„Wir haben am Sonntag per Email an den HFV den Antrag gestellt, dass am Ende der Runde alle Spiele mit Beteiligung des SC Borussia Fulda gestrichen werden“, erklärt Alzenaus Vorstandsvorsitzender Andreas Trageser. Grund ist der Zusammenschluss des TSV Lehnerz mit dem SC Borussia Fulda zur kommenden Saison und die Tatsache, dass beide Teams im vorletzten Saisonspiel am 19. Mai noch gegeneinander spielen. „Dieses Spiel ist eine Face, das ist gegen jeglichen Fairplay-Gedanken, den der HFV immer propagiert. Das geht einfach nicht“, sagt Trageser, der betont: „Wir haben ein gutes Verhältnis zu Lehnerz. Es hat gar nichts damit zu tun, ob wir Nutznießer werden, uns geht es nur um den Fairplay-Gedanken.“
Die Unterfranken, die selbst noch mit dem TSV Lehnerz und Watzenborn-Steinberg um Platz zwei kämpfen, nach dem 2:2 gegen Lehnerz am Samstag aber nur noch theoretische Chancen haben, wollen, dass die Borussen die Saison zu Ende spielen und anschließend alle Spiele gestrichen werden. Davon würde der FCB nur bedingt profitieren, nach dem 1:4 in Fulda würde den Alzenauern wie Lehnerz nur ein Punkt gestrichen werden. Dafür würde der Titelkampf nochmal richtig spannend, Spitzenreiter Dreieich würden gleich sechs Punkte gestrichen werden.
Dass es wirklich zu dieser Lösung kommt, erscheint allerdings eher unwahrscheinlich: „Wir haben eine Spielordnung und bei einem Mannschaftsrückzug werden die restlichen Spiele mit drei Punkten und 0:3 Toren gewertet, es wird aber nichts mehr herausgerechnet. Borussia Fulda wird bis zum 30. Juni Bestandteil der Prüfung sein. Sie werden uns schriftlich mitteilen, dass sie zur neuen Saison keine Mannschaft mehr melden, danach wird die Liga darüber informiert und Borussia Fulda ans Tabellenende gesetzt, die Spielwertungen bleiben bestehen“, erklärt Verbandsfußballwart Jürgen Radeck (Ortenberg), der betont: „Es geht ja auch um Mannschaften, die gegen Fulda gewonnen haben, denen kann ich doch nicht einfach die Punkte streichen.“
Der Antrag ist eingegangen und werde jetzt von den HFV-Juristen geprüft. Der sportliche Hintergrund sei zwar verständlich, dass der HFV dem Antrag stattgibt, aber unwahrscheinlich. „Egal, wie man es anstellt, man kann das Spiel in Lehnerz nicht fair bewerten. Das ist auch einmalig, es ist das erste Mal, dass zwei Mannschaften aus einer Liga zusammengehen. Der HFV wird das jetzt prüfen. Ob das durchgeht, ist uns aus sportlicher Sicht egal“, meint Trageser. Womöglich ist das letzte Stadtderby vor dem Zusammenschluss aber gar nicht mehr von Bedeutung: Dann nämlich, wenn der TSV seine Nachholspiele gewinnt und im Duell mit Watzenborn-Steinberg am 12. Mai nicht verliert. „Vielleicht wird es am 12. Mai in Watzenborn entschieden oder eben nochmal spannend. Aber vielleicht ist Lehnerz ja schon durch“, sagt Radeck.
