der zweite Gegner wäre nach dem aktuellen Stand der FC Villingen, der mittlerweile vier Punkte Vorsprung auf Freiberg und fünf auf Bissingen hat. Dennoch betont Lohsse: „Wir müssen uns erst mal auf die Sachen konzentrieren, die wir in der Hand haben. Wir haben natürlich eine gute Ausgangslage und alles selbst in der Hand. Die Relegation wäre natürlich jetzt das i-Tüpfelchen auf eine tolle Saison.“
Im Hintergrund laufen auch die Planungen für die SG Barockstadt auf Hochtouren, Einzelheiten will Geisendörfer aber weiterhin nicht nennen: „Wir geben unsere endgültige Entscheidung bekannt, danach die komplette Kaderplanung, wenn wir einen Trainer verpflichtet haben.“ Allerdings scheint die Wunschlösung Daniel Steuernagel nicht mehr machbar zu sein: Der 38-Jährige soll nach einem Bericht der Offenbach-Post abgesagt haben und gilt bei Kickers Offenbach als Topfavorit auf den Trainerposten. „Wir werden keinerlei Namen kommentieren, egal was momentan alles so geschrieben wird“, unterstreicht Geisendörfer, der laut Lohsse ein „sehr gutes Gespräch“ mit dem aktuellen TSV-Coach geführt habe. „Außerdem haben wir einen erfolgreichen Trainer. Man muss das große Ganze sehen“, sagt auch Geisendörfer.
Steuernagel wiederum betont: „Dass ich der SG Barockstadt abgesagt habe, kann ich nicht bestätigen. Man muss immer sehen, ob das alles zu dem passt, was man möchte. Ich würde aber im Vorfeld nie etwas ausschließen, sonst hätte ich mit den Verantwortlichen gar nicht gesprochen.“ Der 38-Jährige, der als Freund vollprofessioneller Strukturen gilt, kann sich ein Engagement in Osthessen weiterhin vorstellen, hält den aktuellen Weg der Verantwortlichen allerdings für richtig: „Man muss immer sehen, was man für Spieler hat. Wenn die alle arbeiten, braucht man vormittags kein Training anzusetzen. Das ist absolut sinnvoll, dass die SG Barockstadt erst mal auf diese semiprofessionellen Strukturen setzt.“ Eine Entscheidung soll in den nächsten Tagen fallen, ursprünglich hatten die Verantwortlichen sich zum Ziel gesetzt, bis Ende April einen neuen Trainer bekanntzugeben.
