RSS-Feed(Fokus) 07.08.2018

Ab September Kriminaldauerdienst in Osthessen – „Mehr Sicherheit“

Fulda (eg/oz) – Das Polizeipräsidium Osthessen wird ab September nach 17 Jahren Rufbereitschaft wieder über einen eigenen Kriminaldauerdienst verfügen. Zu Gast bei der feierlichen Indienststellung der zwölf Tatortermittler in Fulda am Montagvormittag war unter anderem Hessens Innenminister Peter Beuth, der vor allem die Bedeutung des Kriminaldauerdienstes zur Verbesserung der Sicherheit in der Region hervorhob.

Foto: Christine Görlich

Foto: Christine Görlich

„Nach 17 Jahren Rufbereitschaft hat Fulda wieder einen Kriminaldauerdienst. Das ist ein bedeutendes Ereignis für die Sicherheit der Region“, betonte Günther Voß, Präsident des Polizeipräsidiums Osthessen, bei der Indienststellung in Fulda. Der Kriminaldauerdienst wird seine Arbeit in Räumen unweit der Polizeistation Fulda aufnehmen. Auch Beuth hob hervor: „Durch den Kriminaldauerdienst machen wir einen wichtigen Schritt. Wir nehmen nicht nur Belastung, die durch die Rufbereitschaft entsteht, sondern wir schaffen durch den gezielteren Einsatz von Fachkräften auch die Rahmenbedingungen für eine höhere Berufszufriedenheit und bessere Ermittlungserfolge.“

Todesermittlungen, Brände, Sexual- und Kapitaldelikte – das Aufgabengebiet eines Kriminaldauerdienstes ist groß. Dank der neuen zwölfköpfigen Gruppe sollen zum Beispiel Spuren schneller gesichert oder Verdächtige und Zeugen rascher vernommen werden können. Damit werde die Reaktionsfähigkeit der Polizei in Osthessen gezielt erhöht. Auch Präventiv- und Fahndungsstreifen, DNA-Entnahmen und Vermisstenfälle fallen in den Aufgabenbereich, des KDD, der – wie der Name schon sagt – rund um die Uhr im Einsatz ist und die Kollegen entlasten soll.

Laut Beuth werden bis 2022 mehr als 1500 zusätzliche Polizisten ihren Dienst aufnehmen, damit seien die Weichen für die mit Abstand personalstärkste Polizei aller Zeiten in Hessen gestellt. Schon in diesem Jahr kommen die ersten 140 zusätzlichen Frauen und Männer in die Dienststellen und werden ihre Kollegen gezielt entlasten. Rufbereitschaftsdienste sollen zum großen Teil wegfallen, Alarmierungen und Einsätze bei Sofortmaßnahmen reduzieren sich so auf ein Minimum. Die Polizisten in den Kommissariaten könnten sich dann auf die Ermittlungsführung bei der Neubearbeitung konzentrieren, so der Innenminister.

„Die Einrichtung des Kriminaldauerdienstes ist ein wichtiger Tag für die Polizei und für die Sicherheit in der Region“, meinte auch Bernd Woide, Landrat des Landkreises Fulda, und Oberstaatsanwältin Christina Kreis schilderte: „Der Kriminaldauerdienst ist ein wichtiger Baustein für die bessere kriminale Nachverfolgung. Kompetenz, Erfahrung und Wissen werden komprimiert und erleichtern den ersten Zugriff.“ Insgesamt zwölf Tatortermittler nehmen Anfang September ihren Dienst im Polizeipräsidium Osthessen auf. Um eine breite gemeinsame Wissensbasis zu schaffen, wird das neue Team des Kriminaldauerdienstes in einer Ausbildungsgruppe zurzeit vier Wochen lang auf seine Aufgaben vorbereitet. „Ich freue mich, dass das nötige Personal zur Verfügung gestellt wurde, um im Polizeipräsidium einen Kriminaldauerdienst einzurichten“, so Personalratsvorsitzender Karten Bech.

Außerdem wurden im Rahmen der Feierlichkeiten die mehr als 15 neuen Polizisten, die nach ihrem dreijährigen Studium in der Region in Dienst gestellt werden, begrüßt. Die Frauen und Männer verstärken ab August die Stellen in Hilders, Bad Hersfeld, Schlitz, Petersberg, Alsfeld und Schlitz. Damit gehören sie zu den ersten 140 von insgesamt 1520 zusätzlichen Polizeivollzugsbeamten, die die hessische Polizei personell massiv verstärken. Die Entscheidung der Landesregierung zu dieser Maßnahme sei bereits im Jahr 2014 mit der Verabschiedung des Haushalts gefallen. Bis dahin seien immer so viele Anwärter pro Jahrgang eingestellt worden, wie nötig gewesen seien, um die Ruhestandsversetzungen ausscheidender Kollegen zu kompensieren. Damit sei sichergestellt, dass sich die Anzahl der Polizeivollzugsbeamten in Hessen immer auf einem gleichbleibenden hohen Niveau bewege. Die Zahl habe zwischen 450 und 500 Neueinstellungen gelegen.

Zusätzliches Personal, also Mehreinstellungen über den Ruhestandsbedarf hinaus, werde seit 2015 ausgebildet und das in einer nie dagewesen Zahl. Angesichts neuer sicherheitspolitischer Herausforderungen rüste sich die Polizei personell besser im Kampf gegen Terror, organisierte Kriminalität und Cyberattacken. Außerdem bekämen die Kollegen landesweit in den Dienststellen Verstärkung. 2015 nahmen 140 zusätzliche Anwärter ihr Studium auf. 300 weitere kamen bei den Einstellungen in 2016 hinzu. Im Jahr 2017 wurde mit 1160 Polizeikommissaranwärtern der größte Ausbildungsjahrgang aller Zeiten eingestellt und mit 570 neuen Stellen die hessische Polizei massiv gestärkt.

Mit dem Doppelhaushalt 2018/2019 führt die Landesregierung ihre Politik für eine sichere Zukunft konsequent fort. Für 2018 werden noch einmal 270 und im Jahr 2019 weitere 240 zusätzliche Stellen für die Einstellung von Polizeikommissaranwärtern geschaffen. damit wird die hessische Polizei nach der jeweils dreijährigen Ausbildung im Jahr 2022 über rund 15290 Polizeivollzugsstellen verfügen, so viele wie nie zuvor. Aktuell gehören zur osthessischen Polizei rund 1000 Mitarbeiter. Mit insgesamt 71 Stellen im Jahr 2018 werden zudem die Fach- und Verwaltungsdienste der Sicherheitsbehörden gestärkt. Dazu kommen weitere 25 Stellen für den Betrieb einer Abschiebungshafteinrichtung.

Indienststellung des Kriminaldauerdiensts. Fotos: Christine Görlich