Fußball 24.07.2018

Hessenliga stark wie nie – Drei Topfavoriten – HSV backt kleine Brötchen

Osthessen (fs) – Der Saisonstart in der Fußball-Hessenliga steht vor der Tür – und die kommende Spielzeit in Hessens Oberhaus hat es in sich: Mit Hessen Kassel und dem FC Gießen gehen zwei Vollprofimannschaften ins Titelrennen, die von den anderen Vereinen natürlich als Topfavorit genannt werden – aber auch die neue SG Barockstadt Fulda-Lehnerz will ein gehöriges Wörtchen mitreden. Flieden und Hünfeld hingegen kämpfen um den Klassenerhalt.

Markus Gröger (vorne) gehört mit der SG Barockstadt zu den Favoriten. Foto: Christine Görlich

Der FC Gießen – hervorgegangen aus Teutonia Watzenborn-Steinberg und dem VfB Gießen – hat sich mit Alban Lekaj (Hessen Dreieich), Ex-Bundesligaprofi Michael Fink (Hanau 93) sowie dem ehemaligen RW Frankfurt-Toptorjäger Cem Kara (FSV Frankfurt) namhaft verstärkt und den Großteil des Kaders gehalten. Der Etat der Teutonia war schon in der Vorsaison der höchste der Liga und dürfte jetzt nicht kleiner geworden sein, entsprechend ist der FCG für 13 der 17 Teams der Topfavorit auf den Titel. Auch Regionalliga-Absteiger Hessen Kassel, das zwar einen Umbruch hinter sich hat, einen Kern um die Ex-Borussen Sebastian Schmeer und Ingmar Merle sowie Sergej Evljuskin aber halten konnte, will zurück in die Regionalliga. „Beide sind für mich die Topfavoriten, allein aufgrund der Voraussetzungen. Wir haben das Pech, dass in unserer Liga gleich zwei Proficlubs spielen, erst mit einem gewissen Abstand kommen dann die Amateurmannschaften wie wir“, erklärt Alfred Kaminksi. Der Trainer der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, die von den anderen Teams ebenfalls zum Titelfavoriten ernannt wurde, hat durchaus auch den Vorjahres-Vize Bayern Alzenau auf der Rechnung, will in der Favoritenrolle aber vor allem Hessen Kassel und Gießen sehen. „Vielleicht gibt es auch noch eine Überraschungsmannschaft. Wir wollen aber trotz allem das Beste aus der Situation machen, wir haben eine gute Truppe zusammen und müssen uns nicht verstecken. Wir möchten am Ende so viele Spiele wie möglich gewinnen, abgerechnet wird zum Schluss. Weder nach dem ersten, noch nach dem 20. Spieltag, sondern nach dem 32.“, betont Kaminski,

einen Umbruch hinter sich hat der FC Bayern Alzenau, mit Can Özer, Keanu Hagley, Aret Demir, Dominique Jourdan, Christopher Krause, Anthony Wade und Aliu Sawaneh ist die halbe Stammelf gegangen, dafür kam unter anderem Ex-Profi Kreso Ljubicic aus der Schweiz. „Neuaufbau und eine gute Rolle spielen“, benennt FCB-Vorsitzender Andreas Trageser das Saisonziel. Auch der KSV Baunatal hat sich verstärkt und unter anderem Thomas Müller (CSC 03 Kassel) sowie Rolf Sattorov (Ex-Hessen Kassel) verpflichtet, den Nordhessen ist ebenso eine gute Rolle zuzutrauen wie RW Hadamar, das sich nochmals verjüngt hat und den Weggang von Leon Burggraf nach Dortmund über das Kollektiv und einen nochmals verbesserten Jann Bangert auffangen will. Ebenfalls einen einstelligen Tabellenplatz haben sich der FSC Lohfelden und der SC Waldgirmes zum Ziel gesetzt: Lohfelden muss zwar künftig unter anderem auf Tolga Ulusoy (Nöttingen) und Lukas Iksal (Ziel unbekannt) verzichten, hat mit dem 29-jährigen Alfons Noja aber den jüngsten Trainer der Liga verpflichtet, der als großes Trainertalent gilt. Waldgirmes wiederum holte Kouami Edem Dalmeida, der 2016/2017 für die Sportfreunde Seligenstadt 15 Saisontore erzielt hatte.

Gut verstärkt hat sich Aufsteiger FC Eddersheim, der unter anderem Anil Mus (RW Frankfurt) sowie Anthony Wade und Christopher Krause aus Alzenau verpflichten konnte, dazu wurde Toptorjäger Turgay Akbulut (52 Tore in der abgelaufenen Verbandsligasaison) gehalten werden. Aufgerüstet hat auch Türk Gücü Friedberg und unter anderem Younes Bahssou (Borussia Fulda) sowie Sebastian Bartel (Lehnerz) verpflichtet. Für die anderen Teams Griesheim, Ginsheim, Bad Vilbel, Ederbergland oder Neu-Isenburg ist der Klassenerhalt oberste Prämisse – das gilt auch für beiden anderen osthessischen Teams Hünfeld und Flieden: Der Hünfelder SV hat sich mit Sebastian Alles und Daniel Kornagel (beide Borussia Fulda) sowie Andre Vogt und Marcel Dücker (beide Lehnerz) namhaft verstärkt, dennoch mahnt Trainer Dominik Weber zu Bescheidenheit: „Alles andere als der Klassenerhalt wäre vermessen, die Liga ist für viele Spieler Neuland. Wir backen kleine Brötchen und wollen versuchen, von Anfang an so viele Punkte wie möglich zu holen, das Auftaktprogramm hat es aber auch in sich.“

Den Kader halten konnte der SV Buchonia Flieden, mit „Königstransfer“ Kemal Sarvan hat die Buchonia im Zentrum sogar nochmal ein Upgrade erfahren, dazu kamen mit den Youngstern Lukas Hagemann und Mike Weismantel gut ausgebildete Verstärkungen im Offensivbereich – ohnehin hat Flieden mit Fabian Schaub einen der besten Stürmer in seinen Reihen. „Die Liga ist noch stärker geworden als im Vorjahr: Drei, vier Mannschaften spielen um die Aufstiegsplätze, der Rest wird um den Klassenerhalt kämpfen. Wenn man dann beobachtet, welche Mittel Eddersheim oder Türk Gücü Friedberg einsetzt, wird einem angst und bang. Für uns geht es nur um den Klassenerhalt“, betont Trainer Meik Voll, der wohl in der kompletten Saison auf Rechtsverteidiger Jonas Lembach (Kreuzbandriss) verzichten muss.