Nach einer ersten Station im NATO-Hauptquartier in Brüssel, hatte Silverstone gezielt Point Alpha als weitere Etappe ausgewählt, um den Kadetten Funktion und Auftrag der NATO an einem der ehemaligen Hotspots des Kalten Krieges zu verdeutlichen. Gemeinsam mit Danny Chahbouni, dem wissenschaftlichen Mitarbeiter der Point Alpha Stiftung, wurde ein Programm entwickelt, das sowohl theoretische Lernabschnitte, als auch praktisches Lernen am authentischen Ort kombinierte. So stand am ersten Tag des Aufenthaltes in der Rhön eine ausführliche Begehung der Gedenkstätte auf dem Reiseplan der Gruppe. Während Arndt Macheledt, wissenschaftlicher Volontär der Point Alpha Stiftung, in die historischen Grundlagen des Kalten Krieges einführte und das Grenzregime der DDR anhand des Grenzlehrpfades erklärte, übernahm Danny Chahbouni die militärhistorische Begehung des ehemaligen US-Camps „OP Alpha“.
Damit die Nachwuchsführungskräfte auch in Zukunft sicher mit Begrifflichkeiten wie „Fulda Gap“, „Vorneverteidigung“ oder „vorbedachter Eskalation“ operieren können, hörte die Gruppe im Anschluss einen Vortrag über die „NATO-Doktrinen“ während des Kalten Krieges. Durch das Engagement von Prof. Dr. Dieter Krüger, Militärhistoriker und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Point Alpha Stiftung, konnten in den vergangenen Jahren mehrmals umfangreiche Werke zur Geschichte der Bündnisse und den Operationsplanungen der Bündnisse im Rahmen der „Schriftenreihe Point Alpha“ veröffentlich werden. Die so gewonnenen Erkenntnisse fließen auch regelmäßig in die Bildungsarbeit der Point Alpha Akademie ein.
Nach dem Besuch der Gedenkstätte bekam die Gruppe am zweiten Tag die Chance gemeinsam mit dem amerikanischen Zeitzeugen, Bradley D. Gavle, ehemals Offizier im dritten Schwadron des elften US-Panzeraufklärungsregiments in Bad Hersfeld, eine Grenzwanderung entlang der ehemals innerdeutschen Grenze zu unternehmen. Neben der Besichtigung ehemaliger Sprengschächte stand auch eine Tour zum Wiesenfelder Turm auf der Tagesordnung. Der Wiesenfelder Turm war Führungsstelle der DDR Grenztruppen und ist kann vergangenem Jahr im Zuge geführter Wanderungen besucht werden. Der Abschluss führte die Gruppe nach Fulda, wo neben einem Besuch in Winfried Jägers Blackhorse-Museum eine Führung durch die ehemalige US-Kaserne Downs Barracks auf dem Programm stand. Michael Trost, der als Verbindungsoffizier für die Amerikaner bis zu deren Abzug tätig war, führte die Gruppe durch das ehemalige Kasernengelände und machte auf die großen Anstrengungen zur Konversion des Areals aufmerksam.
Anlässlich ihres Aufenthaltes in Fulda wurde die Gruppe durch Herrn André König vom Büro des Oberbürgermeisters offiziell in der Stadt begrüßt. Nach Ihrer Abreise stehen für die Kadetten weitere Stationen in Berlin und Estland auf dem Programm. Die Zusammenarbeit mit der renommierten Militärakademie in West Point verdeutlicht die internationale Bedeutung, die die Point Alpha Stiftung und Akademie in den letzten Jahren erworben haben und sind gleichsam Ausdruck der engen Verbundenheit, die die Amerikaner nach wie vor zur Region haben.
