Halsbrecherische Verfolgungsjagden auf fahrenden Zügen, Schießereien in den schottischen Highlands, eine geheimnisvolle Unbekannte im dunklen Hotelzimmer – den Stoff des berühmten Filmes von Alfred Hitchcock hat Patrick Balow hinreißend und witzig für die Bühne bearbeitet – heraus kommt eine furiose Krimikomödie, in der wenige Schauspieler fast 100 Rollen spielen. „Bang Boom Bang“ – einer der Filme, die Martin Semmelrogge bekannt machten. Mit „Bang Boom Bang“ können die Zuschauer auch rechnen, wenn der unvergleichliche Semmelrogge sehr viele Rollen in unglaublich schnellem Wechsel in „Die 39 Stufen“ spielen wird. Mit seiner unverwechselbaren Stimme und seinem verschmitzten Charme wird er auch hier seinen Figuren Leben einhauchen. Semmelrogge, der selbst auf ein bewegtes Leben zurückschaut, ist nichts Menschliches fremd, er ist Erzkomödiant und Tragiker gleichzeitig, und das macht ihn zu einem der glaubwürdigsten deutschen Bühnen- und TV-Darsteller und zur Idealbesetzung für „Die 39 Stufen“ während der Bad Hersfelder Festspiele.
Vor einer ähnlichen Herausforderung steht Majowski im Schloss Eichhof. Auch er wird seine vielen unterschiedlichen Rollen in „Die 39 Stufen“ meistern, denn auch er bringt nicht nur Erfahrungen als Schauspieler mit, sondern ist zudem als Komödiant (zum Beispiel in der Kultserie „Die Dreisten Drei“) bekannt und beliebt. In den Wormser Nibelungen-Inszenierungen von Dieter Wedel zeigte er sich von seiner martialischen Seite. Auch während der Bad Hersfelder Festspiele spielte er unter anderem in der „Komödie der Irrungen“ (Regie Dieter Wedel) und „Sommernachts-Träumereien“ (Regie: Joern Hinkel) ganz unterschiedliche Rollen. Fernsehzuschauern dürfte auch von seiner Teilnahme am RTL-Dschungelcamp zu Beginn des Jahres bekannt sein.
Stefan Kaminsky schlüpft in der Rolle des Hannay. Er ist dem Fernsehpublikum aus dem „Tatort“, „Alarm für Cobra 11“, „Der letzte schöne Tag“, „Soko Leipzig“ und vielen anderen TV-Produktionen bekannt. Aber auch im Theater hat er sich einen Namen gemacht. Mit den Schauspielern wird als Musiker Philipp Wiechert auf der Bühne stehen. Als Theatermusiker war er zum Beispiel am Theater der Altmark (Stendal) für „Evita“ und „Die Dreigroschenober“ oder am „Kabarett Denkzettel“ in Magdeburg engagiert. Patrick Schimanski inszeniert „Die 39 Stufen“ und wird mit Wiechert die Musik komponieren. In Bad Hersfeld kann er alle Register ziehen, denn in „Die 39 Stufen“, irgendwo angesiedelt zwischen Monty Python und Samuel Beckett, verstricken sich einsame Menschen, die alle von einem anderen, wilderen Leben träumen, in einer Geschichte, wie wir sie aus der Film-Noir-Zeit kennen: Eine schöne Frau flüstert einem gelangweilten Varietee-Besucher eine geheime Information ins Ohr, zwei Stunden später findet er sie mit einem Messer im Rücken auf seinem Sofa wieder. Des Mordes verdächtigt, von der Polizei gesucht, von Verbrechern gejagt, kann der Mann, der „zu viel wusste“ seinen Verfolgern nur entkommen, wenn er selbst das Geheimnis der 39 Stufen lüften und seine Unschuld beweisen kann.
Karten für 29 Euro gibt es im Ticket-Service am Markt in Bad Hersfeld, online und in allen Eventim-Vorverkaufsstellen. Mehr Informationen unter www.bad-hersfelder-festspiele.de.
