Lokales 03.02.2017

Im Gespräch mit Dr. Al-Hami: Messe in der Innenstadt nicht zukunftsfähig

Fulda – Von Svenja Müller – Die jüngsten Pläne der Stadt Fulda, einen Messestandort nahe des Kongresszentrums Esperanto zu etablieren, hat auch der Fuldaer Neurochirurg Dr. Samir Al-Hami vernommen. Er betrachtet das Vorhaben kritisch und hält den Standort für nicht zukunftsfähig. Vielmehr würde er auf das bereits vorhandene Areal Fulda-Galerie bauen, dort investieren und das Gelände mit Hallen weiter ausbauen.

Svenja Müller im Gespräch mit Dr. Samir Al-Hami. Foto: Ralph Görlich

Die Schrebergärten neben dem Kongresszentrum sollen weg. Dafür soll dort ein Messgelände und Wohnungen gebaut werden. Außerdem wird auf der Ochsenwiese ein großes Parkhaus geschaffen. Für Al-Hami scheint das Areal jedoch nicht geeignet. Ein Nachteil ist seiner Ansicht nach die räumliche Begrenzung. Messen mit kleinen Flächen wie eine Tattoo Convention könnten dort betrieben werden, eine Rettmobil aber nicht. „Die Entwicklungsmöglichkeiten für eine Messe wären von vorneherein begrenzt“, meint der Neurochirurg und fügt an: „Ein Messegelände muss außerhalb sein.“ Zwar seien die Besucher vom Esperanto zu Fuß zum Bahnhof, zum Hotel und in die Innenstadt unterwegs, doch andererseits würde so auch beispielsweise den Fuldaer Taxi-Fahrern das Geschäft fehlen. Im Bereich rund um das Kongresszentrum Esperanto sei seiner Ansicht vielmehr die Erweiterung von Hotel- und Servicestrukturen sinnvoll. „Für kleine Messen haben wir schon genug Hallen in der Region“, so Al-Hami mit Verweis auf Standorte wie die Münsterfeldhalle, das Gemeindezentrum Künzell oder das Wartenberg Oval. Sollte in der Innenstadt ein Messeareal etabliert werden, würden somit wohl auch die Standgebühren deutlich höher als andernorts ausfallen – das wäre für kleinere Messen laut dem Neurochirurg sicherlich ein Nachteil.

Generell sollte es seiner Ansicht nach aber auf jeden Fall das Bestreben sein, neue Messen in der Barockstadt anzusiedeln. So müsse auch nach neuen Themen gesucht werden. Der Messestandort Fulda-Galerie sei mit Anschluss an die Autobahn von der Lage bestens geeignet, werde aber nicht optimal betrieben. „Da muss noch viel in die Infrastruktur investiert werden“, meint Al-Hami. Er kritisiert unter anderem das fehlende Wlan, zu wenige Parkplätze und keine ausreichenden Sanitäranlagen. Insofern ein stimmiges Messekonzept mit einer passenden Infrastruktur für den Standort Fulda-Galerie entworfen werde, würden seiner Meinung nach sicherlich auch viele Besucher aus Thüringen, Aschaffenburg oder Schweinfurt nach Fulda kommen. Generell sei in jedem Fall wichtig, dass investiert werde. „Da muss auch die Stadt dahinter stehen“, fordert Al-Hami die Verantwortlichen auf, sich in die Entwicklung einzuklinken. Potential, Fulda als einen Messestandort zu etablieren, sieht der Neurochirurg schon. Das Thema Messe sei nach wie vor wichtig. „Im Internet hat man nicht die ganze Kommunikation“, meint Al-Hami. Viele würden sich auf Messen einfach informieren oder Alternativen anschauen. Ein Kauf finde zwar meist nicht direkt vor Ort, aber später über ein Online-Portal statt. „Eine Messe bietet den Kunden viele Informationen und Aktualität“, betont Al-Hami. Messen, Kongresse und Veranstaltungen seien für die Region ohnehin wichtig.