Mit dem Wetter hatten die Verantwortlichen mehr als Glück – drei Tage lange konnte bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen im Schlossgarten gedreht werden. Schon von weitem zog das Set mit seinen großen Aufbauten in bunten Farben und mit viel Schnick-Schnack die Blicke auf sich. Schließlich ging es um eine Märchenshow und da durften typische Utensilien nicht fehlen. Rund eine Woche war das Team inklusive Auf- und Abbau in Fulda, drei Tage lang wurde im Park gedreht. „Es war immer voll und immer toll“, erzählte Autor Sven-Oliver Müller. Lange habe das Team beim Drehort nach Motiven gesucht. „Fulda mit dem barocken Schloss ist spitze. Es ist ein märchenhafter Park mit einer märchenhaften Show“, so Müller.
In Fulda waren an den drei Tagen auch Gaststars wie Guildo Horn, Esther Schweins und Kostja Ullmann zu Gast. „Es ist total toll. Andere machen hier Urlaub“, sagte Ullmann, der zum ersten Mal in Fulda war: „Ich bin total begeistert.“ Ihm habe der Dreh sehr gut gefallen, vor allem, dass daran so viele Familien beteiligt waren. „Die Show selbst hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Es ist alles total liebevoll gemacht“, so der Schauspieler, der im NDR-Film „Das tapfere Schneiderlein“ die Hauptrolle als Schneider David spielte. Dadurch habe er nochmal einen größeren Bezug zu den Märchen bekommen. Während der Arbeiten habe er nicht so viel von der Barockstadt mitbekommen, doch am Freitagnachmittag hatte er frei und nutzte die Gelegenheit, durch Fulda zu schlendern.
Bei der Show selbst sollte natürlich der Spaß nicht zu kurz kommen. So gab es neben Fragerunden auch Actionspiele. Dabei mussten die Kandidaten beispielsweise in ein Taubenkostüm schlüpfen und mit dem Helm ganz nach dem Aschenputtel-Motto „Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen“ Bälle ins Tor befördern. Beim Finale ging es dann darum beim „Fliegenklatschen“ möglichst viele Buchstaben zu sammeln, denn diese halfen dabei, das Lösungswort zu erraten. „Es ist nicht nur eine reine Quizshow“, hob Müller die Besonderheit des Formats hervor: „Hier kann jeder mitmachen und reinschauen.“ Zudem sei die Show darauf ausgelegt, alle Generationen – also Großeltern, Eltern und Kinder – einzubeziehen.
Die Moderation hatte Sven Lorig, bekannt vom ARD-Morgenmagazin, übernommen. „Das Wetter verwöhnt uns. Hier gibt es so viele nette Menschen“, sagte Lorig. Trotz heißer Temperaturen hatte er am Freitagmittag noch richtig gute Laune. Schließlich sei so ein Open-Air-Dreh für ihn einfach nur der „Wahnsinn“. „Es macht total Spaß. Für einen Moderator ist sowas ein Traum“, meinte Lorig. Auch das Format der Sendung, in deren Mittelpunkt die Märchen der Gebrüder Grimm stehen, sei etwas Besonderes. „Ich kann dabei selbst wieder ein kleiner Junge werden und sein“, scherzte Lorig und fügte an: „Ich sehe das Ganze hier wie einen großen Kindergeburtstag. Es ist ja auch eine große Familienshow.“ Als Unterstützer diente während der Show Fuchs „Hurleburlebutz“ – benannt nach einem Märchen der Gebrüder Grimm – der vor allem bei den Kindern gut ankam.
Neben der Show selbst war es für alle Zuschauer von außen auch besonders interessant mit anzusehen, wie die Abläufe an einem Filmset sind: Viele Helfer, die schnell die Kulisse umbauen, Kameramänner, die Anweisungen geben und den Moderator und die Schauspieler in Szene setzen oder Visagistinnen, die in der Maske alle hübsch machen. Wie Müller erzählte, seien viele Passanten stehen geblieben und hätten von weitem das Geschehen beobachtet. „Das Ganze war schon ein Anziehungsmagnet“, so der Autor, der anfügte: „Wir hatten viele tolle Gespräche. Hier wurden alle beim Thema Märchen abgeholt.“ Auch Fuldaer Bürger konnten als Komparsen fungieren und so Teil der Show werden. Sie nahmen auf den Bänken oder Strohballen Platz und schauten sich die Spiele auf der Bühne und im Park an. Dort wurde vor dem zweiten Dreh am Freitag auch nochmal mit den teilnehmenden Familien geprobt. Schließlich musste vorher jeder genau wissen wie er reinlaufen oder wo er sitzen soll.
