„Ich möchte versuchen, die Menschen so aufzuklären, dass sie die richtige Entscheidung treffen können und sich nicht fehlleiten lassen“, machte die Neurochirurgin im Vorfeld deutlich. In familiärem Rahmen in der Dr. Al-Hami International Academy referierte David zunächst kurz über die Volkskrankheit Rückenschmerzen, die Diagnosestellung und die Behandlungsmöglichkeiten, bevor sie in einer Art Checkliste Anhaltspunkte dafür lieferte, wann eine Operation zu früh oder zu spät ist. Im Anschluss hatten die Besucher die Möglichkeit Fragen zu stellen. „Ab wann sollte man das machen?“, wollte einer der Zuhörer in Bezug auf Versteifungen wissen. Ein anderer Mann trug seine Diagnose vor und fragte, wie er jetzt weiter vorgehen solle, woraufhin David gemeinsam mit ihm den zuvor präsentierten Leitfaden zur guten Entscheidung durchging.
„Rückenschmerzen ist die zweithäufigste Einzeldiagnose für Krankschreibungen“, zeigte David auf, dass es sich um eine Erkrankung handelt, die viele betrifft. Deutlich wurde das auch im Publikum, das von der Altersstruktur gemischt war. Auf keinen Fall dürfe allerdings pauschalisiert werden, denn so wie jeder Mensch einzigartig sei, seien auch der Schmerz und die Ursachen dafür bei jedem anders. Eine gute Grundlage für eine richtige Entscheidung bilde der Dreiklang aus Diagnose, Stadieneinteilung und leitlinienangepasster Therapie. Die Diagnose sollte zügig und nach körperlicher Untersuchung und dem Einsatz bildgebender Verfahren erfolgen. Bei den Stadien werde zwischen akuten Schmerzen (bis sechs Wochen), subakuten Schmerzen (sechs bis zwölf Wochen) und chronischen Schmerzen (ab zwölf Wochen oder an mehr als der Hälfte der Tag in einem Jahr) unterschieden. Hat ein Patient noch keine Lähmungserscheinungen sollte nicht operiert werden, ohne vorher konservative Behandlungsmethoden ausprobiert zu haben. Zu spät für eine Operation, die echte Verbesserungen bringt, könne es sein, wenn die chronischen Schmerzen bereits seit Jahren anhalten und dadurch im Gehirn verankert sind und wenn Lähmungen schon länger anhalten. Neben der Orientierung anhand des Pakets „Diagnose, Stadium, leitlinienangepasste Therapie“ riet David zur Einholung einer Zweit- oder auch Drittmeinung und zum Vertrauen auf das Bauchgefühl, ob man sich gut aufgehoben fühlt. „Der Arzt hat Ihnen das richtig zu erklären“, appellierte die Neurochirurgin, beim Arzt nachzufragen, bis Befund, Bilder und Behandlungsmöglichkeiten verstanden sind, und nicht auf „Dr. Google“ oder die Nachbarn zu hören.
