Lokales 24.01.2018

Haimbacher Neubaugebiet soll „Weiße Stadt“ werden – Einheitliches Bild

Fulda – Von Svenja Müller – Begrünte Flachdächer, gepflegte Vorgärten, helle Fassaden und niedrige Zäune – die Planungen für das neue Baugebiet im Bereich der Merkur- und Fuchsstraße in Haimbach schreiten voran. Die Ideen wurden am Dienstagabend im Rahmen der Sitzung des Fuldaer Bauausschusses im Stadtschloss vorgestellt. Auf der 13 Hektar großen Fläche soll ein Mix aus Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie sozialem Wohnungsbau entstehen.

Stadtbaurat Daniel Schreiner und Bauausschussvorsitzender Walter Krah stellten die Pläne vor. Foto: Svenja Müller

Wie Ausschussvorsitzender Walter Krah erzählte sei das Neubaugebiet in Haimbach bereits seit 2002 Thema.  Nun hat das Büro Scheffler aus Frankfurt den Wettbewerb für die Planung des 13 Hektar großen Gebietes gewonnen. „Das Gelände kann von verschiedenen Investoren bebaut werden“, so Krah. Schließlich gehört die ehemalige Gärtnerei bereits einem Investor. Das Gelände von der DHL wurde von der Stadt Fulda übernommen. Dafür wird DHL nach Lehnerz umziehen. Eine weitere Fläche, die aktuell noch Dritten gehört, soll wenn möglich auch von der Stadt gekauft werden. Vorgesehen sind nach jüngsten Plänen  Ein- und Zweifamilienhäuser entlang der Fuchs- und Merkurstraße. Eine große Fläche ist auch für sozialen Wohnungsbau vorgesehen. „Es sollen überall Flachdächer mit Begrünung gebaut werden“, erzählte Krah. Bei einem Teil der Wohneinheiten sollen Tiefgaragen gebaut werden, ansonsten wird es Parkzonen geben. Die Zufahrt aus Richtung Münsterfeld erfolgt über einen Kreisel. Generell solle eine „Weiße Stadt“ mit einheitlichem Bild entstehen. „Wir wollen keine festen Mauern und Zäune“, so Krah, der anfügte: „Die Vorgärten müssen gepflegt werden.“ Allen Beteiligten sei viel daran gelegen, in diesem Bereich einen eleganten städtischen Charakter zu erreichen. Zudem werde Wert darauf gelegt, auf kleiner Fläche möglichst viele Häuser zu bauen. Insgesamt sollen laut Krah über 300 Wohneinheiten entstehen.

Mit großer Mehrheit stimmten die Anwesenden den Beschlüssen über die Offenlage, über die Ergebnisse der Erstbeteiligung und über die Änderung des Geltungsbereiches zu. Fraktionsübergreifend wurde begrüßt, in diesem Bereich eine Vielzahl an Bauplätzen ausweisen zu können. „Es gibt auch genügend Interessenten aus dem Stadtteil selbst“, erzählte Michael Ruppel von der CDU. Kurzen Diskussionsbedarf gab es noch zum Thema Geschosse. Michael Herrlich (SPD) merkte an, dass die Gebäude nicht zu hoch werden sollten. Wie Stadtbaurat Daniel Schreiner erläuterte, seien lediglich bis zu dreigeschossige Häuser vorgesehen. Mit den Baumaßnahmen könnte wohl frühestens 2019 angefangen werden.

Weiterhin stimmten die Mitglieder dem Aufstellungs- und Offenlegungsbeschluss für das Gebiet „Trätzhof – Am Hinterfeld“ zu. Wie Krah erzählte, wolle dort der Betreiber vom Landhotel am Trätzhof ein neues Bettenhaus bauen. Zusätzlich sollen auf dem Areal neun Bauplätze für Einfamilienhäuser entstehen. „Die Stadt Fulda sieht das positiv“, sagte Krah, der anfügte: „Das ist ein ökologisch verträgliches Baugebiet.“

Viel Informatives zum Thema „Biodiversität“ lieferte Madeleine Bosold von der unteren Naturschutzbehörde der Stadt Fulda den Anwesenden. Grundsätzlich gehe es um die Stabilisierung und den Erhalt von Artenvielfalt in Hessen. „Die Lebensräume werden immer mehr durchschnitten“, erzählte Bosold. Arten würden weit voneinander getrennt werden und im schlimmsten Fall sogar aussterben. „Die Biodiversität ist durch verschiedene Faktoren gefährdet“, so Bosold, die beispielsweise auf Umweltgifte verwies: „Es besteht Handlungsbedarf.“ In Hessen seien daher 2013 Ziele verabschiedet worden. Die Stadt Fulda hat schon einige Fördermaßnahmen vom Land in Anspruch genommen und wird dies auch weiterhin tun. So wurden 2017 beispielsweise 250 Nisthilfen zur Förderung des Gartenrotschwanzes verteilt. In 2018 soll unter anderem eine Feuchtmulde an der Eselswiese bei Bronnzell errichtet werden. Zudem ist ein Projekt zur Förderung der Mehlschwalbe vorgesehen. Wichtige Rückzugsorte für verschiedene Arten seien mittlerweile auch der Schlosspark oder die Fulda Auen geworden.

 

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