Schon von weitem riechen die Passanten den süßen Duft von geschmolzener Schokolade, gemischt mit dem deftigen Geruch von Schinken und Parmesan. Auf der Speisekarte der Crêperie „La Tour Eiffel“ stehen 25 Variationen von süß bis herzhaft. Besonders stolz ist der Inhaber auf seine fünf verschiedenen Teigsorten: „Neben dem normalen Teig und Vollkornteig habe ich laktosefreien, veganen und auf Bestellung sogar glutenfreien Teig“, zählt der Koch auf. Die Idee für sein Geschäft sei Bendi gekommen, als er sich nach außergewöhnlichen Restaurants in Fulda umgesehen habe. „Es ist traurig, dass wir hier so viele verschiedene Nationalitäten haben, aber so wenige Spezialitäten“, sagt der 39-Jährige und ergänzt: „Ich hatte deshalb mehrere Ideen, was an Gastronomie in Fulda fehlt. Ich wollte etwas Neues mit etwas Klassischem kombinieren. Frische Ware, schnell und selbstgemacht, das ist eine Marktlücke.“ Eigentlich habe er ein traditionelles marokkanisches Restaurant eröffnen wollen, da er keine passende Immobilie gefunden habe, schwenkte der Koch auf eine Crêperie um.
Auf nur zehn Quadratmetern hat Bendi sich daraufhin in der Paulipassage selbstständig gemacht. Die engen Platzverhältnisse seines Geschäftes sei für den Besitzer allerdings überhaupt kein Problem. „Es geht nicht um die Größe, sondern darum, was man bietet“, hebt er hervor. Sein Geschäft hat Bendi mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Stolz präsentiert er seine beiden Crêpes-Platten, bunte Streusel, Mini-Marshmallows und etliche Gläser Nutella gehören zu seinen Zutaten. „Es gibt nichts zu verbergen. Ich koche direkt vor den Leuten“, betont der Koch. Außerdem bereite er den größten Teil seiner Produkte selbst zu. Die Wurst kaufe er etwa jeden Tag frisch von einem Schlachthof aus der Region, anschließend verarbeite und würze er diese.
Das Gastronomiehandwerk hat Bendi von seinem Vater gelernt. Dieser sei Inhaber einer Metzgerei und eines Restaurants gewesen, das der gebürtige Marokkaner selbst für fünf Jahre geleitet habe, bevor er vor 14 Jahren nach Deutschland gekommen ist. Dass der 39-Jährige für das Kochen brennt ist offensichtlich: „Es geht beim Essen nicht nur darum den Magen zu füllen, sondern auch darum, etwas Schönes für die Augen zu haben. Essen ist für mich ein Highlight und eine Kunst“, betont Bendi. Doch nicht nur das Kochen ist im Leben des Marokkaners eine Kunst. In seiner Freizeit schafft er als Portraitmaler wahre Meisterwerke, die vor seiner Crêperie aushängen.
