Lokales 01.03.2017

Im Gespräch mit Dr. Al-Hami: Entwicklung im Münsterfeld stagniert

Fulda – Von Svenja Müller – Wohnhäuser, Unternehmen und ein großes medizinisches Versorgungszentrum – das Münsterfeld in Fulda hat seine ganz eigenen Strukturen. Seit 2002 hat auch Dr. Samir Al-Hami dort seine Klinik mit Praxis. Nach vielen positiven Veränderungen ist die Entwicklung nach Meinung des Fuldaer Neurochirurgen ins Stocken geraten. Al-Hami fehlt vor allem die aktive Arbeit der Interessengemeinschaft Münsterfeld.

Foto: Dr. Samir Al-Hami

Svenja Müller und Dr. Samir Al-Hami. Foto: Ralph Görlich

„Zum Teil war die Entwicklung in den ersten acht bis zehn Jahren sehr positiv“, meint der Neurochirurg und fügt an: „Für mich persönlich bin ich sehr zufrieden.“ Vor einigen Jahren hatte er mit R+S-Vorstandsvorsitzendem Markus Röhner die IG Münsterfeld gegründet und für zwei Wahlperioden bekleidet. „Es war sinnvoll und notwendig, um viele Sachen zu erreichen“, betont Al-Hami. Ob Straßenarbeiten oder Beschilderung – gemeinsam konnte etwas erreicht werden.  Al-Hami kritisiert, dass es weitere Versammlungen nur nach Druck von außen gegeben habe. „Es enttäuscht mich sehr, dass alles stagniert“, sagt Al-Hami und fügt an: „Es gibt viele Sachen, die man anstoßen kann.“ Er selbst habe die Interessengemeinschaft schließlich mit auf den Weg gebracht und Themen wie den Münsterfeldpark aufgegriffen. „Aktuell tut sich nichts. Es müssen auch andere Leute Verantwortung übernehmen“, meint der Neurochirurg. Ihm fehle einfach die Initiative. So könnte seiner Ansicht nach beispielsweise vermehrt ein „Tag der offenen Tür“ bei verschiedenen Einrichtungen stattfinden. „Ich hätte mir eine weitere Dynamik was die Arbeits- und Lebensqualität angeht, gewünscht“, so Al-Hami. Daher habe er auch gehofft, dass die Stadt Fulda die Weiterentwicklung des Gebiets vorantreibt. „Es war immer mein Bestreben, dass wir als große Gruppe agieren“, betont Al-Hami.

Im Bereich einzelner Unternehmer habe sich aber bislang schon etwas getan. So habe R+S beispielsweise entlang der Haimbacher Straße ein Hotel errichtet und sei auch bestrebt, ein Verwaltungsgebäude zu bauen. Weitere Ärzte könnten im  Bereich des Münsterfeldes allerdings nicht mehr angesiedelt werden. Der Bebauungsplan ermögliche laut Al-Hami keine weiteren Flächen für die Gesundheitsstruktur. Er bedauert zudem, dass im Bereich des Münsterfelds zwar Glasfaser vorhanden sei, diese Möglichkeit aber niemand nutze, da die Tarife zu teuer seien. Auch Bänke, die im Münsterfeldpark einmal angedacht waren, wurden nie aufgestellt. Außerdem gebe es viele Beschwerden über die Parkplatzsituation. Es werde aber nicht gemeinsam an einer Lösung gearbeitet. „Das Potential ist momentan auf der anderen Seite des Münsterfeldparks“, so Al-Hami mit Blick auf das geplante Wohngebiet im Westen Haimbachs. Oberhalb der Münsterfeldallee könne so die Wohn- und Lebensqualität verbessert werden. Rund 340 Wohneinheiten sollen dort auf dem Telekomgelände, das an die Merkur- und Fuchsstraße anknüpft, entstehen. Der Ausschuss für Bauwesen, Stadtplanung und Umwelt der Stadt Fulda hat sich bereits einstimmig für einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan ausgesprochen.