Lokales 13.07.2016

24 Tischler erhalten Gesellenbrief – „Gestalter unserer Welt“ – Fotos

Fulda – Von Julissa Bär – Im historischen Ambiente des Marmorsaals im Stadtschloss Fulda wurden am Dienstagabend 24 Auszubildende des Tischlerhandwerks von der Schreiner-Innung freigesprochen. Voller Freude nahmen sie ihre Gesellenbriefe von Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld entgegen und feierten den Abschluss gebührend. Die beste Gesellenprüfung legte Julia Gutermuth ab.

Von links: Obermeister Stefan Semler, Matthias Rüb, Michael Hoßfeld (Schreinerei Hoßfeld, Müs), Hieronymus Kirst, Markus Mihm (Mihm GmbH, Poppenhausen), Julia Gutermuth, Dieter Stumpf (Schreinerei Stumpf, Gersfeld) und Oberbürgermeister Dr

„Unser Stadtschloss verkörpert die Handwerkskunst“, sagte Wingenfeld und gratulierte den 24 jungen Tischlern. Er machte auf die Bedeutung des Handwerks aufmerksam. Die beste Prüfung legte Gutermuth vom Ausbildungsbetrieb Stumpf in Gersfeld ab. Zweitbester Geselle der Schreiner-Innung ist Hieronymus Kirst von der Mihm GmbH in Poppenhausen. Auch Matthias Küb von der Schreinerei Hoßfeld in Müs freute sich über die Ehrung als Drittbester. „Leidenschaft und Kompetenz sind der Schlüssel zum Erfolg“, sagte Obermeister Stefan Semler. Er lobte die weiblichen und männlichen Schreinergesellen: Die Gesellenprüfung hätten sie mit viel Leidenschaft gemeistert. „Der Gesellenbrief ist wie eine goldene Kreditkarte“, so Semler. Der Tischlerberuf und seine Ausbildung hätten sich in den vergangenen Jahren nach oben entwickelt. „Wir müssen Multitalente sein“, meinte Semler. Das machte besonders Lutz Schell-Peters, Leiter der Werkakademie für Gestaltung Hessen in Kassel, in seiner Festrede deutlich: „Ihr gebt dem schnöden Material eine neue Qualität und Wertigkeit.“ Angefangen bei einer Idee, würden die Junggesellen allem eine Gestalt geben. „Gemeinsam habt ihr Entwürfe und euch selbst gestaltet“, sagte Schell-Peters und fügte an: „Es gibt nichts Schöneres. Ihr seid nichts anderes als Gestalter unserer Welt.“ Dafür müssten die Tischler neben Kreativität aber auch Innovationsgeist, Solidität und Nachhaltigkeit mitbringen.

„Die ausgetretenen Pfade sind langweilig“, meinte Schell-Peters, das Neuland sei interessant. So sei es auch im Schreinerhandwerk. Er ermunterte die Junggesellen, sich auf neue Wege zu begeben. „Denkt immer daran, wir sind Handwerker – wir können das“, sagte Schell-Peters. Dem fügte Wingenfeld an: „Sie können mit Selbstbewusstsein in die Zukunft schauen. Sie haben für ihren weiteren Weg ein sehr gutes Fundament.“ Michael Bücking von der Holzfachschule Bad Wildungen machte auf die Problematik der industriellen und billigen Massenware aufmerksam: „Der Kunde muss verstehen, dass er bei uns einmalige Produkte bekommt.“ Marco Gretsch, Lehrlingswart der Schreiner-Innung, sagte: „Lasst euch nicht von der Einfachheit der Industrie fangen. Wer eine Tütensuppe macht, der braucht nicht stolz darauf sein.“ Die jungen Gesellen sollen das Handwerk nach vorne bringen. „Brennt für die Sache, die ihr tut. Ihr habt schon jetzt eure Leidenschaft und euer Herzblut bewiesen“, so Gretsch. Die passenden Schlussworte fand Semler: „Willkommen in der großen Schreinerfamilie. Heute bekommt ihr ein hochanerkanntes Zeugnis, welches euch auf der gesamten Welt die Türen öffnet.“

Im Rahmen der Freisprechung wurden auch die Gesellenstücke der jungen Tischler ausgestellt. Den Wettbewerb „Die Gute Form“ gewann ganz knapp Matthias Rüb mit seinem Schreibtisch. Es folgte Valentin Jahn und Julian Hornung. Die Gesellenstücke werden noch bis zum 17. Juli täglich im Stadtschloss vor den Spiegelsälen präsentiert.

 

Die Gesellen:

Vorname

Name

Betrieb

Ort:

Dennis

Auth

Dieter Raab

Neuhof

Jonas

Büchel

Leo Bub GmbH & Co. KG

Poppenhausen

Julian

Grösch

Mathias Mehler

Ehrenberg-Thaiden

Julia

Gutermuth

Dieter Stumpf

Gersfeld

Marc

Herbert

Hans-Werner Uth

Hofbieber

Julian

Hornung

Dieter Seng

Petersberg-Stöckels

Valentin

Jahn

Joachim Weber e.K.

Fulda

Hieronymus

Kirst

Mihm GmbH

Poppenhausen

Patrick

Klitsch

Stefan Keller

Großenlüder-Müs

Nico

Knacker

Cheops Holzwerkstatt GmbH

Fulda

Lars

Lenhardt

Christoph Bickert

Fulda

Leon

Marschollek

Norbert Maul

Fulda

Jan-Niclas

Opfer

Klüber GmbH

Burghaun

Anke

Rauschenberg

Loheland Stiftung

Künzell

Matthias

Rüb

Michael Hoßfeld e.K.

Großenlüder-Müs

Sebastian

Ruppert

Mihm GmbH & Co. KG

Hofbieber

Niklas

Schieder

Eugen Schramm

Petersberg-Böckels

Dennis

Schmitt

Fladung GmbH

Neuhof

Raphael

Schmitz

Eugen Schramm

Petersberg-Böckels

Tobias

Söhner

Die Schreinermeister GmbH

Bischofsheim

André

Storch

Leo Bub GmbH & Co. KG

Poppenhausen

Kerim

Viebrock

Loheland Stiftung

Künzell

Niklas

Vogt

Matthias Kircher

Gersfeld

Benedikt

Voigt

Krenzer GmbH

Hilders

 

 

Sieger von „Die Gute Form“:

1. Platz: Matthias Rüb, Betrieb Hoßfeld in Großenlüder (Schreibtisch)

2. Platz: Valentin Jahn, Betrieb Joachim Weber in Fulda (Schreibtisch)

3. Platz: Julian Hornung, Betrieb Seng in Petersberg (Schreibtisch)