Lokales 05.04.2017

Dr. Al-Hami zum Neuro-Spine-Center: „Besser könnte es nicht laufen“

Fulda – Von Svenja Müller – Steigende Behandlungszahlen, motivierte Mitarbeiter und zufriedene Patienten – Dr. Samir Al-Hami blickt stolz auf die Entwicklung des Neuro-Spine-Centers im Fuldaer Münsterfeld. Im August wird die Fachklinik für Wirbelsäulenchirurgie 15 Jahre alt – für den Klinikleiter könnte es nicht besser laufen. In Zukunft möchte er an der Qualität weiter festhalten.

Das Neuro-Spine-Center.

Dr. Samir Al-Hami. Foto: Ralph Görlich

Aktuell zählt die Klinik jährlich über 1600 stationäre Behandlungen und 1400 Operationen. Überwiegend wird an der Wirbelsäule operiert. Im Umkreis von 100 Kilometern gibt es laut Al-Hami viele Kliniken für die Wirbelsäule, aber eben keine Fachklinik. Zudem habe sich das Team auf die Halswirbelsäulenchirurgie spezialisiert. „Das wird bundesweit anerkannt“, freut sich der Neurochirurg und erzählt: „Wir haben in den vergangenen Jahren extrem viel Erfahrung gesammelt.“ Durch die positive Bewertung der behandelten Patienten sei schließlich die Zahl neuer, auch überregionaler, Patienten kontinuierlich angestiegen. Mittlerweile kämen Patienten im Radius von Erfurt bis Frankfurt und von Kassel bis Würzburg nach Fulda. Rund zehn Prozent der Patienten kommen laut Al-Hami von weiter weg, aus dem gesamten Bundesgebiet. „Wir haben die ambulanten und die stationären Strukturen vernetzt“, so der Klinikleiter zur Besonderheit des Neuro-Spine Centers: „Wir arbeiten Hand in Hand.“ Patienten werden vor und nach der Operation in der Praxis für Neurochirurgie behandelt und versorgt. Aktuell besteht das Team aus über 60 Mitarbeitern.

Mitte 2010 ist die Klinik in die Liste für Krankenhäuser mit Planbetten aufgenommen worden

„Das ist die wichtigste Listung für eine Klinik“, erklärt Al-Hami. Schließlich gebe es viele andere, die seit Jahren nicht darin aufgenommen werden würden. „Wir können mit unserer Leistung hoch zufrieden sein“, betont Al-Hami und fügt an: „Besser könnte es nicht laufen. Expandieren möchte ich aber zurzeit nicht.“ Im Gesundheitswesen sei es seiner Ansicht nach ziemlich schwierig, immer größer zu werden. Außerdem sind die OP-Wartelisten aktuell bis Anfang Juni komplett voll – das Team habe ausreichend zu tun. „Wir haben manchmal Probleme, Patienten akut zu versorgen“, erzählt der Neurochirurg und fügt an: „Die Nachfrage ist sehr hoch.“ Der reibungslose Ablauf in der Klinik sei vor allem auf sein gut eingespieltes Team zurückzuführen. „Die Mitarbeiter sind alle motiviert und machen ihre Arbeit toll“, lobt er aus Sicht des Geschäftsführers und Gesellschafters. Auch er spüre den Fachkräftemangel: Es sei immer schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden. Stellen in seinem Unternehmen könnten daher teilweise nicht besetzt werden.

„Ich habe mit der Klinikstruktur alles erreicht, was ich erreichen wollte“, sagt Al-Hami zufrieden. Doch einfach nur zurücklehnen kommt für den Arzt nicht in Frage. Viel wichtiger sei es nun, sich für die kommenden Jahre zu positionieren und zu überlegen, wer die Klinik einmal übernehmen soll. Schließlich müsse auch den Mitarbeitern eine gewisse Sicherheit geboten werden. Doch eine ganze Weile möchte er selbst noch operativ tätig bleiben. „Solange die Patienten meine Kompetenz und Fähigkeit in Anspruch nehmen und ich das kann, möchte ich das gerne machen“, so der Neurochirurg, der ganz klar betont: „Man muss seine Arbeit aus innerer Überzeugung machen.“ Im Vordergrund stehe für ihn immer der Gedanke, Menschen zu helfen und nicht der finanzielle Aspekt.