Sich in rund anderthalb Minuten ein komplettes Rommeblatt einprägen und direkt im Anschluss die Reihenfolge der 52 Karten widergeben – dass das geht, zeigte Konrad zu Beginn seines Vortrags und erntete dafür viel Applaus. „Ich habe nicht entdeckt, dass ich das kann, ich habe das gelernt“, machte er deutlich, dass Gedächtnissport genauso trainiert werden muss wie andere Sportarten. Die Feststellung, dass Menschen so etwas lernen können, habe ihn dann zur Hirnforschung gebracht, schilderte der Informatiker und Physiker. Mit viel Witz und unter Einbeziehung seiner Zuhörer schlug er den Bogen vom Gedächtnissport über die Funktionsweise des Gehirns bis zur Künstlichen Intelligenz. Dabei brachte er viele anschauliche und gut verständliche Beispiele, wie die aneinandergehaltenen Fäuste, die ein grobes und auch im Maßstab halbwegs stimmiges Modell des Gehirns sein können, gefaltete Hände für das Knüpfen neuer Verbindungen oder den Gürtel, den der Träger nur spürt, wenn er sich darauf konzentriert, weil der Thalamus das Signal der Nerven sonst rausfiltert. Anhand eines Blicks auf die Evolution verdeutlichte Konrad, wie die Zeiträume zwischen Entwicklungsschritten immer kleiner wurden und stellte die Frage in den Raum, wie Technik das Denken und Verhalten der Menschen verändere, denn dass sie es verändere sei unbestritten.
Im Vorfeld des Vortrags hatte Zeitsprung-Vorsitzender Simon Weber die Gäste begrüßt und auf die Messe am Freitag und das 20-jährige Zeitsprung-Jubiläum im August verwiesen. In einem Grußwort sagte Professor Dr. Steven Lambeck, Vizepräsident für Forschung und Entwicklung der Hochschule Fulda: „Wir sind sehr froh, dass sich die fibit hier etabliert hat am Standort Hochschule.“ Die IT-Messe findet in diesem Jahr zum zwölften Mal statt und zum fünften Mal auf dem Campus der Hochschule Fulda. Durch den Abend, der auch genügend Zeit zum Netzwerken bot, führte Moderatorin Valentina Siemens. Die fibit öffnet am Freitag von 10 bis 18 Uhr in Halle 8 ihre Türen für die Öffentlichkeit. Neben den Ständen zahlreicher Unternehmen, die vorwiegend aus der Region kommen, warten auch verschiedene Vorträge zu ganz unterschiedlichen Themen auf die Besucher.
