Fußball 28.02.2016

Hessenliga – Neuzugang Schmeer schießt Borussia Fulda zum Derbysieg

Flieden – Von Florian Seelig – Neuzugang Sebastian Schmeer sei Dank: Der 29-Jährige hat Borussia Fulda zu einem 1:0 (1:0)-Derbysieg in der Fußball-Hessenliga bei Buchonia Flieden geschossen. Vor 2000 Zuschauern traf die Ausleihe von Hessen Kassel noch vor der Pause zum Siegtreffer. Den verdienten Sieg der Borussen trübt allerdings der Platzverweis für Kapitän Mark Jaksch kurz vor Schluss. Durch den Derbysieg sind die Borussen in der Tabelle an Flieden vorbeigezogen und haben die Abstiegsränge verlassen.

Foto: Christine Görlich

Es lief die 38. Spielminute, da spielte Leon Pomnitz einen starken Pass direkt in die Schnittstelle auf Schmeer, der sich den Ball auf den linken Fuß legte und überlegt ins lange Eck zur 1:0-Führung für die Borussia einschob. „Er hat ein gutes Debüt hingelegt. Das freut mich für ihn“, lobt Borussen- Coach Thomas Brendel seinen Neuzugang. Die Führung für die Gäste war zu diesem Zeitpunkt bereits hochverdient: Auf dem schwierig zu bespielenden Rasen am Weiher waren die Borussen von Beginn an aktiver, ballsicherer, in den Zweikämpfen fast immer einen Schritt schneller und vor allem torgefährlicher: Gegen Marcel Trägler verkürzte Fliedens Keeper Lukas Hohmann noch gut den Winkel (8.), dann setzte Schmeer einen Pass von Ingmar Merle aus acht Metern klar drüber (16.), bevor er eine kurz ausgeführte Ecke von Felix Beck aus kurzer Distanz an die Latte köpfte (20.). Von Flieden wiederum war offensiv fast gar nichts zu sehen: Außer einem harmlosen Fallrückzieher von Fabian Schaub (30.) und einem schwach ausgeführten Freistoß des Sturmtanks direkt von der Strafraumkante (35.) blieb die Offensive der Gastgeber blass. Doch beinahe hätte Nico Hohmann noch vor der Pause für den Ausgleich gesorgt: Eine Ecke von Marco Gaul köpfte der diesmal als Rechtsverteidiger aufgebotene Hohmann direkt auf den linken Winkel zu, Felix Beck konnte das Leder gerade noch so von der Linie kratzen (45.).

Nach der Pause änderte sich am Bild nicht viel, auch wenn nun das viel beschworene „Derbyfeuer“ mehr zu sehen war als noch im ersten Durchgang: Die Borussia war weiterhin tonangebend und hätte schon vorzeitig für die Entscheidung sorgen können: Erst hob der nach Meinung des Assistenten im Abseits stehende Schmeer das Leder ins Tor (47.), dann legte Leon Pomnitz, der nach klasse Zuspiel von Merle frei vor dem Tor stand, nochmal quer auf Schmeer, sein Zuspiel war jedoch zu ungenau, Schmeer konnte den Ball nur noch vorbeigrätschen (50.). Kurz darauf setzte Merle das Leder aus spitzem Winkel nur knapp am langen Pfosten vorbei (55.). „Wir hätten das Spiel früher entscheiden müssen“, haderte Brendel. Flieden bemühte sich zwar, Chancen zu kreieren, mehr als ein Abseitstor von Julian Ankert sprang dabei jedoch nicht heraus. Dann wurde es hektisch: Direkt vor der Fliedener Bank setzte Borussen-Kapitän Mark Jaksch zur Grätsche an und holte Schaub von den Beinen – Schiedsrichter Timo Wlodarczak (Bebra) zückte die Rote Karte (84.). Daraufhin kam es zu einer Rudelbildung, inklusive Flaschenwurf von außen. „Das war eine klare Rote Karte“, fand Fliedens Abteilungsleiter Jochen Koppel, während Borussen-Coach Thomas Brendel die Szene nicht richtig gesehen hat: „Ich kann das nicht beurteilen, da die Fliedener Bank schon stand.“

Flieden konnte die Überzahl jedoch lange nicht nutzen, warf in der Nachspielzeit dann alles nach vorne und bekam, nachdem Marco Gaul zuvor bereits an SCB-Keeper Tobias Wolf gescheitert war (90.), nochmal einen Freistoß zugesprochen: Leonardo Kovacevic brachte den Ball nach innen, der aufgerückte Keeper Lukas Hohmann verlängerte das Leder, in der Mitte kam jedoch kein Fliedener an den Ball. Den Abpraller legte sich Marco Gaul dann 20 Meter vor dem Tor zurecht, zimmerte das Leder jedoch deutlich drüber (90.+5). „Schade, aber Borussia hat verdient gewonnen. Von meiner Mannschaft war das in vielen Teilen des Spiels zu wenig, da müssen wir einfach fair sein, auch wenn das lange Zeit kein hochklassiges Spiel war“, gratulierte Fliedens Trainer Meik Voll seinem Ex-Verein und kritisierte: „Die Mannschaft war sehr fokussiert, vielleicht ist dann das ein oder andere nicht mehr abrufbar. Wenn das auf drei, vier Positionen passiert, kann man das nicht mehr auffangen.“

Sein Gegenüber wiederum ist mehr als zufrieden: „Das war ein hochverdienter Sieg für uns, wir hatten das Spiel über 90 Minuten total im Griff“, betonte Brendel, während Sportdirektor Martin Hohmann bei seiner Rückkehr nach Flieden ebenfalls eine dominante Borussia sah: „Das war ein verdienter Sieg, wir hatten die besseren Torchancen, haben es aber unnötigerweise hinten heraus etwas spannend gemacht.“ Fliedens Kapitän Andreas Drews wiederum war nach der Niederlage gegen seinen Jugendverein mehr als enttäuscht: „Wir sind über die gesamten 90 Minuten nicht in die Zweikämpfe gekommen und haben uns den Schneid abkaufen lassen. Wir dürfen uns nicht beschweren, dass wir das Ding noch aus der Hand gegeben haben.“

Buchonia Flieden: L. Hohmann - N. Hohmann, Drews, Rumpeltes, Hack (46. Kovacevic) - Leibold, Heil - Gaul, Müller, Gies (46. Ankert) - Schaub.

Borussia Fulda: Wolf - Fuß, Milankovic, Jerkovic, Beck - Jaksch, Schersadeh - Merle (81. Poredski), Trägler (87. Schwab), Pomnitz - Schmeer (90.+2 Schirmer).

Schiedsrichter: Timo Wlodarczak (Bebra)

Tore: 0:1 Sebastian Schmeer (38.)

Zuschauer: 2000.

Rote Karte: Mark Jaksch (Fulda, 84.) wegen groben Foulspiels