Auf dem überdachten Teil des Schulhofs der Winfriedschule hatten Unternehmen, Institutionen und Bildungsanbieter wie die Hochschule Fulda und das Bildungsunternehmen Dr. Jordan ihre Stände aufgebaut. Dort konnten die Schüler und Eltern mit den Mitarbeitern und vor allem den dual Studierenden ins Gespräch kommen, sich über die Karrieremöglichkeiten und den Alltag im Betrieb informieren – alles direkt aus erster Hand. Dazu gab es ein vielfältiges Vortragsangebot. Die Agentur für Arbeit, Karriereberater der Bundeswehr, die Hessische Finanzverwaltung und verschiedene Unternehmen zeigten ganz verschiedene Karrierewege auf. „Individuell und praxisnah: Duale Studienangebote der Privaten Berufsakademie Fulda“ und „Dual studieren an der Hochschule Fulda, Studium um Praxis clever kombinieren“ lauteten die Titel von Vorträgen der Berufsakademie Fulda und der Hochschule Fulda. R+S stellte einen Bewerbungsknigge vor und in anderen Vorträgen wurden Personalauswahlverfahren und Assessmentcenter thematisiert.
„Das Forum ist ein Spiegelbild eines funktionierenden Netzwerks hier vor Ort“, sagte Armin Gerbeth von der IHK Fulda. OloV steht für Optimierung lokaler Vermittlungsarbeit im Übergang Schule-Beruf. Im Rahmen der hessenweiten Strategie arbeiten Institutionen wie Schulen, Schulamt, Landkreis, Kommunen und natürlich die Agentur für Arbeit eng zusammen. „Das OloV-Netzwerk in unserer Region funktioniert sehr gut und das seit Jahren“, lobte auch Ulrich Nesemann, OloV-Koordinator beim Landkreis Fulda. Ziel sei es unter anderem, die Vielzahl der Möglichkeiten aufzuzeigen. „Das Leben besteht nicht nur aus Studium“, unterstrich Nesemann, dass auch für Abiturienten deine Ausbildung immer eine Option sein sollte und es sei wichtig, dass diese Botschaft auch die Eltern erreiche.
Beim dualen Studium werden Elemente von Ausbildung und Studium verbunden. „Was ich am dualen Studium sehr interessant finde, ist die Kombination aus Theorie und Praxis“, meinte auch Christiane Herchenhein, OloV-Koordinatorin der Stadt Fulda. Auch Stephan Schmitt, Leiter des Staatlichen Schulamts Fulda, bezeichnete diese Verknüpfung als „idealen Weg“. Er ist überzeugt, dass das duale Studium in vielen Bereichen eine wachsende Konkurrenz zum herkömmlichen Studium darstellen wird. „Man hat damit gute Chancen, weil einfach mehr Praxis da ist“, sagte Schmitt. „Die jungen Leute haben schon lange die Vorteile eines dualen Studiums erkannt“, meinte Ottokar Schwerd, Teamleiter Berufsberatung bei der Agentur für Arbeit Fulda. Während beim „normalen“ Studium die Zahl der Studienabbrecher zunehme, sei die Quote bei den dual Studierenden gering. „Man stellt fest, dass die Orientierung nicht so stark ist“, schilderte Sven Müller, stellvertretender Schulleiter der Winfriedschule, welche Beobachtung er in der Praxis nehme. Dies könnte auch ein Grund für die Studienabbrüche sein.
